Die Veganerin die aufgibt

Erstellt 25.07.2021, von suki. Kategorie: Allgemein vegan. 10 Antworten.

Die Veganerin die aufgibt
25.07.2021
Liebe Leute!

Ich weiß ich hab mich länger nicht gemeldet und das hat verschiedene Gründe. Ich lebe in einer totalen omnivoren Gesellschaft am Land in der Pampa mit absolutem Unverständnis mit meinem veganen Lebensstil. Ich habe mich schon mal bei euch ausgeheult und ich weiß einfach nicht an wen ich mich sonst wenden soll.


Meine Beziehung steht vor dem Aus und das ist eine absolute Katastrophe. Ich habe ein Kind, das an dem Aus der Beziehung zerbrechen würde. Ich denke mittlerweile, dass ich wegen meines Kindes wieder Fleisch essen muss, weil ich es nicht mehr ertrage. Diese Vorwürfe, dieses absolute Nichtverstehen, frisst mich auf. Mein Lebensgefährte meint, dass er mit mir nicht mehr essen kann, weil ich Veganerin bin und das es so nicht geht. Er kann nicht mehr für mich kochen, weil das nicht mehr geht, usw. Ich weiß aber, dass mein Kind es nicht ohne ihn aushalten würde (er ist der Stiefvater). Ich bin in so einer Zwickmühle gefangen und weiß nicht mehr weiter. Ich liebe meinen Partner aber ich verstehe ihn nicht. Für mich ist es einfach nicht mehr möglich tierische Produkte zu konsumieren, aber ich denke, dass ich wieder anfangen muss um meine Beziehung zu retten.


Ich sitze hier, ein Jahr nachdem ich beschlossen habe (und das voller Freude) dass ich mein Leben ändern möchte um wieder ich selbst zu sein, und bin wieder an dem Punkt an dem ich nicht mehr kann. Ihr müsst auch nichts antworten, ich wollte nur meine Gedanken schreiben um mich etwas zu befreien. Danke euch fürs Lesen.

Ein Määäh,
euer schaf


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26.07.2021
Ich antworte dennoch, obwohl mir klar ist, dass man aus der Ferne keinerlei Tipps usw. geben kann.
Deshalb bin ich ganz vorsichtig...

Ich wünsche dir und deiner Familie alles Gute und hoffe, dass ihr die richtige Entscheidung für dich und euch getroffen habt.
Ihr habt euch bestimmt lange genug selbst Gedanken gemacht, wie das weitergehen soll, deshalb bringen auch Wertungen von dritter Seite gar nichts.


Viel Glück euch allen.
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26.07.2021
Liebe Suki
das tut mir sehr leid für Deine/Eure momentane Situation, auch gerade wenn Dein Kind so sehr darunter leidet. Aber ich frage mich, warum Du dann nicht selbst kochst - wenigstens für Dich- wenn Dein Partner es angeblich nicht mehr kann. Dann kann er doch für sich und das Kind kochen, das machen sicher sehr viele hier, dass sie für den omnivoren Partner/ Familie omnivor kochen und für sich selbst vegan - es sei denn, dass Du das psychisch nicht verkraftest omnivor zu kochen und er deswegen kocht. Ich frage mich aber schon, warum er nicht mit Dir essen kann, er muss doch Deine Nahrung nicht essen. Vielleicht wäre eine Paarberatung bei Euch auch hilfreich, denn ich denke dass da noch mehr dahinter steckt, als nur das Essen, aber das ist jetzt nur eine Annahme.
Ich wünsche Dir jedenfalls viel Kraft für die nächste Zeit und wenn Du jetzt Dich wieder für omnivore oder vielleicht nur vegetarische Umstellung entscheidest, dann gibt es vielleicht irgendwann wieder die Möglichkeit umzukehren.
Alles Liebe für Dich/Euch
METTA
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26.07.2021
Guten Morgen liebe Suki,


Erst einmal fühl dich ganz lieb von mir gedrückt. Meine Ausgangssituation ist ähnlich wie deine: ich lebe ebenfalls in einer omnivoren Umgebung (wenn man mal von meiner Tochter absieht) und lebe ebenfalls in der tiefsten Pampa. Soweit ich das ganze beurteilen kann aus der Ferne, hast du zwei Probleme: zum einen kann dein Partner deine Entscheidung nicht nachvollziehen. Auch das kann mein Partner nicht. Für ihn ist eine omnivore Ernährung völlig normal und er würde auch nie etwas anderes wollen. Zum zweiten jedoch (und da unterscheiden wir uns) kann dein Partner deine Entscheidung nicht akzeptieren. Und das ist was völlig anderes. In einer Partnerschaft sollte man immer den anderen so akzeptieren wie er ist. Wenn man das nicht kann, sollte man sich mal grundsätzlich Gedanken über die Beziehung machen. Ich hoffe für dich, du wirst die richtige Entscheidung treffen.

Ganz liebe Grüße
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26.07.2021
Hallo. Tut mir leid, dass du das durch machen musst aber leider liegt in dem Fall das Glück in deiner Hand. Entweder gehen oder bleiben. Unabhängig vom Veganismus, weiß ich nicht inwiefern du dich in anderen Lebensbereichen einschränken musst um deinen (anscheinend toxischen) Partner zu gefallen. Keiner kann dir die Entscheidung abnehmen, dementsprechend alles Gute für dich.
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26.07.2021
So wie das klingt, ist die Situation nicht erst dadurch so kompliziert geworden, dass du vegan lebst. Denn damit könnte sich dein Umfeld auch einfach arrangieren (so viel Respekt kannst du erwarten).

Dass es das nicht tut und dir solche Schwierigkeiten bereitet, deutet darauf hin, dass da was grundsätzlich nicht stimmt.

Und das wird sich möglicherweise nicht bessern, wenn du jetzt "um des lieben Friedens willen" klein beigibst. Denn wirst du deine Werte wirklich dauerhaft unterdrücken bzw. aufgeben können?

Was machst du mit der Wut, die so ein unterdrückerisches Verhalten auslöst? Wird das nicht irgendwann ausbrechen?

Wie es im Detail aussieht, können wir aus der Ferne natürlich nicht beurteilen. Du musst selbst die für dich richtige Entscheidung treffen. Ich drücke dir die Daumen dafür!
1x bearbeitet

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26.07.2021
Liebe Suki,
es tut mir sehr leid, dass Du in einem solchen Konflikt feststeckst und so leidest. Wie schon mehrmals in diesem Thread geschrieben wurde: die Entscheidung musst Du allein treffen, und sie ist von anderen zu respektieren, wie auch immer sie ausfällt.
Ich kann dazu nur aus meiner persönlichen Geschichte folgende Erfahrungen und Gedanken beitragen: In früheren Beziehungen habe ich mich lange, viel zu lange, dem Druck meines Umfeldes und v.a. meines Partners gebeugt und wider meine tiefste, innere Überzeugung weiter Tierprodukte v.a. Fleisch, gekauft, zubereitet und gegessen - aus Konflikt- und Verlustängsten heraus. Aber es ging mir immer schlechter damit, je mehr ich meine innere Überzeugung zu verdrängen versuchte. Und: es hat die Beziehung NICHT gerettet - sie ging trotzdem auseinander.
Als in einer neuen Beziehung, als ich zumindest schon vegetarisch lebte und zunehmend der Entschluss in mir reifte, vegan zu werden, mein Partner darüber zunehmend nörgelte, die Beziehung in Frage stellte und schließlich mehr oder weniger offen verlangte, dass ich Fleisch zubereiten und auch bei gemeinsamen Mahlzeiten essen sollte ("Eine Frau, die ihren Mann liebt, macht das für ihn"... ), wurde mir klar, dass ich nicht mehr gegen meine inneren Werte und Überzeugungen würde handeln und leben können-ich würde mich nie mehr so "verbiegen" und dabei todunglücklich sein können. Auch diese Beziehung ging auseinander, aber es ging mir nach dem Trennungsschmerz deutlich besser, und in dieser Phase habe ich dann den Schritt getan, endgültig vegan zu werden. Dieses Gefühl, mit mir selbst in Einklang zu ein, würde ich nicht mehr für einen trügerischen, auf Unterdrückung basierenden Scheinfrieden aufgeben.
- Ein grosser Unterschied zu Deiner Situation besteht allerdings darin, dass bei mir kein Kind in diese Konflikte involviert war. Deine Sorge, dass Dein Kind durch eine Trennung sehr leiden und seelischen Schaden nehmen könnte, ist natürlich noch ein massiver zusätzlicher Belastungsfaktor und nur allzu verständlich. Ich möchte allerdings zu bedenken geben: wäre Dein Kind nicht auch belastet dadurch, wenn es Tag für Tag miterleben müsste, dass Du gegen Deine innere Überzeugung - die Du ihm ja schon durch Vorleben und Erklären vermittelt hast - handeln würdest? Wenn es spüren würde, dass Du damit im tiefsten Inneren unglücklich bist? Oder würde es es nicht zumindest später einmal freuen und stolz machen, dass seine Mutter ihren Überzeugungen treu geblieben ist?
Wie schon gesagt: meine persönlichen Gedanken, in denen keinesfalls eine Wertung liegen soll. Die Entscheidung liegt bei Dir, und welchen Entschluss auch immer Du triffst: er ist so zu respektieren!
Ich wünsche Dir viel Kraft und alles Gute für Dich und Deine Familie und würde mich, egal wie Du Dich entscheidest, freuen, wenn Du dem Forum "erhalten" bliebest. Liebe Grüße!



5x bearbeitet

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26.07.2021
Auweia, armes Suki-Schaf...ich kann nachempfinden, dass das eine echt beschissene Situation ist....

akosua#s Beitrag hat schon mal sehr viele Aspekte zusammen gefasst :thumbup: :thumbup: :thumbup:

Ich würde gerne noch die Frage hinzufügen, die es vielleicht wert ist zu betrachten - wenn es überhaupt eine Option für Dich ist, Dein eigenes Ding weiterzuverfolgen und die Beziehung zu riskieren:
Ist denn der Stiefvater, so intolerant wie er sich im Bereich der Ernährung verhält, überhaupt eine gute Bezugs-/Erziehungsperson für Dein Kind?
So mancheiner sagt, dass Veganismus zu den gesündesten Ernährungsformen gehört. Und diese will er Dir und Deinem Kind vorenthalten, indem er Euch zwingt, Fleisch und Milchprodukte zu konsumieren?

Er scheint ja kein besonderes Vorbild zu sein, was Akzeptanz, Horizonterweiterung, Partnerschaftlichkeit etc. angeht.... Liebe bedeutet jedenfalls nicht, den anderen zu gängeln, gegen dessen Moralvorstellungen....


Ist ein Besuch einer Paarberatung denkbar?

Ich meinerseits würde nicht wollen, dass meinem Kind ein solches Verhalten als richtig vorgelebt wird. Und ich glaube, Kinder verstehen mehr, als man ihnen zutraut. Und haben einen tollen Instinkt, was ok ist und was nicht....

Ich wünsche Dir von ganzem Herzen, DIE Lösung zu finden, mit der Du und Dein Kind glücklich werdet!

Und ich sende Dir eine große Portion Vertrauen darin, dass es richtig ist, wofür Du Dich entscheiden wirst!

Und ja: bitte bleib hier! *Umarmsmiley"
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27.07.2021
Danke an alle, die mir geantwortet haben! :heart:
@Metta
Ich habe mich falsch ausgedrückt, tut mir leid. Ich koch immer selbst, entweder nur für mich oder auch für meine Männer. Wir haben eine Oma und einen Opa im Haus und Oma kocht immer sehr fleischlastig und ungesund (Gemüse ist ein Fremdwort :crazy: ) Das ist halt so in dieser Generation und ich mache ihnen auch keinen Vorwurf. Da ich weiß, dass meine Männer gerne Fleisch essen, essen sie ab und an mir Oma mit. Ich bin dann für das gesunde Essen zuständig bzw. versuche ich immer etwas zu kochen, das ihnen auch schmeckt, meistens aber ohne Fleisch, da sie das ja eh bei Oma essen können. Oft essen sie auch mit, aber mein Sohn steckt gerade in der Vorpubertät und findet das ganze vegane Essen grausig. Ich kann wirklich behaupten, dass das nicht an meiner Kochkunst liegt (so schlecht koche ich wirklich nicht). Es ist halt sehr ungewöhnlich für ihn.
Ich meinte, dass mein Mann ab und zu einmal für mich gekocht hat (immer mit Fleisch) und das er traurig ist, dass er mir nichts mehr kochen kann. Ich habe ihm dann auch gesagt, dass er halt nur das Fleisch weglassen soll und er meinte nur, dass er das nicht kann. Naja...

@dana
Hat dein Partner deine Entscheidung immer akzeptiert oder kam das dann mit der Zeit?

@kilian
da hast du natürlich recht. Ich denke auch, dass ich das nicht ertragen würde, vor allem weil ich schon solange daran geknabbert habe, Fleisch zu essen und Tiere zu lieben. Jetzt habe ich es endlich geschafft mein Leben so umzukrempeln, dass ich glücklicher bin und jetzt das. :crazy:

@akosua
mein Kind ist vor allem hin und hergerissen was die eigene Einstellung betrifft. Da es natürlich auch omnivor erzogen wurde, ist das für ihn auch total neu und auch zum Teil unverständlich (liegt auch an dem Misfallen meiner Mitbewohner)

@Salma
da hast du natürlich recht! Das Problem ist nur, dass ich meinem Partner wirklich keinen Vorwurf machen kann was das Unverständnis angeht, da er mit teilweise 4 mit Fleisch vollgestopften Kühlschränken aufgewachsen ist (klingt komisch, ist aber so). Zuhause hängen die toten Rehe im Keller die zerlegt werden, Fische werden auf die Wiese geschmissen und getötet, Wurst wird hergestellt und geselcht, Hendl werden vom Bauern geholt und zerlegt. Für meinen Partner ist das normal. Ich bin ja auch bei einem Jäger aufgewachsen und es war für mich als Kind normal ein Reh auszunehmen oder Hendl zu rupfen. Nach 50 Jahren ist es sehr schwer sein Leben umzukrempeln, vor allem wenn man am Land lebt. Ich sage nicht, dass es unmöglich ist (wie ja auch einige Menschen hier im Forum gezeigt haben) aber halt ehrlich schwer. In meinem Ort gibt es keine vegan lebenden Menschen und nur Wenige die sich vegetarisch ernähren. :wallbang:

Ich bin einfach noch guter Hoffung, dass es sich irgendwie beruhigt und ich endlich nicht mehr in Kreuzverhör genommen werde oder streitlustigen Menschen begegne, zumindest nicht hier zuhause. Er ist grundsätzlich ein super Vater für mein Kind und mein Kind liebt ihn abgöttisch. Es ist eine so besch....Situation...ich sags euch....

määäääh :heart:
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31.07.2021
Gibt es vielleicht in der Nähe, nächster Ort oder so welche die Vegetarisch/Vegan sind mit denen du was unternehmen könntest?

Vielleicht auch mal bei Happy Cow schauen, da gab es meine ich auch Profilfunktion wo man sieht ob es Leute in der Nähe gibt die Vegan oder Vegetarisch sind.

Oder vielleicht irgendeine Gruppe .... in den Social Media/Messengern? Vreundschaft gibt es bei Facebook als Gruppe.

Kenne bei uns direkt auch keine Vegetarier/Veganer. Die sind auch weiter weg.
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