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DGE ändert Position zu veganer Ernährung

Erstellt 13.06.2024, von kilian. Kategorie: News & Aktuelles. Eine Antwort.

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DGE ändert Position zu veganer Ernährung
13.06.2024
Nach einer Neubewertung ist das Fazit nun deutlich freundlicher:
https://vegpool.de/news/dge-aendert-position-vegane-ernaehrung.html

Wurde aber auch Zeit!

Was denkt ihr dazu?

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vegetarisch70 PostsLevel 2
13.06.2024
Die Überarbeitung war lange angekündigt und die Änderungen sind ja auch keine Überraschung.
Vorsichtig bin ich bei der Interpretation des ganzen. Ich finde man sollte nicht den Fehler machen nun los zu rennen und zu sagen "siehst du! siehst du!". Für gesunde sich veganernährende Menschen ändert sich erstmal nichts.

Wichtig kann der Teil für Leute die umsteigen wollen sein, insbesondere die Hinweise auf kritische Mikronährstoffe.

Wirklich wichtig wäre es, wenn das ganze mal Einzug in Richtlinien fürs Gesundheitssystem enthält (Stichwort Kosten Bluttests um gesundheitliche Folgen von Mängeln zu verhindern), aber dies ist dann auch nicht mehr in der Zuständigkeit des DEG.

Die zwei Punkte die ich negativ finde, die DEG hat bisher immer relativ praxisnahe Empfehlungen ausgesprochen. Diese waren zwar nicht immer präzise oder neuester Stand gesicherter Wissenschaft. Aber sie waren im wesentlich für die Bevölkerung die sich weniger mit Ernährung beschäftigt (ich würde vermuten, dass dies auf die Mehrheit zutrifft) verständlich. Die Direktive war dabei auch nicht mit Angaben zu arbeiten die das Minimum abdecken, sondern mit großzügigen Puffern zu rechnen um einen Mangel (egal an was) zu verhindern und es möglichst einfach zu halten.
Mein Gefühl wäre, dass sich eine sinnvolle, langfristig gesundheitlich unbedenkliche vegane Ernährung nicht mit dieser "Einfachheit" vereinbaren lassen.
Es kann bei Verkürzung, und in dieser Welt leben wir nun mal einfach, dass niemand der es brauch tatsächlich die 26 Seiten und 132 Quellen des Positionspapiers lesen und verstehen wird. Die Verkürzungen darf nicht zu "vegan ist ganz einfach und für jeden" werden, sondern eher zu "vegan ist für viele möglich, aber nicht trivial". Ich möchte hier bewusst den großen Teil der Bevölkerung der eben nicht jung, mündig und ohne Vorerkrankungen ist nicht ausklammern.

Ein entscheidende Empfehlung im Positionspapier ist auch, dass eine vegane Ernährungsweise bei vulnerablen Gruppen von Fachkräften begleitet werden muss (/soll). Auch aus Mangel an diesen Fachkräften (damit meine ich nicht Blogger, Ernährungscoaches oder Kochbuchautoren) und Zugang zu diesen (auch finanzieller Art) ist vegan in Eigenregie für viele nicht sinnvoll.

Der zweite Punkt der mir nicht gefällt, ist, dass sich bestimmte Gruppen heraus selektieren werden, dass von einer veganen Ernährung von Säuglingen nicht mehr abgeraten wird und es damit ja okay sein muss.
Das ist aber nicht was gesagt wird, und auch nicht was ich persönlich für vertretbar halte. Kein Kind muss Tier gegen seinen Willen essen. In aller Regel sind Kinder in dem Alter wo sie das entscheiden aber auch soweit, dass man mit Ihnen Reden kann, dass sie Symptome schildern oder beobachten kann und dagegen etwas tun kann.
Bei Säuglingen ist dies alles nicht der Fall. Das Baby kann zwar schmecken (wer einem Baby mal bittere Medizin geben musste kennt den Unterschied zur Muttermilch), aber es kann keine Entscheidungen über ethisch oder gesundheitliche Folgen treffen. Es muss Vertrauen, dass die Eltern (oder Versorger) die beste Entscheidung treffen.

Es gibt schlicht keine Langzeitstudien für vegane Ernährung bei Säuglingen (kann es aus human-ethischen Gründen nicht geben). Und es gibt auch kein Recht auf ein gesundes Baby. Hier einem Säugling die eigene Entscheidung sich veganernähren zu wollen weiter zu geben, in einer Lebensphase wo wenn das Kind nicht gesund ist unser Gesundheitssystem bis heute noch sehr viel im Nebel suchen muss (es geht nicht um mal kurz Fieber). Babys haben Krebs. Babys haben Gendefekte. Babys haben Fehlbildungen. Viele Dinge, die man erst im Laufe der Zeit überhaupt bemerken wird.

Ich würde es mir nie anmaßen den Individuellen Eltern ihre kulinarische Entscheidungen. Aber ich wünsche mir, dass von unabhängigen Organisationen klar kommuniziert wird, dass dies nicht ist, was von der Natur für diesen Prozess eingerichtet wurde, es nicht erforscht ist und dass nur weil es für de Großteil gut gehen mag es nicht heißt, dass keine langfristigen Nachteile fürs Individuum entstehen.
Wir verstehen in meinen Augen noch viel zu wenig über den menschlichen Körper und insbesondere über neues Leben, als das wir ausgerechnet in der Lebensphase eingreifen sollten.

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