Shitstorm: Hannes Jaenicke bei 3nach9

Erstellt 30.11.2022, von kilian. Kategorie: News & Aktuelles. 55 Antworten.

08.12.2022
Die Redaktion von RadioBremen (die 3nach9 produziert) hat einen eigenen Faktencheck angekündigt, der auf der RadioBremen-Website erscheinen soll
https://www.radiobremen.de/aktuelles/drei-nach-neun-314.html
Wenn ihr mögt, könnt ihr ja ebenfalls ein paar Leserbriefe hinschicken und auch eure Sicht der Dinge vermitteln:
https://www.radiobremen.de/kontakt/publikums-kontakt-100.html
Wenn ihr mögt, könnt ihr euren Text ja hier zitieren.
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09.12.2022
Die Volksbanken - Raiffeisenbanken beenden ihre Zusammenarbeit mit Jaenicke. Obwohl er nichts Falsches gesagt hatte. Er hatte recht mit seinen Aussagen.

Da sieht man wieder die übermächtige Industrie, deren Shitstorms ganz gezielt eingesetzt werden. Kräftig finanziert aus unseren Steuergeldern.

Die Bauern, die wirklich Unterstützung brauchen, bekommen von den Verbänden keine Beachtung. Denkt immer dran. Und seid ruhig ein bisschen stolz, dass ihr vegan lebt!
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09.12.2022
Hier mein Leserbrief an RadioBremen:
Leserbrief zur Debatte um Hannes Jaenicke und Sky du Mont in "3nach9":

Herr Jaenicke hatte - anders als Herr Du Mont - in all seinen Aussagen Recht.


Agrar-Verbände nutzen ihre organisierten Kräfte seit Jahren gezielt, um Medien zu beeinflussen und ihrem Anspruch auf Meinungsführerschaft in der Öffentlichkeit Nachdruck zu verleihen.

Erst kürzlich wurde in Tirol auf Druck von Agrar-Verbänden ein (preisgekrönter) Werbespot gestoppt, der für Toleranz und Gastfreundlichkeit geworben hatte. Und das nur weil eine Kunstfigur im Spot Hafermilch bestellt hatte. Siehe: https://vegpool.de/news/tirol-werbespot-hafermilch-shitstorm.html
Dieses Beispiel zeigt, wie haarsträubend - und dennoch erfolgreich - diese organisierten Shitstorm-Kampagnen der Agrarindustrie sind.

Tierhalter behaupten ständig, sie würden "missverstanden" und die Allgemeinheit würde gegen sie hetzen. Das ist so pauschal keineswegs der Fall. Die aktuellen Debatten in Bezug auf Tierhaltung, Umwelt- und Klimaschutz sind sachlich berechtigt und sollten dringend intensiv und fundiert debattiert werden!

Die Agrarindustrie ist neben der Autoindustrie der mächtigste Industrie in Deutschland. Die echten "armen Bauern" kommen in der öffentlichen Debatte praktisch gar nicht vor, weil sie nicht über die Mittel verfügen.

Es darf nicht sein, dass Tierhalter vor einer sachlichen Diskussion verschont werden, nur weil es für sie unbequem ist!

Bitte berichten Sie weiterhin fundiert und lassen Sie sich von den organisierten Kampagnen nicht beeindrucken.

Beste Grüße

Kilian Dreißig
Journalist, Vegpool.de

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09.12.2022
ein Grund mehr in bioläden und kleine (bio-)Hofläden einzukaufen. Diese "übermächtige industrie" ist nur deshalb so übermächtig, weil wir brav und duldsam unser Geld dahin tragen. Das sind ja nicht nur Agrarverbände, das steckt die gesamte konventionelle Lebensmittelindustrie dahinter und ihre Vermarkter wie die großen Ketten und Discounter, die unendlich viel Druck ausüben auf die Bauern und andere Lebensmittelerzeuger und so die Qualität unserer Nahrung immer weiter runterdrücken bis hin Schädigung und Zerstörung der menschlichen Gesundheit, der Tierwelt und der Natur. Mit jedem Cent, der bei Aldi, Rewe & Co. landet, unterstützt man die konventielle Lebensmittelerzeugung incl. Milch- und Fleischindustrie, darüber sollte man sich bewußt sein, finde ich.
1x bearbeitet

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11.12.2022
Ich habe selbst in der Landwirtschaft gearbeitet. Alle Kälber werden getötet? Die Aussage kann nicht stimmen und sie wird in der Sendung nichtmal hinterfragt. Das Kälber Lebend in Container geworfen werden und sich schichtweise stapeln ist in Deutschland einfach falsch. Das gibt es in Deutschland nicht, mir ist kein Fall bekannt oder belegt.


Unsere Kühe waren nicht ständig krank. Das versteht jeder anständige Landwirt als beleidigung. Auch sind viele Tiere über 20 Jahre alt geworden.

Auch eine gezielte Mangelernährung für die Fleischfarbe hat bei uns nicht stattgefunden.

Was tatsächlich stimmt ist die frühe Trennung von Kuh Kalb. Wir haben damit tatsächlich gute Erfahrungen gemacht. Die Kälber entwickeln deutlich weniger Angst und gleichzeitig mehr Vertrauen zum Menschen. Das ist sehr hilfreich um später möglichst stressarm zu arbeiten.

Übrigens waren unsere Kälber viel zu wertvoll um sie sterben zu lassen.


Am Ende ist das Problem das von Einzelfällen auf die gesamte Branche geschaut wird. Zumal mir der Beitrag irgendwie als Verkaufsshow für ein Buch vorkommt.
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11.12.2022
Zitat Claas650:Ich habe selbst in der Landwirtschaft gearbeitet.

Schön, dass du dich angemeldet hast und uns (vielleicht) ein paar Einblicke und Antworten gewährst, auch wenn wir vielleicht nicht immer einer Ansicht sind.

Wir haben hier leider immer wieder Anmeldungen von Landwirten, die Agrar-Propaganda betreiben, aber selbst nicht auf Argumente eingehen. Daher bist du hier willkommen, so lange du argumentierst und nicht bloß Plattitüden abgibst. Ist nicht persönlich gemeint, dient nur zum Schutz des (pro-veganen) Forums.

Zitat Claas650:Alle Kälber werden getötet? Die Aussage kann nicht stimmen und sie wird in der Sendung nichtmal hinterfragt.

Soweit ich es sehe, wurde die Aussage in dieser Pauschalität auch in der Sendung nicht getroffen.
Die meisten Kälber werden bald nach der Geburt getötet. Ein Teil (der weiblichen Kälbchen) wird behalten, um ältere Kühe zu ersetzen ("Remontierung").

Zitat Claas650:
Das Kälber Lebend in Container geworfen werden und sich schichtweise stapeln ist in Deutschland einfach falsch. Das gibt es in Deutschland nicht, mir ist kein Fall bekannt oder belegt.


Die Aussage kam von Sky Du Mont, nicht von Jaenicke. Das muss man in einem Thread zu Hannes Jaenicke wohl dazu sagen.
Du Mont hat vermutlich mal eine dieser Kälber-Tiertransport-Dokus gesehen. Repräsentativ ist seine Aussage wohl nicht, das sehe ich auch so. Dass es solche Fälle gibt, bezweifele ich aber nicht, auch wenn es in Deutschland wohl Ausnahmen sind.

Zitat Claas650:
Unsere Kühe waren nicht ständig krank. Das versteht jeder anständige Landwirt als beleidigung. Auch sind viele Tiere über 20 Jahre alt geworden.


Wie viele Rinder hattet ihr denn im Betrieb? Es gibt ja nicht nur schwarz und weiß. Es gibt auch viel grau dazwischen. Nach gaußscher Verteilungskurve dürften in den allermeisten Betrieben Gesundheitsprobleme der Euter (Mastitis usw), des "Fundaments" (Klauen) und des Bewegungsapparats auftreten. Nicht bei allen Tieren. Rein statistisch dürfte nicht ein kommerzieller Milchbetrieb frei von Mastitis sein!

Laut (agrar-internen) Untersuchungen gab es in 25 - 50% der Betriebe Probleme mit den Klauen.
Dabei wurde übrigens auch festgestellt, dass viele Landwirte nicht erkennen, wenn ihre Tiere krank sind. Auch, weil humpelnde und lahmende Tiere nicht auffallen, wenn alle Tiere humpeln und lahmen. Wie es bei dir war, wirst du am besten wissen. Das ist also natürlich nicht IMMER so, aber doch statistisch auffällig. Hier geht es ja auch nicht um Einzelbetriebe oder -Personen, sondern um die Sache selbst.

Zitat Claas650:
Auch eine gezielte Mangelernährung für die Fleischfarbe hat bei uns nicht stattgefunden.


Was für Tierprodukte habt ihr denn verkauft? Welche Haltungsform und Bestandszahlen usw hattet ihr? war das eher ein kleiner Betrieb, oder einer der Großen?

Zitat Claas650:
Was tatsächlich stimmt ist die frühe Trennung von Kuh Kalb. Wir haben damit tatsächlich gute Erfahrungen gemacht. Die Kälber entwickeln deutlich weniger Angst und gleichzeitig mehr Vertrauen zum Menschen. Das ist sehr hilfreich um später möglichst stressarm zu arbeiten.


ja, das wird ja auch in Agrar-Foren heiß diskutiert.
Die einen Tierhalter sagen, je früher getrennt wird, desto weniger Prägung = weniger Trennungsstress.
Die anderen sagen, dass sie ihren Kälbern wenigstens das bisschen "Mutterliebe" gönnen wollen. Wodurch die Trennung dann noch stressiger wird.

Zitat Claas650:
Übrigens waren unsere Kälber viel zu wertvoll um sie sterben zu lassen.


Normalerweise ist das ja extrem abhängig vom Marktpreis, den die Mäster für Kälbchen bezahlen.
Wenn ein Kalb nur ~10 Euro einbringt, ist ja sogar das Futter schnell teurer als der zu erzielende Preis.
https://vegpool.de/magazin/kaelbchen-preise-hintergruende.html
Oder wie habt ihr das gemacht, um davon unabhängig zu sein? Hattet Ihr Direktvermarktung?

Zitat Claas650:
Am Ende ist das Problem das von Einzelfällen auf die gesamte Branche geschaut wird. Zumal mir der Beitrag irgendwie als Verkaufsshow für ein Buch vorkommt.


Dass Jaenicke dort aufgetreten ist, hat bestimmt auch mit dem Buch zu tun. Gleichzeitig sind die Themen ja durchaus berechtigt, da die Gesellschaft solche Hintergründe, über die Jaenicke aufklärt, oft nicht kennt. Ohne das Wissen kann man aber auch keine fundierten Entscheidungen treffen.
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11.12.2022
Soweit ich es sehe, wurde die Aussage in dieser Pauschalität auch in der Sendung nicht getroffen.
Die meisten Kälber werden bald nach der Geburt getötet. Ein Teil (der weiblichen Kälbchen) wird behalten, um ältere Kühe zu ersetzen ("Remontierung".


Wenn da jemand sagt das die Kälber alle in so einen Container geworfen werden, das ganze unwiedersprochen bleibt, werden auch alle folgenden Argumente unglaubwürdig. Bei uns wurde in meiner Zeit genau ein Kalb getötet, aus medizinischen Gründen. Übrigens heißt es Kalb, nicht Kälbchen.


Kälber werden in meiner Gegend generell nicht getötet. Natürlich werden sie irgendwann schlachtreif, im Erwachsenen Alter ist es dann soweit.

Die Aussage kam von Sky Du Mont, nicht von Jaenicke. Das muss man in einem Thread zu Hannes Jaenicke wohl dazu sagen.
Du Mont hat vermutlich mal eine dieser Kälber-Tiertransport-Dokus gesehen. Repräsentativ ist seine Aussage wohl nicht, das sehe ich auch so. Dass es solche Fälle gibt, bezweifele ich aber nicht, auch wenn es in Deutschland wohl Ausnahmen sind.


Ja, das war Sky du mont. Und solche Aussagen fallen eigentlich unter den Bereich "üble Nachrede". Es gibt keinen Dokumentierten Fall davon in Deutschland auch halten Tidrschutzorganisationen das für extrem unwahrscheinlich.
Wie viele Rinder hattet ihr denn im Betrieb? Es gibt ja nicht nur schwarz und weiß. Es gibt auch viel grau dazwischen. Nach gaußscher Verteilungskurve dürften in den allermeisten Betrieben Gesundheitsprobleme der Euter (Mastitis usw), des "Fundaments" (Klauen) und des Bewegungsapparats auftreten. Nicht bei allen Tieren. Rein statistisch dürfte nicht ein kommerzieller Milchbetrieb frei von Mastitis sein!

Laut (agrar-internen) Untersuchungen gab es in 25 - 50% der Betriebe Probleme mit den Klauen.
Dabei wurde übrigens auch festgestellt, dass viele Landwirte nicht erkennen, wenn ihre Tiere krank sind. Auch, weil humpelnde und lahmende Tiere nicht auffallen, wenn alle Tiere humpeln und lahmen. Wie es bei dir war, wirst du am besten wissen. Das ist also natürlich nicht IMMER so, aber doch statistisch auffällig. Hier geht es ja auch nicht um Einzelbetriebe oder -Personen, sondern um die Sache selbst.


Da fällt auf das wieder etwas durcheinander geworfen wird. Erstmal hatten wir knapp 500 Tiere. Mastitis hatten wir bspw. Gar nicht. Allerdings einen Fall der auch das Euter schwer betroffen hat, ich bekomme den lateinischen Namen der Krankheit nicht zusammen.

Probleme mit den Klauen würde ich grundsätzlich bestätigen, allerdings ist das nichts krankhaftes. Ab und an müssen die Klauen eben professionell geschnitten werden.

Grundsätzlich sind alle Mitarbeiter in Landwirtschaftlichen Betrieben gehalten Auffälligkeiten zu melden und seien es nur Kleinigkeiten. Es gibt immer jemanden der einen Blick hat.

Was für Tierprodukte habt ihr denn verkauft? Welche Haltungsform und Bestandszahlen usw hattet ihr? war das eher ein kleiner Betrieb, oder einer der Großen?


Alles. Milch, viel Mozarella und Fleisch und Wurst. Wie gesagt, knapp 500 Tiere, für die Rasse ein eher großer Betrieb. Tatsächlich wurde die haltungsform nie Zertifiziert. Je nachdem wären wir bei 2 Bis 4 rausbekommen.

ja, das wird ja auch in Agrar-Foren heiß diskutiert.
Die einen Tierhalter sagen, je früher getrennt wird, desto weniger Prägung = weniger Trennungsstress.
Die anderen sagen, dass sie ihren Kälbern wenigstens das bisschen "Mutterliebe" gönnen wollen. Wodurch die Trennung dann noch stressiger wird.
Das Argument kenne ich auch, ich vertraue da tatsächlich auf meinen Produktionsleiter und meiner Erfahrung. Und die sagt eben das die romantische Vorstellung der Mutterliebe entweder konsequent über Monate gelebt werden muss oder so früh wie möglich unterbunden wird. Alles dazwischen ist gegen das Tierwohl.

Normalerweise ist das ja extrem abhängig vom Marktpreis, den die Mäster für Kälbchen bezahlen.
Wenn ein Kalb nur ~10 Euro einbringt, ist ja sogar das Futter schnell teurer als der zu erzielende Preis.
https://vegpool.de/magazin/kaelbchen-preise-hintergruende.html
Oder wie habt ihr das gemacht, um davon unabhängig zu sein? Hattet Ihr Direktvermarktung?


Teils, teils. Es gibt bis heute 2 Hofläden und ein Restaurant in denen direkt die Produkte verkauft werden. Natürlich geht auch etwas über das Internet. Auch gute Restaurants beziehen von uns. Teils wurden aber auch Tiere verkauft. Das fängt bei Mästern an, also Kälber werden gekauft zu Großen Bullen und Färsen gefüttert und dann eben geschlachtet.

Weiterhin war für uns relativ günstig das wir mindestens 90% der Futtermittel im Umkreis von 5 km anbauen konnten. Damit rechnet es sich leichter Tiere groß zu ziehen.

Dass Jaenicke dort aufgetreten ist, hat bestimmt auch mit dem Buch zu tun. Gleichzeitig sind die Themen ja durchaus berechtigt, da die Gesellschaft solche Hintergründe, über die Jaenicke aufklärt, oft nicht kennt. Ohne das Wissen kann man aber auch keine fundierten Entscheidungen treffen.


Offensichtlich handelt es sich dabei nicht um fundierte Informationen. Das kann niemals auch nur annähernd flächendeckend recherchiert sein. Sonst hätte er niemals ehrlich solche Aussagen treffen können. Und dadurch sind wir bei der Lüge.
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11.12.2022
Zitat Claas650:
Wenn da jemand sagt das die Kälber alle in so einen Container geworfen werden, das ganze unwiedersprochen bleibt, werden auch alle folgenden Argumente unglaubwürdig.


Das war die Aussage von Sky du Mont, die man getrost als Laienkommentar einordnen kann. Das ändert aber nichts an den Aussagen von Jaenicke.

ich habe den Eindruck, dass viele Tierhalter sich jetzt auf die Aussage von Sky du Mont stürzen, um die Aussagen von Jaenicke in Misskredit zu ziehen oder davon abzulenken. Ständig ist die Rede von "Falschaussagen von Sky du Mont und Hannes Jaenicke", aber Jaenicke hat m.M.n. nichts falsches gesagt.

Diese strategische (und mittlerweile ja schon fast traditionelle) Shitstorm-Strategie finde ich unlauter. Der NDR hatte ja auch eine Art "Faktencheck" veröffentlicht, in dem es praktisch NUR um die Aussagen von Sky du Mont ging, aber nicht um die - total relevante - Kritik von Jaenicke. Das ist meiner Meinung nach tendenziöse Berichterstattung. Und ja, Agrarverbände hatten diesen Shitstorm koordiniert, um Einfluss zu nehmen.

Zitat Claas650:Übrigens heißt es Kalb, nicht Kälbchen.

Kälbchen ist korrekt. https://www.duden.de/rechtschreibung/Kaelbchen

Zitat Claas650:
Kälber werden in meiner Gegend generell nicht getötet. Natürlich werden sie irgendwann schlachtreif, im Erwachsenen Alter ist es dann soweit.


Entweder ist die Definition von "erwachsen" nicht dem, was man geläufig unter "Erwachsen" versteht, oder die Kälbchen lösen sich in Luft auf. Oder es ist nicht Milchindustrie, sondern Fleischproduktion. Kannst du das erklären?

Zitat Claas650:
Probleme mit den Klauen würde ich grundsätzlich bestätigen, allerdings ist das nichts krankhaftes.


Das ist wohl Definitionssache. Wenn Tiere lahmen, hat das m.M.n. durchaus Krankheitswert.


Zitat Claas650:
Grundsätzlich sind alle Mitarbeiter in Landwirtschaftlichen Betrieben gehalten Auffälligkeiten zu melden und seien es nur Kleinigkeiten. Es gibt immer jemanden der einen Blick hat.


mache Aussteiger sagen auch, als Tierhalter entwickelt man eine Betriebsblindheit, in der Missstände nicht mehr auffallen. Wie siehst du das?

Zitat Claas650:ich vertraue da tatsächlich auf meinen Produktionsleiter und meiner Erfahrung. Und die sagt eben das die romantische Vorstellung der Mutterliebe entweder konsequent über Monate gelebt werden muss oder so früh wie möglich unterbunden wird. Alles dazwischen ist gegen das Tierwohl.


für mich klingt der Hinweis auf "Kalb statt Kälbchen" und "romantische Vorstellung von Mutterliebe" so, als würdest du jede Gefühlsfähigkeit von Tieren abstreiten und würdest allergisch darauf reagieren, wenn man Kuh und Kalb so etwas wie Zuneigung zutraut. Ist das so?

Zitat Claas650:Das fängt bei Mästern an, also Kälber werden gekauft zu Großen Bullen und Färsen gefüttert und dann eben geschlachtet.


Was waren das denn für Rinder? Klingt für mich nicht nach (fleischarmen) Milch-Rassen...

Zitat Claas650:
Offensichtlich handelt es sich dabei nicht um fundierte Informationen.


Was dann ebenfalls zu erklären wäre. Reine Vorwürfe dieser Art sind ja auch nicht fundiert.

Zitat Claas650:
Das kann niemals auch nur annähernd flächendeckend recherchiert sein. Sonst hätte er niemals ehrlich solche Aussagen treffen können. Und dadurch sind wir bei der Lüge.


Und ich glaube nicht, dass Jaenicke behauptet, flächendeckend zutreffende Aussagen zu treffen.
Was aber durchaus eine starke Aussagekraft hat, sind aufgedeckte Skandale, aber auch Fachliteratur, Erfahrungsberichte und Kontakte aus der Milchwirtschaft selbst - und eben die Gesetze, die Dinge zulassen, bei denen man sich als Verbraucher die Augen reiben würde... und die (viele) Tierhalter (bewusst) geheim halten. Nicht dass jemand das "falsch versteht" (=> richtig versteht). :)
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11.12.2022
Hm, wenn von Tierrechtlern Undercovervideos auftauchen, in denen Tiere zweifelsfrei gequält werden, dann können Tierhalter zwei Dinge tun: Sie können alles abstreiten, behaupten, so etwas gäbe es grundsätzlich nicht und sie selbst wären sowieso nur die Guten... oder sie könnten sich dafür einsetzen, dass solche Praktiken aufgedeckt werden, die Tierquäler dauerhaft von Tieren ferngehalten werden und in den eigenen Betrieben für maximale Transparenz sorgen (z.B. sich dafür stark machen, dass es mindestens zweimal jährlich unangekündigte Kontrollen geben muss, vom Verband bezahlt).

Welche der zwei Varianten sehen wir in diesem Thread?

Lieber Kilian, ich fände es gut, wenn hier keinem einzigen Tierausbeuter eine Plattform gegeben wird. Selbst wenn sie zu den "besseren" Tierhaltern gehören, hat die Rechtfertigung von Tierausbeutung in einem proveganen Forum nichts verloren.
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11.12.2022
Ich finde Dialog sehr wichtig. Selbst wenn der jetzt hier vielleicht nicht direkt sichtbar weiter bringt, sind es aber doch die jeweiligen Argumente, die gelesen werden und wirken, entweder bei den direkt Beteiligten oder bei denen, die den Thread aus Interesse verfolgen. Gerade auch in einem veganen Forum ist das doch wichtig und der richtige Ort, finde ich!
Solange die Netiquette eingehalten wird, natürlich.
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