Vegan & Omni Freunde

Erstellt 23.08.2021, von ItsaMeLisa. Kategorie: Allgemein vegan. 56 Antworten.

Vegan & Omni Freunde
23.08.2021
Wie bereits in anderen Threads zu erkennen ist, kennen hier viele die Situation, wenn die Freunde nicht vegan sind und komische Dinge von sich geben.
Da ich versuche mich nicht permanent zu streiten, kommentiere ich viele Sachen gar nicht mehr, aber sie schweben mir dann immer noch im Kopf rum. Deshalb dachte ich, schreibe ich hier mal nieder, damit ich es aus dem Kopf hab und ihr vielleicht was zu schmunzeln (oder ärgern, je nachdem). :lol:
[Dieser Thread kann gern als Sammelbecken genutzt werden, sodass andere auch ihre Erfahrungen und Sprüche schreiben können]
__

Die Tage habe ich mich mit einer Freundin getroffen und sie fing dann plötzlich mit dem Diskutieren an:
Sie: "Ich habe jetzt herausgefunden, dass ich einige Bohnensorten nicht so gut vertrage. Aber ich finde irgendwie nur vegane Rezepte mit Bohnen. Wo soll ich auch sonst Eiweiß und so herbekommen? Und Proteine? Jedenfalls kann ich diese Rezepte nicht machen, da ich Bohnen wohl nicht vertrage."
Ich: "Niemand zwingt dich dazu Bohnen zu essen. Man kann auch anders alle Nährstoffe zuführen."
Sie: "Aber ich will mir das dann nicht künstlich zuführen müssen. Das mach ich sicher nicht!" :rolleyes:
Ich: "Das hat doch keiner verlangt. Aber nur wegen Bohnen die vegane Ernährung gleich schlecht zu reden ist ziemlich übertrieben. Du weißt, dass ich das aus moralischen Gründen mache und es mich nervt, mit solchen Kleinligkeiten Tierleid zu entschuldigen."
Sie: "Ja, ich weiß. Ich kann es nicht leiden, dass Veganer immer solche Moralapostel sein müssen und sich moralisch überlegen fühlen. Das kann ich gar nicht ab!"
- kurzes Schweigen -
Ich: "Ich koche fast nie mit Bohnen..."
Sie: "Gut! Ich wollte nämlich fragen, ob du mir ein paar vegane Rezepte ohne Bohnen schicken könntest. Das war alles was ich wollte! Aber du musst wieder gleich abwehren und rummeckern, obwohl ich dir dazu gar keinen Grund gegeben hab."
Ich: "Sorry, aber du hättest doch ganz normal fragen können, ob ich dir Rezepte schicken kann? Stattdessen beschwerst du dich die ganze Zeit und kommst negativ rüber."
Sie: "Ich sag doch du fühlst dich gleich angegriffen. Ich wollte nur Rezepte."

Einerseits bin ich positiv gestimmt, da ich sie innerhalb des letzten Jahres schon sehr zur Veränderung angeregt habe, da sie immer mehr auf Fleisch verzichtet, Ersatzprodukte testet und fast nur noch Hafermilch trinkt. Aber manchmal kommt in ihr immer noch dieses Abwehr-Verhalten hoch, selbst, wenn man es nicht "provoziert".
Ich will ihr da auch gar nicht böse sein, da ich ja die positive Entwicklung sehe, aber als wir nach 10 Minuten Diskussion endlich zum Kern kamen und sie eigentlich nach Rezepten fragen wollte, war ich irgendwie ausgelaugt und verwirrt, warum sie nicht einfach gesagt hat: "Hey Lisa, ich vertrage offenbar Bohnen nicht so. Hast du vegane Rezepte ohne Bohnen für mich?"
Das hätte uns sehr viel Zeit und Stress erspart. :lol:
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27.08.2021
Ist aber irgendwie auch eine typische Unterhaltung zwischen dem Veganen/vegetarischen Lager und "Allesverzehrern". So oder ähnlich haben das bestimmt schon alle hier mitgemacht.
Ich versuche immer so wenig belehrend wie möglich zu wirken, ich denke (zumindest ist das meine Meinung), dass die sanfte Schulung mehr bewirkt als die Dampfhammermethode. Insbesondere, weil das Gegenüber - wie ja auch in deinem Fall - schon von Grund auf kämpferisch eingestellt ist.
Man hat sich ja auch vorher schon bestimmt mit anderen über dich und deine Lebensweise unterhalten.
Deine Freundin hat dann bestimmt von Dritten auch solche Sachen gehört wie "das kann doch nicht gesund sein..... Meint die, sie wäre ein besserer Mensch.... usw."
Also kam sie vielleicht schon entsprechend "geimpft" zu euerm Treffen.

Bleib, wie du bist. Akzeptiere auch die Meinungen anderer. Meine Erfahrungen sind, dass man die (interessierten) Menschen mit lockerer Art eher zu einem Lebenswandel in Richtung "V" bekommt.

Aber wie geschrieben, alles nur meine Meinung...
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27.08.2021
Es ist wohl echt schwer, nicht belehrend zu wirken, weil eben meistens die selben Argumente kommen, die wir schon lange kennen und auch zu beantworten wissen. Aber trotzdem will man nicht immer derjenige sein im Freundeskreis, der die Diskussion wieder in Gang bringt. :/
Ich hab tatsächlich von meinem besten Freund letztens ein Argument gehört, mit dem ich nicht gerechnet hätte. Wir sind do auf das Thema gekommen und ich hab mit ihm darüber geredet, was in so Dokus passiert ist, die ich mir angeschaut habe (könnt ihr euch ja sicherlich denken :-( ). Wollte halt mit ihm reden, weil mich dass echt mitgenommen hat und er hat auch voll Verständis gezeigt, meinte dann aber, er sei vermutlich einfach nicht so empathisch. Da war ich tatsächlich erstmal sprachlos :/
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31.08.2021
Zitat tomx:Deine Freundin hat dann bestimmt von Dritten auch solche Sachen gehört wie "das kann doch nicht gesund sein..... Meint die, sie wäre ein besserer Mensch.... usw."
Also kam sie vielleicht schon entsprechend "geimpft" zu euerm Treffen.

Bleib, wie du bist. Akzeptiere auch die Meinungen anderer. Meine Erfahrungen sind, dass man die (interessierten) Menschen mit lockerer Art eher zu einem Lebenswandel in Richtung "V" bekommt.

Aber wie geschrieben, alles nur meine Meinung...


Ja, kann ich auch nachvollziehen. Ich versuche das auch mittlerweile lockerer anzugehen und verkneife mir schon wirklich sehr viel. Als sie mir aber mal erzählte, dass sie ja nur sehr selten mal Geflügel isst und Schwein so gar nicht, während sie Frühstücksspeck auf den Raclette-Grill legte, konnte ich aber echt nicht anders als sie darauf hinzuweisen. :lol: Ihre Antwort "Ja, das ist eine Ausnahme".
Es nervt mich insgesamt sehr, dass, auch wenn ich nicht darüber rede, sie immer von selbst anfängt sich zu verteidigen. Ist nichts neues, ich weiß, aber es nervt einfach. Ich frage mich nur, wann ihr dann selbst mal auffällt, dass das davon kommt, dass sie offensichtlich eine kognitive Dissonanz verspürt und sich evtl. noch mehr so ernährt, dass es zu ihrer mentalen Gesinnung passt. Bei mir hat es halt auch Jahre gebraucht, weshalb ich sie auf keinen Fall drängen will.

Zitat Suppengruen:Es ist wohl echt schwer, nicht belehrend zu wirken, weil eben meistens die selben Argumente kommen, die wir schon lange kennen und auch zu beantworten wissen. Aber trotzdem will man nicht immer derjenige sein im Freundeskreis, der die Diskussion wieder in Gang bringt. :/
Ich hab tatsächlich von meinem besten Freund letztens ein Argument gehört, mit dem ich nicht gerechnet hätte. Wir sind do auf das Thema gekommen und ich hab mit ihm darüber geredet, was in so Dokus passiert ist, die ich mir angeschaut habe (könnt ihr euch ja sicherlich denken :-( ). Wollte halt mit ihm reden, weil mich dass echt mitgenommen hat und er hat auch voll Verständis gezeigt, meinte dann aber, er sei vermutlich einfach nicht so empathisch. Da war ich tatsächlich erstmal sprachlos :/


Ja, das mit der Empahtie habe ich auch schon von meinem Vater gehört. Es hat mich sehr irritiert, aber soo überrascht war ich nicht. Wer nicht mal empathisch mit seiner eigenen Familie umgeht wird wohl sicher kein Mitgefühlt mit "niederen Nutztieren, die zum essen da sind" haben. :-/

_______

Letztens habe ich mich mit zwei Freundinnen getroffen. Eine ganze Zeit lang ging es um Insekten, also "Eindringlinge" und ich kann die Gesinnung der einen Freundin nicht nachvollziehen. Sie hat belustigt davon erzählt wie sie alles mögliche Kleintier umbringt, selbst Motten, weil sie keine Lust hat sie rauszutragen und "sie keine Miete zahlen, also verdienen sie es nicht anders". Es kamen noch mehrfach Witze darüber, dass das ihr Reich sei und sie macht was sie will. (Sie fängt Mäuse auch mit normalen Fallen)
Später haben die beiden über ein Videospiel gesprochen, was sie spielen und die selbe Freundin hat wieder davon erzählt, wie viele Füchse und anderes Wildtier sie in dem Spiel jagt und tötet. Da dreht sie sich lachend zu mir um und sagt "Sorry, falls das für dich unangenehem ist."
Mittlerweile bin ich (eigentlich) echt gechillt, aber da ist mir dann die Hutschnur geplatzt und ich habe sie gefragt, ob das jetzt ihr ernst sei, dass sie sich über das Töten von Insekten lustig macht, aber sich beim Töten von Tieren in einem Videospiel meint bei mir entschuldigen zu müssen. :wallbang:
Das ist dann natürlich wieder in einer Diskussion ausgeartet und besagte Freundin hat irgendwann geschwiegen, weil sie nichts Sinnvolles beizutragen hatte und ihr klar war, dass sie diese ganzen Standard-Argumente schonmal früher gebracht hat. Wenigstens war die zweite Freundin an meinen Ausführungen zu dem Thema interessiert und hat mir aktiv Fragen gestellt, die nicht provozieren sollen.

Es ist einfach so frustrierend, wenn man merkt, dass Leute, mit denen man schon relativ lange befreundet ist, so extrem andere Moralvorstellungen haben als man selbst. Und selbst, wenn ich versuche das Thema zu umgehen und wenn möglich schon gar nicht mehr über Essen oder Tiere zu sprechen, kommt so ein Thema zwangsläufig immer wieder auf, da Tiere nunmal im Alltag existieren und man darüber spricht...
1x bearbeitet

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31.08.2021
Hallo Lisa
ich kann das verstehen, meistens fängt man selber nicht an, aber wenn einem dann die Hutschnur platzt , ob der fadenscheinigen Argumente der anderen, dann wird man oft wieder als missionierende * r Veganer*in bezeichnet, obwohl eigentlich die anderen mit ihrem Schwachsinn angefangen haben. Egal was vegane*r Frau/Mann auch anstellt, sie finden immer wieder ein Haar in der veganen Suppe. :wallbang:

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01.09.2021
Schubladen erleichtern den Alltag. Man sieht jmd und steckt ihn in ein Schublade. Mal bewusster, mal unbewusster.


Der Kontakt, der die Vegane Schublade geprägt hat, ist halt nicht der umgängliche Veganer, der sein Ding macht und seine Überzeugung einfach nur vorlebt, sondern derjenige (vielleicht im Eifer der anfänglichen Euphorie) jeden überzeugen will und dabei auch vor den Kopf stößt.


Ich habe Arbeitskollegen, von denen hätte ich niemals gewusst das sie Vegan leben, wenn es mir nicht irgendwann mal jmd erzählt hätte.
So jmd erreicht zwar nicht viele Menschen, aber er erzeugt auch keine Abwehrhaltung. Muss jeder für sich selbst wissen, aber dann auch mit Ablehnung rechnen.
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01.09.2021
Hallo Bochumer
ich denke die Abwehrhaltung wird nicht durch einen anderen Menschen erzeugt, sondern dass man im Geist eine feste starre Meinung von etwas hat, also z.B. : ALLE VEGANER WOLLEN MISSIONIEREN


Oder eben dass man Fleisch für gesund hält und keine andere Meinung zulässt.
Wie im Dhammapada schon steht:
„Den Dingen geht der Geist voran; der Geist entscheidet:
Kommt aus getrübtem Geist dein Wort und dein Betragen.
So folgt dir Unheil, wie dem Zugtier folgt der Wagen.“

Lieben Gruß
METTA
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01.09.2021
„Den Dingen geht der Geist voran; der Geist entscheidet:
Kommt aus getrübtem Geist dein Wort und dein Betragen.
So folgt dir Unheil, wie dem Zugtier folgt der Wagen.“
... vor allem bergab ohne Bremse kann das ziemlich blöde laufen...
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02.09.2021
Gut. Bei mir ist es zB anders. Wegen mir kann jmd leben wie er will. Bei der Ernährung, im Liebesleben, beim Glauben…


Nur warum muss er es mir erzählen und zum Thema machen?


Nehmen wir mal, um es mit ein wenig Abstand zu betrachten die Religion.


Ich bin nicht getauft und habe auch kein Interesse daran. Ob mein Gegenüber Zeuge, evangelisch, katholisch, moslem ist, mir doch egal.
Aber sobald Bemerkungen kommen, wie ich denn so leben kann, finde ich es weniger geil. Und da sind eher Zeugen und moslems mit dabei, so kommt es mir auf jeden Fall vor.


Und das erzeugt schon eine innere Abwehrhaltung, worauf dann auch Anspielungen aufbauen können.


Das soll jetzt nicht heißen das es richtig ist, aber solange man (zumindest ich) den Eindruck mit Erfahrungen verknüpft, ist es halt so das es eine innere Abwehrhaltung gibt.
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02.09.2021
Zitat Bochumer:
Aber sobald Bemerkungen kommen, wie ich denn so leben kann, finde ich es weniger geil.

Ich glaube, das geht grundsätzlich erstmal allen so. Bei deinem Religionsbeispiel ist es dann so, dass dein Gegenüber keine Fakten, sondern nur den eigenen Glauben vorbringen kann. Bei Veganismus kann man faktenbasiert argumentieren. Zu Selbstreflektion fähige Menschen werden im Falle von überzeugenden Fakten ihre eigene Einstellung früher oder später ändern. Das können sie aber nur, wenn nicht alle heimlich, still und leise vegan vor sich hinleben und nie ihre Argumente dafür erzählen.
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