Vegan & Omni Freunde

Erstellt 23.08.2021, von ItsaMeLisa. Kategorie: Allgemein vegan. 41 Antworten.

02.09.2021
"Fakten" bedürfen der Interpretation und so sind Fakten häufig auch oder nur Meinungen.

Beispiel:
80 % der ESt wird von 20 % der Steuerpflichtigen bezahlt.

1. da sieht man wie ungleich das Einkommen verteilt und wie ungerecht der Kapitalismus ist
2. da sieht man wie ungleich der Staat belastet und eine Mehrheit auf Kosten einer Minderheit lebt.

Beide Meinungen, die tatsächlich vertreten werden, basieren auf dem gleichen Faktum.
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02.09.2021
Zitat Bochumer:Gut. Bei mir ist es zB anders. Wegen mir kann jmd leben wie er will. Bei der Ernährung, im Liebesleben, beim Glauben…


Nur warum muss er es mir erzählen und zum Thema machen?


Nehmen wir mal, um es mit ein wenig Abstand zu betrachten die Religion.


Ich bin nicht getauft und habe auch kein Interesse daran. Ob mein Gegenüber Zeuge, evangelisch, katholisch, moslem ist, mir doch egal.
Aber sobald Bemerkungen kommen, wie ich denn so leben kann, finde ich es weniger geil. Und da sind eher Zeugen und moslems mit dabei, so kommt es mir auf jeden Fall vor.


Und das erzeugt schon eine innere Abwehrhaltung, worauf dann auch Anspielungen aufbauen können.


Das soll jetzt nicht heißen das es richtig ist, aber solange man (zumindest ich) den Eindruck mit Erfahrungen verknüpft, ist es halt so das es eine innere Abwehrhaltung gibt.


Ich habe das Gefühl, dass du meine Erfahrungen und Texte missverstehst? Wie ich bereits geschrieben habe bin nicht ich diejenige, die diese ermüdenden Diskussionen anfängt. Aktiv versuche ich das nicht anzusprechen, aber dann kommt ganz oft irgendwas von der anderen Seite, obwohl ich das in keinster Weise angestoßen hab.
Und ich finde deinen Vergleich sehr interessant, da du dort genau so argumentierst, wie es eben oft Leute tun, die gegen den Veganismus reden.
"Leben und leben lassen. Aber wenn mich jemand darauf anspricht, gehe ich in Abwehrhaltung. Und ich bin ja nicht voreingenommen, aber mir fällt da zufällig genau diese eine Gruppierung ein, von denen ich mich offenbar unbewusst angegriffen fühle, selbst wenn ich da vielleicht nur mal von einer einzigen Person einen blöden Kommentar zu hören bekommen hab".


Ich finde, wenn man so eine Gedankenstruktur hat, sollte man mal in sich selbst gehen und fragen, warum man so ablehnend gegenüber anderen Sicht- und Handlungsweisen ist. Ich würde mich nicht mal als unschuldig bezeichnen und hatte früher auch eine sehr stark ablehnende Haltung, bis ich dann aus meinem durch Hass und Intoleranz geprägten Umfeld rausgekommen bin und gemerkt habe, dass das eine sozialisierte und negative Denkweise ist, die ich nicht länger haben möchte. :-)


Zitat Penelope:"Fakten" bedürfen der Interpretation und so sind Fakten häufig auch oder nur Meinungen.


Das ist nicht gänzlich korrekt. Allein wenn es um die Gesinnung geht gibt es ja die Moral, welche nur auf gesellschaftlich anerkannten Meinungen basiert und die Ethik, welche objektiv wissenschaftliche Fakten betont.
Moralisch wäre es zu sagen, dass man vegan ist, weil einem die Tiere leid tun und man Empathie empfindet.
Ethisch wäre es zu argumentieren, dass Tiere wissenschaftlich bewiesen zu Empfindungen wie Schmerzen und Freude fähig sind und sogar komplexe soziale Gruppendynamiken haben.


Was Sunjo sicherlich meint sind die vielen objektiv gültigen Fakten, die für den Veganismus sprechen.
Beispielhaft wären hier, dass die tierische Lebensmittelindustrie nachweislich umweltschädigend ist, mehrere tierische Lebensmittel als hochgradig krebserregend oder anderweitig gesundheitlich beeinträchtigend eingestuft werden und dass die Tiere in dieser Industrie leiden und am Ende teils nicht mal einen schmerzlosen Tod erfahren, da die Betäubungsmethoden oftmals unzureichend sind. Und das sind nun mal Fakten, die durch Videoaufnahmen, Zeugenaussagen, Mediziner, Umweltexperten etc. nachweisbar und nicht sinnvoll anderweitig interpretierbar sind.
Ich will da jetzt aber auch nicht weiter drauf eingehen, da es in diesem Thread über die Freundschaft von Veganern mit Omnis gehen soll und es sicherlich genug andere Threads gibt, in denen es eine Grunddiskussion über die Interpretation von Fakten gibt. :wink:
2x bearbeitet

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28.11.2021
Ich muss hier mal wieder einen Beitrag schreiben, da ich merke, dass es schon wieder einige Situationen gab, die mich echt nerven und ich nicht weiß wohin mit meinem Frust. :x

Bei einer Freundin habe ich in letzter Zeit das Gefühl, dass sie mich irgendwie provozieren will. Ständig, wenn es ums Essen geht, schwärmt sie pausenlos von Käse. Als wir zusammen auf dem Weihnachtsmarkt waren und wir am gefühlt fünften Stand mit Fleisch am Spieß vorbeikamen meinte ich (hauptsächlich zu mir selbst) "Wow, noch mehr totes Tier am Spieß", worauf sie entgegnete "Lebend wäre das schließlich schwieriger. Ich ess nicht so gern lebendes Tier. Haha". Das klingt zwar harmlos, aber im Grunde hat sie mit ihrem Witz das entkräften wollen, was ich damit meinte, nämlich dass es für mich ein Problem ist, dass es überhaupt so viel Fleisch dort gibt. Und schlussendlich musste sie noch ihren Triumph mit mir teilen, dass sie ihre Eltern dazu gebracht hat für den 1. Advent Ente zuzubereiten. Ich habe da auch 0 drauf reagiert, weil ich weiß, dass es eh nichts bringt. Aber direkt danach kam wieder die Rechtfertigung "Ist auch Bio und vom Bauern um die Ecke", so als ob eine gute Haltung den Tod rechtfertigen würde. Ich kanns nicht mehr hören. :x

Und auch eine andere gute Freundin von mir, die mir eigentlich vor 1-2 Monaten sagte, dass sie am liebsten vegetarisch leben würde, aber das nicht ginge, da ihr Stiefvater einen Metzgerbetrieb leitet und sie noch dort wohnt, scheint immer mehr in die andere Richtung abzudriften. Vorher hieß es immer "Ich brauche ja gar kein Fleisch und ess gerne ohne.", und plötzlich isst sie fast 500 Gramm Fleisch in einem Steakhaus und als ich es an meinem Geburtstag einfach halten wollte und statt Pizza selbst zuzubereiten wir einfach welche bestellt haben, meinte sie so "Ist es ok für dich, wenn ich eine mit Fleisch bestelle?". Weil ich keinen Streit wollte habe ich es erlaubt, aber es hat mich innerlich echt wütend gemacht. Einerseits hab ich mir selbst die Schuld gegeben, da sie ja nur vegane Optionen gehabt hätte, wenn ich es Do-it-yourself gemacht hätte, aber andererseits kann ich auch nicht permanent für andere Leute Entscheidungen treffen und ich hätte mir gewünscht, dass sie von sich aus wenigstens etwas Fleischloses bestellt und nicht ständig das Gegenteil von dem tun würde, was sie so erzählt.


Mich macht das teilweise schon echt fertig und ich weiß, dass ich da etwas nachsichtig sein sollte, da das Leute sind, die ich vor meiner Veränderung kennen gelernt habe und da dementsprechend noch etwas anders drauf war. Aber es frustriert mich ungemein, dass es gefühlt nur 2 Modi gibt: Entweder bin ich zurückhaltend und mein Veganismus wird nicht ernst genommen "Da ist aber Butter drin, würdest du es trotzdem essen?" oder ich mache meinen Standpunkt klar und werde als aggressiv wahrgenommen. Ein Zwischending gibt's irgendwie nicht.


Leider fällt es mir aktuell echt schwer vegane Leute aus meiner Umgebung kennenzulernen, da bei VegCo.eu nicht sehr viel los ist und auch auf der Veggly-App kriege ich entweder keine Matches oder irgendwann wird mir nicht mehr zurückgeschrieben. :-/
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29.11.2021
Oh Mann…
Das ist echt ätzend. Und ich kann deinen Frust und deine Wut soooooo gut verstehen. 🤬 da fragt sich manchmal, was man sich für Freunde ausgesucht hat, die man glaubt, jahrelang zu kennen.


Kann es vielleicht sein, dass die Sticheleien von deiner Freundin unbewusst kommen, weil sie dich im Grunde genommen beneidet für deine vegane Lebensweise? Du hast ja geschrieben, dass sie selber gerne vegetarisch leben würde. Ich kann mir vorstellen, dass sich der Gedanke bei ihr manifestiert hat, dass ihr das verschlossen bleiben wird aufgrund der Metzgerei ihres Vaters. Also versucht sie, auf ihre schräge Art und Weise damit umzugehen?
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29.11.2021
@ItsaMeLisa Au weia, ganz schwierige Situation, die da läuft. Du bist selbst in der glücklichen Lage, Deine eigene Entscheidung, vegan zu leben, frei und ohne große Gegenwehr getroffen zu haben.

Das gelingt Deiner Freundin möglicherweise nicht so gut. Sie kommt vielleicht, obwohl sie evtl. lieber Deinem Beispiel colgen und selbst vegan leben möchte, scheut sie (erfahrungsgemäß nicht zu Unrecht) den für sie dann unausweichlichen Konflikt in der eigenen Familie, was zu Verlustangst ("wenn Du nicht weiter bist, wie wir wollen, werfen wir Dich aus dem Nest, und dann verhungerst Du!") führt. Den so klar bewusst zu erkennen ist nicht so leicht, was dazu führen kann, dass sie lieber den Konflikt mit Dir sucht, statt mit ihrer Familie.
Kann mir vorstellen, dass sie über Dich und Deine Lebensweise zu Bause berichtet hat und anstatt Verständnis und Wohlwollen das Vegenteil bekommen hat.


Mit wem kann sie jetzt darüber reden? Sie will ihre Familie nicht verlieren, deshalb versucht sie scheinbar, sich von der veganen Lebensweise durch die Sticheleien und andere seltsam scheinende Verhalten zu distanzieren, ohne aber Eure Freundschaft insgesamt in Frage zu stellen.
Ihr könnt vielleicht bei passender Gelegenheit ein Gespräch darüber führen, sodass ihr beide mit der Situation klar kommt. Viel Erfolg!
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29.11.2021
Oh man, sowas nervt. Ich kenne auch so einige die dann sagen, guck mal wie lecker dieser in ei Paniertr Käse ist, probier doch einfach mal ein Stück. Mittlerweile finde ich den Gedanken schon eklig, wenn mir ein Ersatzprodukt zu echt schmeckt, kann ich es nicht essen :lol:
Und zu der Freundin, die Vegetarierin werden möchte, ich hatte auch schon mal vor ca zwei Jahren den Versuch gestartet Vegan oder wenigstens vegetarisch zu werden. Ich hab mich damals nicht getraut dazu zu stehen, nicht mal bei meinem Mann und der Versuch ging dann unter. Vielleicht (oder hoffentlich) braucht sie nur den richtigen Klick Moment und sie kann dazu stehen. Ich habe irgendwie nach dem Versuch, noch mehr Tierische Produkte gegessen, als vorher.
Jetzt kann ich zum Glück offen dazu stehen.

Und ich persönlich finde auch keine Veganen Leute, ist echt nicht so leicht :-(
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30.11.2021
So wie du das beschreibst, finde ich die beiden nicht wirklich gute Freundinnen. Ich habe alles mögliche Verständnis für dieses stichelnde Verhalten, wenn es aus der Familie kommt, deren Mitglieder man sich nicht aussucht oder KollegInnen, mit denen man zu tun hat, ohne menschlich zueinander passen zu müssen, aber Freundschaften sind doch ein freiwilliger Prozess- dazu gehört Mitgefühl in beide Richtungen.


Wohlwollend vermute ich vielleicht, dass die sich nicht vorstellen können, wie sehr sie dich verletzen. Daher solltest du das mal in einer ruhigen Situation (außerhalb eines Essens) ansprechen: Du kannst ja sagen, wie schwierig es für dich im Allgemeinen ist und dass es sehr ermüdend ist, dauernd Kommentare zu hören, auch wenn sie sogar witzig sind. Man ist eben Außenseiter, zwar freiwillig, aber mit allen Nachteilen. Daher fändest du es toll, wenn du wenigstens im engen Freundeskreis sein kannst wie du möchtest, und dabei eine Pause von all den Kommentaren haben könntest. Jeder isst seins und vielleicht erstmal ganz ohne darüber zu reden.
Du kannst denen allerdings auch nicht vorschreiben, was die zu essen haben. Wenn sie spüren, dass du sie wegen ihres eigenes Essens eigentlich ablehnst, dann haben sie ja in gewisser Weise recht damit, wenn sie sich diffus angegriffen fühlen.


Wenn jeder was bestellen kann, dann müsste ja klar sein, dass dann auch freie Wahl besteht. Und wenn jemand fragt, ob es stört, wenn sie Fleisch bestellt, so kannst du das nicht wirklich verbieten. Aber man kann sagen: „Stören nicht, aber wenn du an meinem Geburtstag vegetarisch bestellen würdest, dann würdest du mir eine ganz besondere Freude machen.“
Oder zu der, die von Käse schwärmt, könnte ich sagen (weil ich selber Käseliebhaberin war): „Weißt du, ich mochte Käse immer sehr gern. Ich habe mich entschlossen, darauf zu verzichten, und es ist für mich sehr anstrengend, immer wieder so aktiv darauf gestoßen zu werden. Wir beide teilen so viel, es muss doch nicht gerade der Käse sein, über den du dich mit mir aussprechen musst. Es gibt mir jedes Mal einen Stich, den ich dir zuliebe aushalte. Aber ich würde mich freuen, wenn du das nicht mehr so oft machen würdest“.


Irgendwie so. Ohne Vorwurf. Sobald du von oben herab ankommst, werden sie abblocken- das hilft nie. Wenn sie aber dann noch immer so weitermachen, dann würde ich diese Freundschaft als abgekühlt hinnehmen- dann habt ihr euch einfach auseinander entwickelt.



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30.11.2021
Zitat Katzenmami:Kann es vielleicht sein, dass die Sticheleien von deiner Freundin unbewusst kommen, weil sie dich im Grunde genommen beneidet für deine vegane Lebensweise? Du hast ja geschrieben, dass sie selber gerne vegetarisch leben würde. Ich kann mir vorstellen, dass sich der Gedanke bei ihr manifestiert hat, dass ihr das verschlossen bleiben wird aufgrund der Metzgerei ihres Vaters. Also versucht sie, auf ihre schräge Art und Weise damit umzugehen?

Ich glaub einige haben da ein bisschen was verwechselt. Das sind zwei verschiedene Freundinnen. Die, bei der der Vater Metzger ist, die stichelt nicht, aber isst in letzter Zeit immer öfter Fleisch, obwohl sie vegetarisch sein will. Die stichelnde Freundin ist die selbe, wie in meinem ersten Post in diesem Thread, die irgendwie aggressiv gegenüber Vegan ist, aber auf der anderen Seite zumindest behauptet, dass sie mehr durch Alternativen ersetzten will. :-/
Zitat Vegbudsd:Das gelingt Deiner Freundin möglicherweise nicht so gut. Sie kommt vielleicht, obwohl sie evtl. lieber Deinem Beispiel colgen und selbst vegan leben möchte, scheut sie (erfahrungsgemäß nicht zu Unrecht) den für sie dann unausweichlichen Konflikt in der eigenen Familie, was zu Verlustangst ("wenn Du nicht weiter bist, wie wir wollen, werfen wir Dich aus dem Nest, und dann verhungerst Du!") führt. Den so klar bewusst zu erkennen ist nicht so leicht, was dazu führen kann, dass sie lieber den Konflikt mit Dir sucht, statt mit ihrer Familie.

Ja, das ist auch der Grund, warum sie es allgemein nicht schafft, komplett ohne Fleisch zu leben. Sie hat schon mehrmals erzählt, dass ihr Stiefvater durchrehen würde, da weniger Fleischesser ja weniger Umsatz für ihn bedeuten. :rolleyes:
Nur, dass sie in letzter Zeit auch öfter Fleisch außerhalb ihres Zuhauses isst und sogar bei mir, obwohl sie genau weiß, dass es maximal vegetarisch geworden wäre, wenn wir die Pizza DIY gemacht hätten, statt zu bestellen, das hat mich irgendwie doch sehr geärgert.
Zitat Kilalakiryu:Vielleicht (oder hoffentlich) braucht sie nur den richtigen Klick Moment und sie kann dazu stehen.

Diese Hoffnung hab ich halt schon bei einigen Freunden, da es mir auch zeigen würde, dass ich mich doch nicht mit Leuten angefreundet habe, die komplett andere Moralvorstellungen haben. Es macht mich irgendwie traurig, dass es durch meine Änderung zum Veganismus jetzt so viel Konfliktpotenzial gibt und ich teilweise meine Freundschaften überdenke, da es mich echt auslaugt mich ständig erklären zu müssen und so oft nicht mal auf positive Neugier treffe, sondern einfach nur Abwehr. Mag sein, dass bei diesen Personen es auch irgendwann Klick macht, aber ich habe ehrlich gesagt keine Lust bis dahin den Abwehrmechanismen ihrer kognitiven Dissonanz ausgesetzt zu sein und immer nur Hass abzubekommen. :-(
Zitat Ef70:So wie du das beschreibst, finde ich die beiden nicht wirklich gute Freundinnen. Ich habe alles mögliche Verständnis für dieses stichelnde Verhalten, wenn es aus der Familie kommt, deren Mitglieder man sich nicht aussucht oder KollegInnen, mit denen man zu tun hat, ohne menschlich zueinander passen zu müssen, aber Freundschaften sind doch ein freiwilliger Prozess- dazu gehört Mitgefühl in beide Richtungen.

Danke für die tollen Ratschläge. :heart:
Ich versuche meist schon mein Bestes, habe es mir abgewöhnt in den meisten Fällen überhaupt was zu sagen und versuche es auch wirklich nicht von oben herab. Meistens versuche ich auch das Thema Essen nicht anzuschneiden, aber das ist fast unmöglich, da es etwas so Alltägliches ist und man da gefühlt einfach drüber redet, ohne groß darüber nachzudenken. Zumindest die Anderen.
Ich bin nur oft sehr negativ davon überrascht, dass ich ein extrem mitfühlender und rücksichtsvoller Mensch bin und mir nicht dasselbe Maß entgegen gebracht wird. Wenn jemand z.B. aus Prinzip keinen Alkohol trinkt und wir nur zu zweit sind, dann habe ich bisher noch nie welchen getrunken, selbst, wenn ich gekonnt/gedurft hätte. Ich finde es einfach anständig sich dann da anzupassen. Und wenn dann jemand in meinen 4 Wänden und von meinem Geld unbedingt Fleisch bestellen will, obwohl sie genau weiß, dass ich aus moralischen Gründen vegan bin, finde ich das irgendwo unempathisch. Es ist auch nicht so, als ob Domino's nicht genug vegetarische Pizzen zur Auswahl hat. :-/
Aber du hast Recht, ich muss mit einigen glaube ich mal das Gespräch suchen und ihnen klar machen, dass mich ihr Verhalten verletzt. Eventuell ist ihnen das gar nicht so bewusst.


Um das Ganze mit einer etwas positiven Note zu beenden: Auch, wenn ich teilweise Sticheleien oder unempatischem Verhalten ausgesetzt bin, habe ich teilweise bei genau diesen Leuten schon eine leichte Veränderung bewirkt. Fast keiner meiner Freunde trinkt mehr Kuhmilch. :clap:
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01.12.2021
Zitat ItsaMeLisa:
Es ist einfach so frustrierend, wenn man merkt, dass Leute, mit denen man schon relativ lange befreundet ist, so extrem andere Moralvorstellungen haben als man selbst.

DAS ist bei mir immer und immer wieder mit einer ganz besonderen Freundin ein Thema. Ein leidvolles für mich. Denn es ist meine beste Freundin, mit der ich in baldiger Zukunft 40jähriges habe. Unfassbar in der heutigen Zeit. Sie ist so grundlieb, so ehrlich, so hilfsbereit. Wie gesagt - fast 40 Jahre innige Freundschaft, aber ihre Einstellung zum Thema vegan ist unterirdisch. Sie greift mich nicht an, lästert und mobbt auch nicht, aber sie fühlt sich von dem ganzen Thema vegan "bedrängt" durch die Tatsache, dass es DA ist. Unglaublich eigentlich.
Da sagt sie die Tage zu mir, dass sie es schon sehr anstrengend findet, beim Einkaufen nicht ständig vegane Produkte in die Hand zu kriegen. :oo
Ich habe sie gefragt, wie sie das meint.
Ja sagte sie, ich sehe was, was lecker ist, oder was ich brauche und was sehe ich? Das Veganzeichen. Schlimm. Man kann nichts mehr kaufen, was nicht vegan ist.
Ich habe ihr gesagt, dass vegane Lebensmittel doch nicht schlechter sind. Sie kann doch einen Saft oder Brot kaufen oder was auch immer, auch wenn da die Veganblume drauf ist. Aber sie nervt das, weil sie es als Zwang empfindet, sie glaubt, es würde ihr aufgedrängt. Sie möchte nicht vegan sein oder leben und folglich auch keine veganen Produkte kaufen.
Ja, sagte ich zu ihr. Jede Gurke oder Tomate oder Erdbeere oder was auch immer in dieser Richtung ist doch von Natur aus vegan. Da wusste sie dann nichts mehr drauf zu sagen.
Sie geht einfach total in Gegenwehr. Sie fühlt sich definitiv allein von den veganen Artikeln in den Regalen bedrängt.
Und ich habe mich ihr nie aufgezwungen. Habe das Thema nie zwischen uns zum Thema gemacht. Habe sie nie bekehren wollen. Im Gegenteil. Sie argumentierte von Beginn an gegen die vegane Ernährung mit ihrem "Wissen".


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01.12.2021
Dieses, dass überall vegan drauf steht nervt, ist so übertrieben, bei der Arbeit von meinem Mann wollten ein paar keine Spaghetti mit Tomatensauce essen, weil da Vegan bei stand. Mein Mann meinte dann zu denen, ja, ich esse auch am liebsten unvegane Äpfel, die haben ihm sogar zu gestimmt, also mein Mann ist nicht Vegan, aber recht offen dafür.
Und er sagt er findet es gut, dass bei sovielen Sachen Vegan drauf steht, er hat keine Ahnung vom Zutaten listen lesen und so ist es halt für jemanden der keine wirkliche Ahnung davon hat einfacher
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