Möwe schwer verletzt. Wie hättet ihr reagiert?

Erstellt 29.05.2017, von Sabinia. Kategorie: Allgemein vegan. 27 Antworten.

30.05.2017
Man ist in diesem Moment in einer Ausnahmesituationen!
Die Angst ist da und man möchte helfen, aber wie?


Auch ich habe solch eine Situation erlebt und zwar mit einem angefahren Reh.
Die Dame vom Ordnungsamt hat nichts unternommen.
Einer der Polizisten war Jäger. Ich habe alles versucht um die Tötung des Rehes zu verhindern. Habe den Polizisten beleidigt und an geschrien. Leider ohne Erfolg.
Es war nicht mal klar ob das Reh verletzt war, keine Chance für das Tier.
Dieser Alptraum verfolgt mich.

Eure Entscheidung den Vogel zu erlösen war richtig.
Ich habe schon zwei mal meine Hunde auf ihren letzten Weg begleitet.
Habe oft Zweifel ob diese Entscheidung immer richtig war.


LG rossie und Orlando, er zeigt mir jeden Tag wie schön das leben mit Hund ist.
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30.05.2017
Zitat Nefasu: (und ggf. auch die Anzeige stellen -> Polizei zum "Tatort" rufen zwecks Protokollierung).

wie gesagt,auch die Polizei hatte ich informiert.

Auf jeden Fall ist es gut,das wir uns hier über solche Dinge unterhalten und das Falk uns auch über die Gesetze aufklärt. So wissen wir in Zukunft besser wie man sich verhalten sollte(in jeder Hinsicht) :thumbup: :thumbup: :thumbup:
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30.05.2017
Hey
also ich find das ne echt schwere frage. Klar man will dem Tier helfen. Aber das Problem ist auch dass man selbst tötet. Das ist doch was was man als gesunder Mensch aus gutem Grund einfach nicht tut. Jäger vielleicht aber ich spreche ja von gesunden menschen :green: Weiß nicht ob ich das tun könnte... würde ich vielleicht fürs Tier tun aber müsste mir schon echt sicher sein dass es keine andere Möglichkeit gibt um dem Tier Leid zu ersparen.
LG
FLO
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31.05.2017
@Dana hatte eine ähnliche SItuation. Ich hatte im Januar meinen 19 Jahre alten Kater einschläfern lassen. Er hatte im Oktober einen epileptischen Anfall und es hieß damals schon evtl erlösen. Zudem kam Diagnose Niereninsuffizienz. Ich hab Rotz und Wasser geheult und wollts nicht glauben, da er einen Tag davor noch so fit war. Er war 2 Tage blind, konnte auf den Hinterbeinen nicht laufen und schrie, wenn ich ihn nicht im Arm hatte. Ich habe mich gegen Einschläfern und für Cortison entschieden. Nach 2 Tagen konnte er wieder sehen und laufen und war so fit, dass man sich gar nicht vorstellen konnte, was da vor 2 Tagen passiert ist. Kreatinwert lag bei 3,1. Ich entschied mich für eine homöopatische Behandlung mit SUC. Er hatte noch 4 schöne Monate in denen ich viel mit ihm spazieren war und viel mit ihm gespielt hab, jedoch darauf gefasst war, dass es bald zu Ende sein kann. Dann hat er Ende Januar starke Bauchschmerzen gehabt und laut geschrien. Ich ab zum Arzt. Sie bat mir an ihn über Nacht da zu lassen. Ich stimmte zu, da sein Zustand sehr kritisch war. Sie nahm nochmal Blut ab und gab ihm Antibiotika. Am nächsten Tag wollte ich ihn abholen. Dann lag er da. Offene Augen aber komplett weggetreten. Ärztin erzählte, das sie Blut abnahm, Antibiotika gab und er danach richtig gut gefressen hat. Kurze Zeit später mehrere Anfälle und über Stunden wie im Wachkoma. Zudem waren Kreatinwerte auf 5,2 gesunken. Da war für mich auch klar, dass es nicht mehr weitergeht...zumal man nicht mehr wusste, ob er überhaupt noch aufwacht.

@Kerstin Ja, das ist erstaunlich. Und traurig, dass es noch immer so aktuell ist.

@Sunjo Der Onkel eines Bekannten lag letztes Jahr im Sterben (Kehlkopfkrebs). Der hatte starke Schmerzen, drum gebeten es zu beenden, das er nicht mehr will. Medikamente haben nicht wirklich geholfen und er wollte auch niemanden mehr sehen. Die letzten Stunden waren für ihn die reinste Qual. Da bin ich ebenfalls etwas zwiegespalten, denn wer will schon jemanden Leiden sehen, der einem sehr wichtig ist? Auf der anderen Seite ist das Gesetz enorm wichtig, damit man so eine Situation nicht missbraucht. Gibt ja genug Idioten, die aus Habgier und anderen Gründen zu Mord in der Lage wären, den sie hinterher als Sterbehilfe erklären.

@Nefasu Danke für die Info. Das ist gut zu wissen. Wir haben in dem Moment ehrlich gesagt nicht darüber nachgedacht, wie das gesetzlich im Ausland aussieht. Die Möwe sah schon enorm gequält aus, wie sie verzweifelt versuchte den Kopf zu heben und die Augen nur halb offen waren. Da war der Gedanke einfach beim Tier und nicht beim Gesetz. (Ich glaube da hat keiner von uns drüber nachgedacht).

@Rossie Das ist ja furchtbar :O Wenn noch nicht klar ist, ob das Tier wieder heilen kann, finde ich sowas absolut unnötig. Da hätte ich wahrscheinlich auch so reagiert. Das tut mir sehr leid.


Was das Einschläfern betrifft, stellt man sich die Frage nach der richtigen Entscheidung denke ich immer. In meinem Fall habe ich seine Schmerzensschreie davor nicht richtig gedeutet, da mein Kater schon dement und Taub war und oft einfach laut miaute. Mir fiel nur auf, dass es noch lauter war als sonst und im Klang etwas anders die letzten 3 Tage. Und als ich ihn heben wollte und er schrie als ich seinen Bauch berührte, war klar, dass was nicht stimmte. Mir tat das dann unglaublich leid, denn er kam immer zu mir guckte mich an und schreite. Wahrscheinlich hat er mir die ganze Zeit versucht zu sagen, dass er Aua hat.

Grüße auch an Orlando :wink:

@Flo absolut richtig! Deswegen standen wir da auch so panisch und wussten erst nicht, was wir machen sollen. Und wie gesagt, ich für meinen Teil bin froh, dass ich es nicht tun musste. Und mein Freund war enorm fertig danach.


Es ist einfach ein heikles Thema. Ich denke mal objektiv betrachtet war das falsch und man hätte es auf natürliche Weise geschehen lassen sollen. Auf der anderen Seite besitzen wir nunmal Mitgefühl und Empathie und können das Leid anderer nur schwer ertragen. Ich bin trotzdem stolz auf meinen Freund und meinen Vater. Denn wenn ein emphatischer Mensch sowas tun muss, dann kostet das enorme Überwindung. Bei einem Psychopaten der Spaß an sowas hat, ist das natürlich etwas ganz anderes und nicht vergleichbar. So sehe ich das.


Und wenn noch Hoffnung bestanden hätte, hätte man dem Tier auf jeden Fall geholfen gesund zu werden.


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31.05.2017
Zitat Sabinia:
@Sunjo Da bin ich ebenfalls etwas zwiegespalten, denn wer will schon jemanden Leiden sehen, der einem sehr wichtig ist? Auf der anderen Seite ist das Gesetz enorm wichtig, damit man so eine Situation nicht missbraucht. Gibt ja genug Idioten, die aus Habgier und anderen Gründen zu Mord in der Lage wären, den sie hinterher als Sterbehilfe erklären.

Wenn es um die selbstbestimmte Entscheidung geht, bin ich überhaupt nicht zwiegespalten, sondern ganz klar für Sterbehilfe. Und da geht es nicht nur darum, dass ich das für andere möchte, sondern auch für mich selbst. Wenn ich sage, ich will nicht mehr, dann möchte ich professionelle Hilfe in Anspruch nehmen dürfen. Die, die einem das verbieten, sind praktisch gegen die freie Entscheidung des Einzelnen. Das Sterbehilfeverbot in D war ein Schritt zurück Richtung christliche "Moral" des Mittelalters. Der Lobbyismus der Pharma- und Leidensverlängerungsindustrie lässt grüßen. Die haben das nicht aus Nächstenliebe durchgedrückt.
Anders sieht es aus bei Menschen (und anderen Tieren), die ihren Willen nicht äußern können. Ich empfinde es als Doppelmoral, dass Tiere eingeschläfert werden dürfen, wenn wir das für sie entscheiden, aber Menschen nicht. Dürfen wir das bei Tieren, weil sie weniger wert sind? Oder sind gar die Menschen weniger wert?
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31.05.2017
Zitat Sunjo:
Wenn es um die selbstbestimmte Entscheidung geht, bin ich überhaupt nicht zwiegespalten, sondern ganz klar für Sterbehilfe. Und da geht es nicht nur darum, dass ich das für andere möchte, sondern auch für mich selbst. Wenn ich sage, ich will nicht mehr, dann möchte ich professionelle Hilfe in Anspruch nehmen dürfen. Die, die einem das verbieten, sind praktisch gegen die freie Entscheidung des Einzelnen. Das Sterbehilfeverbot in D war ein Schritt zurück Richtung christliche "Moral" des Mittelalters. Der Lobbyismus der Pharma- und Leidensverlängerungsindustrie lässt grüßen. Die haben das nicht aus Nächstenliebe durchgedrückt.
Anders sieht es aus bei Menschen (und anderen Tieren), die ihren Willen nicht äußern können. Ich empfinde es als Doppelmoral, dass Tiere eingeschläfert werden dürfen, wenn wir das für sie entscheiden, aber Menschen nicht. Dürfen wir das bei Tieren, weil sie weniger wert sind? Oder sind gar die Menschen weniger wert?


:thumbup: :thumbup: :thumbup:
Ich würde mir das für mich auch wünschen und nicht an irgendwelchen Geräten hängen wollen oder zweifelhafte Chemo,- und Sonstwasfürtherapien über mich ergehen lassen - ein letzter Blick in die Augen eines geliebten Menschen und ein letzter Schluck Single Malt.
Aber für Andere auch für Tiere mag ich das nicht entscheiden und ich hätte es wohl auch nicht fertig gebracht die Möve zu erlösen. Ich hätte sie, wenn es die Möglichkeit gegeben hätte, zum Tierarzt, Förster oder so gebracht.
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31.05.2017
Zitat Nefasu:
Im Zweifelsfall (so hart das klingt) den Fall dokumentieren (auch per Video), auf das Eintreffen der Fachkräfte warten (teilw. bis zu 3 Stunden), ggf. nochmals anrufen und mit Anzeige wegen Pflichtverletzung des zuständigen Försters drohen (und ggf. auch die Anzeige stellen -> Polizei zum "Tatort" rufen zwecks Protokollierung).


Hast du irgendwie schlechte Erfahrungen gemacht mit Polizei, Feuerwehr, Forstamt o. Ä.? Warum diese drastischen Mittel?
Ich glaube ja immer an das Gute im Menschen. Und Polizei, Feuerwehr und Co. sehe ich als Helfer an, denen ich sicher nicht mit Klagedrohungen usw. kommen möchte. Die haben auch einen harten Job und evtl. Wichtigeres zu tun, als mit Mann und Maus in den Wald auszurücken, um eine Anzeige wegen eines Vogels aufzunehmen.
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31.05.2017
Zitat Ringelblume:Hast du irgendwie schlechte Erfahrungen gemacht mit Polizei, Feuerwehr, Forstamt o. Ä.?

Viele und zahlreiche, wleche ich in diesem Text jeodch nicht zum Ausdruck gebracht habe.

Zitat Ringelblume:Warum diese drastischen Mittel?

Auf welche Mittel du dich beziehst ist mir ein Rätsel..
Wenn jemand (Förster) seinen gesetzlich gebotenen Pflichten nicht nachkommt (Wildpflege verletzter Tiere, auch durch einen Gnadenschuss), dann ist eine Ordnungswidrigkeitsanzeige kein "drastisches Mittel" sondern einzig konsequent.

Zitat Ringelblume:Ich glaube ja immer an das Gute im Menschen. Und Polizei, Feuerwehr und Co. sehe ich als Helfer an, denen ich sicher nicht mit Klagedrohungen usw. kommen möchte.

Auch hier ist mir erneut schleierhaft worauf du dich beziehst oder was du in meinen Text hineininterpretierst..

Zitat Ringelblume:Wichtigeres zu tun, als mit Mann und Maus in den Wald auszurücken, um eine Anzeige wegen eines Vogels aufzunehmen.

Nein!
Genau das ist ihr Job: Protokollierung von Gesetzesverstößen und Ordnungswidrigkeiten, bzw. im Fall der Feuerwehr das Bergen von verletzten Tieren und / oder Weiterleitung an zuständige Einrichtungen..

Grüße,
Falk
6x bearbeitet

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01.06.2017
Sowas ist nie eine leichte Entscheidung. Aber ich sage mir dann immer, das es die Welt vor einigen Tusend jahren auch schon gab. Aber da gab es noch nicht die Menschheit, wie wir sie jetzt haben und keine gute Medizin etc. Der Lauf der Natur ist halt, dass Tiere die schwach oder Krank sind sterben.
Der Mensch greift ja in dieses System ein. Was bedrohte Tierarten angeht ist das gut, aber in der Regel sind sie ja durch den Menschen bedroht. Vieles hat der Mensch zu verschulden, ist leider so :/
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03.06.2017
Das ist ein echt gutes Thema.

Danke für Deine detaillierte Beschreibung, die mich aber auch echt fertig gemacht hat. Wobei ich sogar glaube, dass ich sowas auch könnte. Der Anblick eines schwer verletzten Tieres würde mich direkt überzeugen dem Leid so schnell es geht ein Ende zu setzen. Ich sehe das wie Silvie, dass wir mit Empathie eine Fähigkeit haben, etwas einzuschätzen und dementsprechend besser verstehen können als andere, außerdem gibt es nun den Menschen, der "erlösen" kann, wenn ansonsten die Natur einen grausamen qualvollen Tod vorgesehen hat. Das sehe ich als einen echten Vorteil, den ich auch für mich nutzen würde. Da bin ich auch 100 % Sunjos Meinung.


@ Falk, vielen Dank für Deine echt hilfreichen Informationen, woher weißt Du das eigentlich alles? Es tut mir echt verdammt leid, dass Du und Kerstin sowie Rossie so schlimme Erfahrungen machen musstet!! Das ist so unglaublich!

Ich hatte mal eine Situation, wo mein Freund und ich Inliner gefahren sind auf einem asphaltierten Wald-/Landweg und ich sah eine Taube auf der Straße liegen. Sie sah eigentlich gesund aus. Ich also so schnell wie möglich nach Hause und mit Auto wieder zurück, direkt so schnell wie möglich zum einzigen Tierarzt, der mir bekannt war. Hier war wohl gerade Mittagspause, aber trotzdem wurde mir aufgemacht. Ich habe sie abgegeben und mir wurde die Nummer des "Taubensportlers" gegeben, den ich zuhause anrief. Schwerhörig, war sehr anstrengend... Außerdem rief (ich?) später die Tierärztin an, die mir sagte die Taube hätte innere Verletzungen gehabt und wäre euthanasiert worden. Ich war froh, dass ich so gehandelt hatte und dass die Taube jetzt erlöst war. Wäre aber lieber dabei gewesen um zu kontrollieren wie lange sie noch leiden musste, die Tierärztin kannte ich garnicht, aber sie wirkte sympathisch. Ich habe mir dann noch die Praxis-Homepage angeschaut und gesehen, dass die Chefs für Großtiere verantwortlich sind, also tagtäglich Tiere für den Schlachter freigeben. Dementsprechend unsympathisch fand ich die Chefin, die anwesend war bei der Einlieferung schon bevor ich es wusste... Seltsam oder? Wie ist das bloß vereinbar, eine Praxis, die eine hilft Haustieren und die andere hilft bei der Ausbeutung von anderen??

Außerdem hatten wir mal einen Vorfall, dass nebenan ein Hund geheult hat eine ganze Zeit, dann hat mein Freund die Polizei gerufen, die kamen ich glaub mit 3 Leuten? Zwischendurch auf dem Balkon habe ich schon die Nachbarin von der anderen Seite gesehen und wir trafen uns draußen und sprachen mit den Polizisten. Die Nachbarin hatte auch einen Hund. Die Polizisten konnten natürlich nichts machen... Hinterher stellte sich übrigens raus, dass der Hund nur zu Besuch war, kurz allein gelassen wurde und sich auf dem Balkon ausgesperrt hat.

Liebe Grüße
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