Vegane Eltern/ nicht vegane Kinder

Erstellt 22.02.2018, von Bilha. Kategorie: Allgemein vegan. 10 Antworten.

Vegane Eltern/ nicht vegane Kinder
22.02.2018
Hallo liebe Leute,
wir sind eine Familie mit 2 Kindern (10 und 13 Jahre) und essen zu Hause seit bald 2 Jahren pflanzlich. Außerhalb haben die Kinder schon immer gegessen was ihnen geschmeckt hat. Nun sind beide zunehmend unzufrieden mit dem Essen zu Hause.
Sie wünschen sich wenigstens ab und zu mal Fleisch, Salami auf die Pizza, Hackfleisch in die Tomatensoße. Das kann ich gut verstehen, kann mir gleichzeitig nicht (mehr) vorstellen Fleisch zu kochen.
Wie gehen andere Familien in ähnlicher Situation damit um? Gibt es hier positive Erfahrungsberichte dazu?
Freue mich über Tipps! Noch eine Anmerkung: Fleisch "Ersatz" wie Sojaschnetzel, JAckfruit in die Soße usw. haben wir natürlich ausprobiert, konnte die Kinder aber nicht überzeugen.
Danke vorab!
- Bilha -
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23.02.2018
...man kann Sojaschnetzel auch vorher mit Gemüsebrühe und Salz in kochendem Wasser einweichen und danach kräftig anbraten (bitte nicht dünsten!). Das ergibt die Röstaromen, um die es beim Geschmack von Fleisch geht. Das dann mit angebratenen Zwiebeln und Paprika (die man ruhig mal salzen darf!) in einen Topf geben, eine vegane Tartex "braune Soße" und einen kleinen Schuss veganen Rotwein hinzugeben, und schon schmeckt es den meisten Kids auch vegan. Dazu reicht man leckeren Reis, Kartoffeln oder auch Nudeln. Ach ja, Veganer dürfen auch würzen! :green:

Oder einen leckeren Salat mit einem Kräuterdressing anrichten. Dazu die Sojaschnetzel wie oben erwähnt lecker anbraten und auf den Salat dekorieren. Sehr würziges Essen, dass unseren Gästen Klein wie groß bisher immer geschmeckt hat.

Warum wird Salami gewünscht? Weil da und im Käse extrem viel Salz drin ist. Das fehlt natürlich, wenn vegan und weitgehend gesund - also weitgehend ungesalzen gekocht wird.


Also: Die Pizza ordentlich belegen, gut salzen und darüber entweder ein ordentlich mit Knoblauch versehenes Olivenöl daraufgeben oder mit ordentlich veganem Streu-Käse belegen.

Wenn es ihnen dann nicht schmecken sollte, ruhig mal fragen, worauf es ihnen eigentlich wirklich ankommt.

Ist das Thema allerdings erst mal als Machtthema vom familiären Pubertelbazillus befallen, dann kannst Du vermutlich kochen was und wie Du willst, sie werden immer unzufrieden sein. Da hilft dann möglicherweise nicht mehr Vegpool sondern ProFamilia...

Viel Glück und Erfolg - und den Kids: Guten Appetit.
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23.02.2018
Guten Morgen,

Deine Kids sind/kommen bald in pubertäre Alter. Da wird grundsätzlich alles in Frage gestellt, was die Eltern machen (und das ist auch gut so, auch wenn es elterliche Nerven kostet). Du wirst auf Dauer nicht dagegen angehen können, wenn Du Dich nicht komplett aufreiben willst. Ich würde meinen Kids erklären, dass es für Dich okay ist, wenn sie essen, was sie wollen, allerdings möchtest Du nichts fleischliches kochen. Mach ihnen den Vorschlag, dass sie sich gerne selbst etwas machen können oder aber außerhalb essen können, was sie wollen (ich habe schon gehört, dass manche vegane Schulbrote mit anderen Schülern getauscht wurden, weil eben die anderen das Essen total spannend finden :lol: ) Pizza lässt sich doch leicht abändern: Wir haben auch immer zwei Bleche, ein veganes und eines mit Salami und Schinken, da mein Mann auch nicht auf seine Wurst/sein Fleisch verzichten will.


Je mehr Du auf Deiner Position verharrst, desto größer wird der Widerstand.
1x bearbeitet

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23.02.2018
"Ich würde meinen Kids erklären, dass es für Dich okay ist, wenn sie essen, was sie wollen, allerdings möchtest Du nichts fleischliches kochen." :red:

Das wäre dann ganz sicher das völlig fatale Signal: "So ernst meine ich es mit meiner Haltung nicht. Im Grund ist mir egal, was Ihr macht..." Ebenso die zwei Backbleche usw. Für mich geht das geradewegs in die falsche Richtung!

Genau das (wie ernst ist es Dir mit Deinen Haltungen? Wie belastbar ist das unter Stress?) wird gerade von Kindern in der Pubertät ausgetestet - und richtig: Das ist gut so!


Deshalb habe ich in unserem Haushalt darauf bestanden, dass nix vom Tier auf den Tisch und in die Küche kommt. Und wer das nicht akzeptieren will, der isst wo immer er will, aber nicht bei uns im Haus. Das hat auch nichts mit demokratischen Entscheidungen innerhalb der Familie zu tun wie "Welchen Film gucken wir heute Abend?" Das sind grundsätzliche Entscheidungen die zu respektieren sind.

Hat natürlich zu Diskussionen geführt, aber mein Sohn hat respektiert, dass es bei uns so ist und findet meine Konsequenz inzwischen die wichtigste Erziehungsmaßnahme, die er sich gemerkt hat. Er lebt übrigens vegetarisch, da er meist bei seiner Mutter aufgewachsen ist, die das nicht so eng sehen wollte...


Aber es ist natürlich sehr schwer in einer Beziehung zu leben, wo meine Wünsche diesbezüglich vom Rest der Familie nicht respektiert werden. So würde ich das aber auch mit meinen Lieben besprechen. Und außer der geschmacklichen Konditionierung der Fleischesser hast Du die besseren Argumente auf Deiner Seite. Und wenn mein Partner und meine Kinder bereit wären, mich an dieser Frage "aufzureiben" würde ich für mich daraus als letzte Maßnahme genau aus diesem feindseligen Verhalten die Konsequenzen ziehen. Aber wenn es Dir nicht so wichtig ist, geht natürlich auch alles andere.
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23.02.2018
Zitat Vegbudsd:
Das wäre dann ganz sicher das völlig fatale Signal: "So ernst meine ich es mit meiner Haltung nicht. Im Grund ist mir egal, was Ihr macht..." Ebenso die zwei Backbleche usw. Für mich geht das geradewegs in die falsche Richtung!


Hast Du Kinder? Ich bin immer damit gut gefahren, ihnen ihren Willen (soweit vertretbar) zu lassen. Je mehr du auf veganer Ernährung oder auch alles andere verharrst, desto mehr "treibst" Du die genau in die andere Richtung - einfach aus Trotz. Meine haben in diesem Alter selbst entschieden, was sie essen wollten und hatten auch den einen oder anderen "Ausrutscher". Aber letztendlich essen sie heute (mit 20 und 22) die eine vegan mit großem Rohkostanteil und die andere vegan/vegetarisch und dass, obwohl mein Mann - wie gesagt - eine absolute fleischvertilgende Pflanze ist.
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23.02.2018
Hallo Dana, hättest Du nicht nur meinen ersten Satz gelesen, wärest Du möglicherweise auch über diesen gestolpert:

"Hat natürlich zu Diskussionen geführt, aber mein Sohn hat respektiert, dass es bei uns so ist und findet meine Konsequenz inzwischen die wichtigste Erziehungsmaßnahme, die er sich gemerkt hat."

Auch neigt er nicht sehr zu Trotz, vielleicht weil er eher auf Erklärungen Wert legt und ich ihm immer auch sofort oder bei Akutverboten später erklärt habe, weshalb so oder so entschieden wurde. Das wurde nach meiner Erinnerung immer akzeptiert - manchmal mit Murren, aber Trotz in der Form, dass er sich explizit gegen mich entschieden hätte nur weil ich eine Haltung intensiv vertreten habe, gab es nicht. Insbesondere dann nicht, wenn es um solche existenziellen Dinge wie vegane Ernährung ging.


Könnte mir auch heute nicht mehr vorstellen, mit einer/m Partner*in zu leben, die sich nicht vegan ernährt...

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24.02.2018
Zitat Vegbudsd:Hallo Dana, hättest Du nicht nur meinen ersten Satz gelesen, wärest Du möglicherweise auch über diesen gestolpert:



Danke für Deine Belehrungen!! Ich habe nicht nur Deinen ersten Satz gelesen, sondern schon alles. Dennoch sind in deinem Salmon diese zwei Worte an mir vorbei gegangen.
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24.02.2018
Hallo Dana,

gerne geschehen! :wink: :D

Schönes Wochenende! Und lass Dir durch meine Klugsch....ei nicht die Laune verderben!

p.s. was meinst Du mit Salmon?


Folgendes fand ich bei Wikipedia:
Salmon steht für:


Salmon (Automarke), britische Automarke


(29700) Salmon, Asteroid des Hauptgürtels


Salmo, Gattungsname der Forellen und Lachse


Salmonellen, eine Bakteriengattung


Salmon ist der Name folgender Orte:


Salmon (Idaho), Ort in den Vereinigten Staaten


Salmon (Texas), Ort in den Vereinigten Staaten


1x bearbeitet

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24.02.2018
Vielleicht wäre es angebracht, um es mit der Freundlichkeit hier im Forum nicht allzusehr zu übertreiben, eure Freundschaft privat weiter zu vertiefen, Dana und Vegbudsd :-P
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26.02.2018
Danke für eure Antworten!
2 verschiedene Positionen, denen ich beiden etwas abgewinnen kann.
Eins unserer Kinder fühlt sich sowieso ständig eingeschränkt, ihm würde ich nicht komplett verbieten wollen zu Hause etwas tierisches zu essen. Einfach weil ich weiß, das geht nach hinten los. Ich will die Kinder ja langfristig für eine pflanzliche Ernährung gewinnen, da heißt es klug sein.
Konsequent sein ist natürlich auch ein Faktor. Und MAchtkampf - eben nicht. Lieber freiwillig und es dauert noch etwas, bis die Einsicht kommt.
Der GEdanke mit dem Salz war mir neu, also dass rein das Salz den Geschmack interessant macht, für die Kinder. Hm, werde ich mal testen.

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