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Abbruchquote bei Veganer/Vegetarier

Erstellt 12.07.2017, von Dana. Kategorie: Allgemein vegan. 8 Antworten.

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Benutzerbild von Dana
Themen-Startervegan4.784 PostsweiblichSchwarzwaldLevel 4
Abbruchquote bei Veganer/Vegetarier
12.07.2017
Hallo zusammen,

dieser Beitrag https://www.psychologytoday.com/blog/animals-and-us/201412/84-vegetarians-and-vegans-return-meat-why hat mich doch sehr erstaunt. Wie seht ihr das?

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Kerstin
12.07.2017
Kann man dem wirklich Glauben schenken? Alleine schon die Aussage der Tochter, sie sei während der vegetarischen Zeit ständig hungrig gewesen, ist irgendwie komisch, denn dann hat sie etwas falsch gemacht.
Allerdings glaube ich auch, dass die ganzen Ersatzprodukte die "Umprogrammierung" im Gehirn verhindern und dadurch einige Veganer/Vegetarier rückfällig werden.
Weiterhin denke ich auch, wer aus gesundheitlichen Gründen vom Tierkonsum abgekommen ist, es sich schon eher überlegt, ob er nicht lieber die Finger davon lässt.

Benutzerbild von kilian
vegan7.190 PostsmännlichBerlinLevel 4Team
12.07.2017
Hallo,

ich bin zwar jetzt ca. 16 Jahre vegan, aber ich erinnere mich nur an einen "Fall" vor ca. 14 Jahren, dass ein Veganer-Pärchen (das sogar eine vegane Hochzeit gefeiert hatte) aus dem entfernten Bekanntenkreis plötzlich wieder Fleisch gegessen hat. Allerdings weiß ich das auch nur vom Hörensagen und habe die Beiden nicht wirklich gekannt.

Ansonsten habe ich auf Vegan-Veranstaltungen mal ein paar Leute getroffen, die wohl früher mal vegan gelebt hatten. Ich habe nach den Gründen gefragt und sie meinten, ein Arzt hätte es empfohlen.

Meine Theorie ist daher, dass das Fehlen sozialer Kontakte und Rückhalt zu Resignation führt. Womöglich sind einige frühere Bekannte inzwischen wieder Fleischesser und ich habe davon einfach nichts mitbekommen.
Deshalb ist es meiner Meinung nach wichtig, sich Kontakte im Umkreis zu suchen oder zumindest sich online mit Gleichgesinnten auszutauschen. Das Forum ist auch aus dem Grund entstanden.

Aber letztendlich sollte man sich auch keine unhaltbaren "Ziele" setzen. Es geht nicht darum, für immer und ewig perfekt vegan zu leben. Wer sich solche Ziele setzt, der wird irgendwann scheitern. Man kann eine "banale" Sache wie die Ernährung nicht dauerhaft zum Haupt-Lebensthema erklären und sich jedesmal als Held fühlen :-) .

Denn Vegan ist auf Dauer nicht interessant genug, um einen dauerhaft zu begeistern (wie das bei vielen Vegan-Einsteigern der Fall ist - was auch gut ist). Und das muss man sich halt auch klar machen, damit keine falschen Hoffnungen entstehen, die nur enttäuscht werden können.

Ich habe für mich selbst immer gesagt, dass ich nicht aus "Prinzip" (also Dogma) vegan lebe, sondern mir immer erneut bewusst machen möchte, warum ich es tue. Wer es übertreibt, läuft Gefahr, irgendwann zu resignieren. Nach dem Motto: wenn ich schon als einzelner Veganer nicht viel verändern kann, dann kann ich auch gleich wieder Fleisch essen.

Jeder kennt sicher solche Gedanken. Ich jedenfalls schon.

Aber anders wird ein Schuh draus: Ich kann zwar nicht alles verändern, aber ich kann wenigstens mir selbst gegenüber ehrlich bleiben und so leben, wie ich es für weitgehend richtig halte (ohne zu vergessen, dass ich als Mensch fehlerhaft bin und Perfektion eine Utopie ist).

Vegan zu leben ist ja, wenn man es nicht übertreibt, einfach eine Gewohnheitssache. Wenn hier und da mal etwas nicht 100% klappt - wen stört's?


Fazit: Meiner Meinung nach ist es wichtig, erstmal konsequent vegan zu leben, um daraus eine fundierte Gewohnheit zu machen. Zweitens sind soziale Kontakte und ein laufender Austausch mit Gleichgesinnten wichtig. Und drittens sollte man das Thema langfristig nicht zu wichtig nehmen und sich auch anderweitige Interessen zulegen und auf sich selbst achten.

Übrigens habe ich genau aus dem Hintergrund den Vegan-Kurs damals entwickelt. Damit gar nicht erst die "Fehler" entstehen, aus denen man früher oder später enttäuscht aufgibt. https://www.vegan-werden.de

Viele Grüße

Kilian

Benutzerbild von Becky95
vegan105 PostsweiblichLevel 2
12.07.2017
Ich sehe das ähnlich wie killian. :thumbup:
Klar ist allerdings auch das die vegane/vegetarische ernährung derzeit ein absoluter trend ist und nicht wenige versuchen damit auch abzuspecken, da geht es dann weniger um ethische werte und viel mehr um das eigene ego.. gerade bei menschen die aus dem hintergrund auf fleisch und tierische produkte verzichten, sind meistens die die es dann eben nach kurzer zeit wieder aufgeben eben wenn das gewicht stagniert oder nicht der gewünschte effekt in kürzester Zeit wie erhofft eintritt. Auch radikale umstiege ohne vorher sich groß informiert zu haben können öfter schiefgehen (muss natürlich nicht so sein!) ..daher habe ich auch eine längere zeit mich erstmal “nur“ vegetarisch ernährt und erst als ich mich in der art und Weise vollkommen sicher fühlte und merkte das ich nichts vermisse aus omnivoren Zeiten und mir an nichts mangelt den nächsten Schritt in die vegane ernährung gewählt..mir persönlich viel die letzte umstellung daher sehr leicht..klar ich lebe auch noch nicht lange vegan aber es hat sich eben das selbe wohlgefühl eingestellt wie bei der vegetarischen ernährung.

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Hinterfrager
12.07.2017
@ kilian - gut ausgeführt :thumbup:
Ich bin zwar nur, wie nannte es hier ein user "ein inkonsequenter Vegetarier" aber das ist genau das was ich meine - ich lasse mir von aussen keinen Druck, Erwartungshaltung ect. auferlegen - ich bin meinem Gewissen verpflichtet und dieses "gebietet" mir im Sinne der Umwelt zu handeln.
Ich kann einfach nicht wissend und sehenden Auges unsere Umwelt für meine persönliche Befriedigung auf Spiel setzen - aus Liebe zu meinen Kindern, Enkeln, Freunden, der Natur und den Mitgeschöpfen zu Liebe nicht.
Vll. war das Argument "der Arzt hat es empfohlen" ein willkommender "Ruhepunkt" vor dem Druck von Aussen ?
Ich bin weitgehend in einer christlichen Gemeinschaft aufgewachen, in der das Motto "Du darfst nicht, Du sollst..." die Lebensmaxime war und ich habe bei einigen Veganern, das gleiche Motto gefunden - Zufall ? Und wem mag man es verübeln aus diesem Kreislauf auszubrechen ?
Ich wünschte mir mehr Empathie einiger "Veganer" gegenüber Ihren Mitmenschen - entweder ich liebe die ganze "Schöpfung" oder niemand aber vll. bin ich einfach zu sehr von Knigge beeinflußt.

" Habe ich aber diejenigen getadelt, die grausam gegen Tiere verfahren, so muß ich doch auch sagen, daß andre in die entgegengesetzte Übertreibung fallen, indem sie mit dem Viehe wie mit Menschen umgehen. Ich kenne Damen, die ihre Katze zärtlicher umarmen als ihre Ehegatten; junge Herrn, die ihren Pferden sorgsamer aufwarten als ihren Oheimen und Basen, und Männer, die gegen ihre Hunde mehr Zärtlichkeit, Schonung und Nachsicht beweisen als gegen ihre Freunde, die sich von jenen müssen mit Flöhen bevölkern lassen. Indessen scheinen manche Tiere in besserm Rufe zu stehn als andre. Niemand schämt sich zu bekennen, daß er Flöhe habe; Läuse hingegen darf kein Mensch von Erziehung mit sich führen, und doch ist beides Ungeziefer und an Geselligkeit geben die letztern den erstern nichts nach" ;)

Benutzerbild von Skadoosh80
vegan72 Postsmännlich94505 BernriedLevel 2
12.07.2017
Naja ich denke die, die wieder ins alte Muster zurückfallen, haben sich nicht genügend oder nicht intensiv genug mit dem Thema beschäftigt. Wenn man sich mal mit sämtlichen Aspekten auseinandersetzt und auch die Kritik daran wahrnimmt, kommt man am Ende doch zu dem Schluss das es das einzig richtige ist. Also vegan zu leben. Zumindest für mich. Ich war vorher 4 Jahre vegetarisch, wollte zwar vorher schon vegan leben aber wie das so ist, meint dann plötzlich das Umfeld, es hat die Weisheit mit Löffel gefressen usw. Erst als ich mich 2 Wochen lang intensiv von morgens bis abends mit dem Thema auseinandergesetzt habe hats klick gemacht. Und dabei bleibts wohl auch. Also ich für meinen Teil kann mir nicht vorstellen, auch wenn ich noch nicht soo lange vegan lebe, nochmal irgendwas mit tierischen Inhaltsstoffen anrühre. Die gesundheitlichen Vorteile, die ich bisher dadurch erfahren habe, verhindern dies zum Glück auch :lol:
Ok, ich gehöre wohl auch nicht zur Norm. Für mich ist das System Vegan eben auch durch und durch logisch, egal ob man es vom ethischen oder vom medizinischen Standpunkt aus betrachtet.

Benutzerbild von Becky95
vegan105 PostsweiblichLevel 2
13.07.2017
Zitat Hinterfrager:

Ich bin weitgehend in einer christlichen Gemeinschaft aufgewachen, in der das Motto "Du darfst nicht, Du sollst..." die Lebensmaxime war und ich habe bei einigen Veganern, das gleiche Motto gefunden - Zufall ? Und wem mag man es verübeln aus diesem Kreislauf auszubrechen ?
Ich wünschte mir mehr Empathie einiger "Veganer" gegenüber Ihren Mitmenschen - entweder ich liebe die ganze "Schöpfung" oder niemand aber vll. bin ich einfach zu sehr von Knigge beeinflußt.


Ich gebe dir da zwar im gewissen sinne recht, finde allerdings das beruht auf gegenseitigkeit.. wieviele omnivore scheren gleich alle veganer über einen kamm? “es fehlen nährstoffe!“ “veganer sind so extrem“ “drücken einen immer ihre meinung auf“ “kinder dürfen nicht vegan ernährt werden“ usw usf.. im gewissen sinne gibt es da genauso moralaposthel in den omnivoren reihen wie auch bei den veganern..
Und klar wünschen sich die meisten veganer das ein umdenken bei den mitmenschen stattfindet weil es eben viele positive aspekte hätte, dennoch verfahre ich nach dem prinzip leben und leben lassen..nur bei oben aufgeführten aussagen aus den omnivoren reihen werde ich oft etwas direkter und versuche diese mit fakten zu widerlegen, was dann auch so rüberkommen könnte als würde ich sie auf teufel komm raus überzeugen wollen, was aber eher daran liegt das ich versuche zu überzeugen das es mir und meiner familie an nichts mangelt sie uns also genauso leben lassen sollen wie wir es eben für richtig halten. ;)

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Nefasu
13.07.2017
Hallo Hinterfrager,

Zitat Hinterfrager:
Ich wünschte mir mehr Empathie einiger "Veganer" gegenüber Ihren Mitmenschen - entweder ich liebe die ganze "Schöpfung" oder niemand

Es ist manchmal reichlich schwierig ein Krebsgeschwür zu lieben, dass sich immer weiter aubreitet und ohne Rücksicht auf Verluste alles niederwalzt, dass nich bei 3 ausgestorben ist..


Ich finde es sogar relativ gerecht, dass man sich individuelle Empathielosigkeit gegenüber speziezistisch-empathielosen Individuen aussuchen darf.

Ich habe wenig Mitleid mit aufgespießten Torreros oder deren Angehörigen, auch wenn es mich traurig stimmt, dass diese nicht mehr über ihre Grausamkeit und ihr Fehlverhalten refelktieren und zu einem moralisch vertretbaren Sinneswandel gelangen können.

Der Unterschied (welcher die Empathielosigkeit mMn rechtfertigt) ist, dass jede nicht-menschliche Spezies (und manche menschlichen Wesen) zu den Opfern der Grausamkeit gemacht werden, sich menschliche Lebewesen, aber täglich dafür entscheiden Täter in einem ausbeuterischen System zu sein (u.a. z.B. Karnivorismus, Menschenhandel, Zwangsprostitution, etc.).

Eben jenen Tätern gegenüber hat man somit die gleiche Möglichkeit die Empathie zu versagen, wie man dies gemeinhin bei Mördern, Kinderschändern oder Menschen von ähnlich niederer Gesinnung praktiziert.

Ob es dieser Welt im Allgemeinen und einem persönlich im Besonderen dadurch besser geht oder voran bringt steht natürlich auf einem anderen Blatt ;)

Grüße,
Falk

12x bearbeitet

Benutzerbild von rossie
vegan1.461 PostsweiblichOberlausitzLevel 2
13.07.2017
Als ich mich vor einigen Jahren im Forum angemeldet habe war ich Vegetarier. Für mich das aller beste und auf einmal lernte ich Veganer kennen.

Habe mir viele Gedanken gemacht und nach Gründen gesucht war nicht schwer welche zu finden.
Dann habe ich langsam angefangen vegan zu leben, nicht für irgendjemand sondern für mich. Mein Gewissen ließe mir keine Ruhe.
Ohne Druck und ohne Stress gings ganz leicht. Mir ist es nicht wichtig was andere Menschen darüber denken gehe einfach meinen Weg.

Und muß es wiederholen, schuld daran waren die Leute im Forum. Zum Glück. :thumbup: Ich könnte nie mehr einen Schritt zurück machen.

LG rossie und Hund Orlando (er findet Obst und Gemüse auch toll)

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