Berliner Tierheim kündigt Cafe-Pächter wegen Fleischangebot auf der Karte

Erstellt 25.11.2016, von MelX. Kategorie: Allgemein vegan. 6 Antworten.

Berliner Tierheim kündigt Cafe-Pächter wegen Fleischangebot auf der Karte
25.11.2016
Hallo ihr Lieben,
hier in unserem Büro ging eine rege Diskussion los, da mein Kollege (nicht Veganer) darüber
aufgeregt hat, das dem Café-Pächter (Verpächter ist das Berliner Tierheim) gekündigt wurde,
da er "immernoch" zu viel Fleisch auf der Karte anbietet.
Hier der Link dazu
http://www.berliner-zeitung.de/berlin/lichtenberg-tierheim-caf%C3%A9-muss-wegen-fleisch-auf-der-speisekarte-schliessen-25102166
Die Art und Weise wie ihm gekündigt wurde finde ich jetzt nicht so toll, aber das kann ich nicht beurteilen,
da jeder was anderes erzählt.

Ich habe sogar darauf plädiert, das es nur vegane Gericht geben sollte, da ja auch die Tierprodukte zu Leid führen.
Aber die nicht Veganer haben sich dermaßen aufgeregt, das ich dann die Diskussion abgebrochen habe,
da es sich nicht lohnt zu diskutieren, wo man eh auf taube Ohren stößt :wtf:
In Zukunft will das Tierheim selbst das Café betreiben und will lieber weniger Geld einnehmen,
wie Tiere zu servieren.
Was haltet ihr davon? Und wäre es dann nicht gleich besser ganz konsequent zu sein und auf sämtliche Tierprodukte zu verzichten?
LG Mel


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25.11.2016
Hallo Mel, :wink:

ich finde es natürlich konsequenter in diesem Cafe auf sämtliche Tierprodukte zu verzichten.
Vielleicht kannst Du Dich mit dem Tierheim in Verbindung setzen und Ihnen einige Denkansätze für ein veganes Cafe geben? Ich würde es tun. Schaden kann es wohl nicht und am Ende bringt es sogar ein Umdenken. :-) :happy:
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25.11.2016
mmmhhh das ist garkeine schlechte Idee :clap:
Ich werde mal eine email schreiben.
Vorbei gehen "kann" ich nicht, ich traue mich nicht hin :crazy:
Weil ich zuwenig Platz habe und es zu viele traurige Seelen dort gibt.
Mein letzter Besuch dort, sollte nur als Unterstützung für meine Freundin sein, da sie damals nen 2.ten Kater gesucht hatte.
Sie hatte keinen passenden Partner gefunden, mich fand dafür meine Josy (Hund) :lol:
Aber ne email ist div. drin :thumbup:



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27.11.2016
Ich bin zwiegespalten - ich finde das Vorgehen sehr konsequent und es regt zum Nachdenken an. Generell finde ich es richtig, wenn auch nicht so hinterhältig, wie das in dem Artikel beschrieben wird. Andererseits kann ich auch den Betreiber verstehen, der ja Gewinn machen will und sowieso schon relativ wenig Fleisch anbietet. Im Endeffekt wird es dem Tierheim nichts bringen ausser blankem Hohn, wenn sie mit ihrem vegetarischen Café Verluste machen und dem Betreiber nur Zustimmung, da er rausgeworfen wurde. Ich sehe schon großangelegt Protestaktionen gegen das Tierheim.

Bei solchen Diskussionen versuche ich es in letzter Zeit mit blanker Offenheit. Wenn mir wieder jemand sagt "Ah, Veganer haben diese bösen Sachen gemacht" dann sage ich: das finde ich daran gut, das finde ich daran schlecht. Wenn weiter gebohrt wird sage ich dann
"Was willst du jetzt, dass ich sage? Du hast mir diesen Artikel nur gezeigt/ mir davon nur erzählt, weil du mir sagen willst, dass meine Lebensweise schlechter ist als deine und ich ein böser Mensch bin? Willst du nur, dass ich sage "Diese Veganer sind schlechte Menschen und liegen falsch?", um mich zu ärgern?" Dann sagt nämlich niemand "Ja Pummelchen, ich will diese Dinge!" - dann würden sie sich ja selbst ins Knie schießen XD Bis jetzt ein paar Mal angewandt wurde die Diskussion 1. Abgebrochen 2. so stark relativiert, dass man sich darauf einigen konnte, dass solche Geschichten immer ambivalent sind und es vielleicht im Endeffekt gar nicht der böse Veganaktivist war, der sein Baby zu Tode gehungert hat, sondern ein Mensch mit Essstörung.


Mel, eine Mail schreiben finde ich gut! Wenn es ein Tierheimcafe ist, kann man da ja viel mit Kuchen und so an Umsatz machen. Es gibt ja auch gute Sandwiches, Panini, Salate, Pizza.... Ich glaube, würde ich da wohnen, ich würde jetzt anfangen, Ehrenamtlich zu arbeiten und zu backen^^
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29.11.2016
Da gibt es wohl viel Streitpotenzial bei diesem Artikel.
Meine persönliche Meinung ist, dass ich es für den Pächter schon in einer gewissen Weise traurig finde, dass er das Café aufgeben muss, somal er, sofern es sich aus dem Artikel beurteilen lässt, recht engagiert schien, da er den Speiseplan viele Male geändert hatte. Wirtschaftliche Interessen muss er natürlich auch berücksichtigen und 2/3 vegetarische/veganes Angebot ist schon eine gute Quote.
Auf der anderen Seite, kann ich es mir nicht vorstellen, dass es das Café in Berlin (!) schwerer haben wird, wenn nur vegetarisch/veganes Essen angeboten wird. Die Nachfrage nach eben solchem ist dort ja nicht ganz so gering. Außerdem finde ich die Begründung des Tierheims nur konsequent und auch transparent und die Argumentationen sehr nachvollziehbar. Wenn es nunmal nicht mit den Interessen zusammenpasst und widersprüchlich ist, dann macht die Kündigung Sinn. Nach außen in die Öffentlichkeit könnte es jedoch weniger freundlich ausgelegt werden, scheint der Kündigungsgrund doch erstmal skurril und auch rechtlich fragwürdig (Je nachdem was im Vertrag vereinbart wurde, das geht ja nicht aus dem Artikel hervor). Auf der anderen Seite haben kirchliche Träger ja auch arbeitsrechtliche Sonderregelungen, wie zum Beispiel die Kündigung eines Mitarbeiters bei dessen Scheidung einer Ehe in katholischen Einrichtungen, die ja auch vom Menschenverstand her gegen das Diskriminerungsverbot stoßen aber im Sonderfall unter Berücksichtigung der (Glaubens-) Interessen der katholischen Kirche legitim sind...
Daher wäre das für mich ähnlich auszulegen.


Aber, schwieriges Thema.
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29.11.2016
Zitat thegreenway: Auf der anderen Seite haben kirchliche Träger ja auch arbeitsrechtliche Sonderregelungen, wie zum Beispiel die Kündigung eines Mitarbeiters bei dessen Scheidung einer Ehe in katholischen Einrichtungen, die ja auch vom Menschenverstand her gegen das Diskriminerungsverbot stoßen aber im Sonderfall unter Berücksichtigung der (Glaubens-) Interessen der katholischen Kirche legitim sind...

Ich finde das im Sinne von Trennung von Staat und Kirche überhaupt nicht legitim (viele Einrichtungen in kirchlicher Trägerschaft werden bis 100% staatlich - und damit ist nicht die Kirchensteuer gemeint - finanziert, ebenso Bischofsgehälter). Für all diese Fälle gehören die arbeitsrechtlichen Sonderregelungen sowie allgemein die christliche Paralleljustiz (was viele in Bezug auf den Islam fürchten, gibt es in Bezug auf das Christentum schon lange) dringend abgeschafft.


Zum Artikel: aus dem Punkt mit der Änderungskündigung wird klar, dass nicht von vornherein im Vertrag stand, dass nur fleischlose Kost angeboten werden darf. Gewerbemieter und Pächter genießen aber nicht den gleichen Schutz wie Wohnungsmieter und theoretisch hätte der Pächter der Änderung ja zustimmen und damit das Café weiterbetreiben können.
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29.11.2016
Ich finde das im Sinne von Trennung von Staat und Kirche überhaupt nicht legitim (viele Einrichtungen in kirchlicher Trägerschaft werden bis 100% staatlich - und damit ist nicht die Kirchensteuer gemeint - finanziert, ebenso Bischofsgehälter). Für all diese Fälle gehören die arbeitsrechtlichen Sonderregelungen sowie allgemein die christliche Paralleljustiz (was viele in Bezug auf den Islam fürchten, gibt es in Bezug auf das Christentum schon lange) dringend abgeschafft.


Gut finde ich das auch nicht und auch ich finde, dass es abgeschafft gehört. Legitim meint ja aber in der Gesellschaft anerkannt/akzeptiert und spiegelt in diesem Fall nicht meine persönliche Meinung wieder.
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