Probleme Vegan kochen mit Familie

Erstellt 16.05.2022, von chocokitty. Kategorie: Neu hier. 11 Antworten.

Probleme Vegan kochen mit Familie
16.05.2022
Hallo,

ich bin nun seit rund einem Jahr vegan und soweit läuft auch alles gut. Nur beim kochen für meinen Bruder gibt es Probleme die echt frustrierend sind.


Ich muss jeden Tag unter der Woche für meine Mutter und meinen Bruder kochen beide nicht vegan. Meine Mutter isst sehr gerne mit und hat absolut nichts dagegen wir finden immer etwas. Mein Bruder würde am liebsten in jedem Gericht Fleisch haben.

Wir versuchen Kompromisse zu finden (zb Bohnensuppe mein Bruder wirft sich Wiener rein), aber er ist trotzdem immer unglücklich und lässt oft die Hälfte stehen, was mich auch nervt da ich mir Mühe gebe und die Essenverschwendung doof finde.


Parallel kochen haben wir auch schon gemacht ist aber auf Dauer zu teuer. Mittlerweile geraten wir wegen dem Thema immer aneinander, da ich finde, dass er auch nicht schätzt wie viel Gedanken und Mühe ich und meine Mutter sich wegen dem Thema machen und versuchen auf einen Nenner zu kommen.

Vielleicht hat ja noch jemand eine Idee wie man das Problem lösen könnte, ich bin echt frustiert, da mir kochen sonst total Spaß macht. :(



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16.05.2022
Der soll sich sein Essen gefälligst selbst kochen, ansonsten wird gegessen, was vegan auf den Tisch kommt... Rummeckern ist nicht! Wo gibts denn sowas?
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16.05.2022
Wie alt ist denn dein Bruderherz? Kann man mit dem schon vernünftig reden und mal nachfragen, was genau ihn so unglücklich macht?
Kann ja wirklich sein, dass es ihm nicht um das tote Tier an sich geht, sondern ihm geschmacklich irgendwas fehlt. Wenn man das weiß, lässt sich das auch vegan beheben.
Wenn das aber so ein "toxische Männlichkeit"-Thema sein sollte, dann kann da ein bisschen Aufklärung sicher nicht schaden.
Vielleicht liegt es aber auch gar nicht wirklich am Essen, sondern er ist allgemein in einer Trotzphase?


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16.05.2022
Hi und willkommen bei uns! :star: :heart:

Wie alt bist Du und dein Bruder eigentlich?
Ich habe den Eindruck, dass es Deinem Bruder nur um diese Protesthaltung den Weibleins in der Familie gegenüber geht ;) . Könnte das sein ? Ist er denn informiert, was der Konsum tierischer Produkte bedeutet?

Du könntest ihn also mal in einer guten Situation bitten, einen Film über die Tiermord-Industrie mit Dir zu schauen. Ich finde: Wenn jemand Fleisch, Eier, Milchprodukte etc. konsumiert und dies verteidigt, ist es das mindeste, dass er über die Art der "Herstellung" bildhaft informiert ist! Und wenn dann das Argument kommt, dass man diese Bilder Kindern nicht antun dürfe, dann hat man sich eigentlich schon selber die Antwort gegeben, dass es also eine unerträgliche Brutalität bedeutet. Wenn es Menschenkinder nicht ertragen können, wieso dann den Tierkindern antun?

Wenn Du Tips für Filme brauchst, da haben wir dann auch einen Thread drüber, den suche ich Dir gerne raus. :-)

Wenn er den Wurst-/Fleischgeschmack unbedingt braucht, was argumentiert er gegen vegane "Ersatz"-Produkte? Hier im Forum werden ja ne Menge Grillwürste etc. vorgestellt, auf die ihr mal zurückgreifen könntet, wenn der Fleischjieper zu groß ist. Z.B. funktionieren auch vegane Schnitzel ziemlich gut, und Burgerpatties auch. Da ist vieles schon zum Verwechseln "echt", was manche Veganer schon wieder schrecklich finden. Vielleicht kannst Du ihm die auch einfach als "echt" unterschummeln.

Ich freu mich aber sehr, dass Deine Mum mit Dir vegan mit isst! WIe schön! Es gibt hier im Forum auch Beispiele von Jugendlichen, die mit ihren Eltern deswegen großen Stress haben...
:happy: Frauenpower :heart:
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18.05.2022
Hi,
mein Bruder ist 14 und ich bin 17. Reden haben wir schon zu dritt versucht, man kommt aber zu nichts er meint ihm fallen nur Gerichte mit Fleisch ein und er will nichts mehr veganes essen.


Ich habe aber auch das Gefühl das man es ihm aktuell mit nichts Recht machen kann, selbst als meine Mutter ein anderes Gericht extra gekocht hat was er sich gewünscht hatte, war er unzufrieden.


Informiert ist er nicht wirklich, er meint ihm wäre das egal. Wenn ich ihm jetzt einen Film oder so zeigen würde, hätte ich eher Angst, dass mir nachher vorgeworfen wird, ich würde ihm etwas "aufzwingen" und das dann die Sache verschlimmert.

Das Cordon Bleu von Rügenwalder Mühle mag er, ist aber finanziell nicht immer drin, wir kaufen so gut wie keine Ersatzprodukte. Sonst nehme ich Linsen, Bohnen, Tofu etc als Proteinquelle. Ich habe auch schonmal Burgerpatties aus Kidneybohnen gemacht, die wurden auch angenommen.

Aktuell werden halt leider Gerichte stehen gelassen die sonst gegessen wurden, was mich dann halt sehr frustiert, denn gefühlt kann man es ihm überhaupt nicht Recht machen.
1x bearbeitet

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18.05.2022
Vielleicht ist er gerade mit sich selbst auch sehr unzufrieden und weiß nicht wie er das ändern kann, also versucht er die äußere Umwelt zu ändern oder zu provozieren um auf sich aufmerksam zu machen. Kennt Ihr jemand außerhalb Eurer Familie, der/die mal mit ihm reden könnte , um herauszufinden, ob es sich um ein anderes Problem handelt? Vielleicht ist auch eine Art Gruppendruck dabei, also Freunde, die ihn auslachen und mobben, wenn er erzählt, dass er vegan essen "muss" !
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21.05.2022
Hey Chocokitty,


ich glaube, dem jungen Herren würde ich mit einer gewissen Strenge begegnen ... ;) Ohne genaueres zu wissen; vielleicht hat er Angst, dass sein "Prinzenthron" als Nesthäkchen wackelt, und es sind Manipulationsversuche als Heranwachsender?


In dem Alter strukturieren sich übrigens auch Gehirnbahnen um, und das bewirkt teilweise auch komisches Verhalten bei Jugendlichen .... https://www.sueddeutsche.de/wissen/pubertaet-grossbaustelle-gehirn-1.1833081 (Seit ich das weiss, schäme ich mich etwas weniger für mein komisches Verhalten vor ca. 40 Jahren.... )

Da Dein Bruder also schon 14 ist, wäre die Frage, ob ihr das Haushaltsgeld aufteilen könnt, und er, wenn er nichts veganes mehr essen will (verrückt, wo will er seine Vitamine herkriegen?), nun gezwungen ist, sich selber zu versorgen. Mit 14 sollte das möglich sein. Und Du und Deine Mum, ihr könntet z.B. größere Mengen kochen, dann reicht es für mehrere Mahlzeiten und ihr müßtet nicht so häufig kochen, und der Herd wäre frei für den Fleischfan.... .... Am besten, er müßte sich das Fleisch direkt beim Metzger kaufen. Aber ich kenne auch Veganerinnen, die ihrem jugendlichen Sohn oder auch Ehemann tierische Produkte miteinkaufen. Da gehen Menschen sehr verschieden mit um.

Außerdem, wenn er schon 14 ist, sollte er doch von Fridays for Future gehört haben und der veganen Greta? Oder gibt es coole junge vegane Influencerinnen, die er schick finden könnte?

Um zu sensibilisieren wäre vielleicht mal ein Besuch auf einem Lebendhof eine Idee - positive Bestärkung in der Begegnung mit Tieren, statt schlimme Filme?

Auf alle Fälle finde ich es sehr toll, dass Du Dich schon in so jungen Jahren entschieden hast! :thumbup: Ich habe es erst mit Mitte Vierzig erkannt :-/ ....

Berichte mal, wie es weitergeht!
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29.05.2022
Wenn du dich in ihn reindenken würdest wäre es vielleicht etwas einfacher.
Stell dir vor er kocht täglich und macht nur Fleischgerichte. Du als Veganer*in wärst natürlich frustriert darüber, da du versuchen müsstest die Gerichte immer für dich abzuwandeln (Bei Schnitzel schwierig).
In den meisten Fällen würde ich einfach Gerichte empfehlen bei denen Fleisch als Topping genutzt werden kann wie eine Bowl, ein bunt gemischter Salat oder eine Nudelpfanne.

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29.05.2022
Zitat govegansaar:Wenn du dich in ihn reindenken würdest wäre es vielleicht etwas einfacher.
Stell dir vor er kocht täglich und macht nur Fleischgerichte. Du als Veganer*in wärst natürlich frustriert darüber, da du versuchen müsstest die Gerichte immer für dich abzuwandeln (Bei Schnitzel schwierig).
In den meisten Fällen würde ich einfach Gerichte empfehlen bei denen Fleisch als Topping genutzt werden kann wie eine Bowl, ein bunt gemischter Salat oder eine Nudelpfanne.


Ich finde sowas immer schwer zu vergleichen. Schließlich hat das nicht nur damit zu tun, was man gerne isst, sondern eins ist (meistens) eine moralische Überzeugung und das andere schlicht eine Essenspräferenz. Außerdem hat chocokitty ja geschrieben, dass Kompromisse dieser Art nicht funktionieren.

In Bezug auf Essensverschwendung würde ich an deiner Stelle anfangen deinem Bruder den Teller aufzutun und ihm absichtlich weniger als sonst zu geben. Wenn er noch Hunger haben sollte, kann er sich ja nach nehmen, aber so kommt wenigstens nicht die Hälfte weg. Du kannst ihm auch nochmal klar machen, wie undankbar er ist. Andere (mich eingeschlossen) haben in ihrer Jugend nicht jeden Tag frisch gekochtes Essen bekommen, sondern mussten oft auf Fertiggerichte zurückgreifen.
Falls es am Geschmack liegen sollte, könnte er sich ja am Kochprozess beteiligen und evtl mit abschmecken, was Gewürze etc. angeht und vielleicht könnt ihr ja Ersatzprodukte oder bestimmte Zutaten in das Essen einbauen, sodass es mehr nach dem "Original" schmeckt. (z.B. Kala Namak, Geräucherte Paprika etc.)

1x bearbeitet

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29.05.2022
Zitat ItsaMeLisa:
Du kannst ihm auch nochmal klar machen, wie undankbar er ist. Andere (mich eingeschlossen) haben in ihrer Jugend nicht jeden Tag frisch gekochtes Essen bekommen, sondern mussten oft auf Fertiggerichte zurückgreifen.

Das bringt mich auf die Frage, wieso eigentlich jeden Tag? Wäre vielleicht Schulessen für das Mittagessen eine Option und abends gibt es dann "nur" kaltes Essen (z.B. das klassische Brot)? Dann reduziert sich das Problem auf Wochenenden, Feiertage und Ferien und man lernt nebenbei noch die Qualität von Zuhause Selbstgekochtem zu schätzen ;-)
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