Krieg in der Ukraine

Erstellt 01.03.2022, von kilian. Kategorie: Off-Topic. 51 Antworten.

08.03.2022
Mein Herz zerbrach gleichermaßen im Irak, bei 9/11 bei den Kriegen um Palästina und die Existenz Israels, beim Vietnam-Krieg, in Afghanistan und Libyen, in Syrien, Ex-Jugoslawien Georgien, und jetzt in der Ukraine und in Russland, die nun vermutlich durch den Wirtschaftskrieg systematisch in einen furchtbaren Bürgerkrieg getrieben werden.

Dadurch, dass wir weltweit unsere Waren verkaufen, weltweit Urlaub machen, weltweit einkaufen und unsere Waren herstellen lassen, sind das alles Menschen, mit denen ich mich verbunden fühle. Das Märchen von gut & böse und der eindeutigen Zuweisung von Schuld kann ich nach Jahrzehnten intensiver Politikbetrachtung (ganz und gar ungeBILDet) nicht teilen. Es gibt erfahrungsgemäß immer ein ganzes Bündel von Entwicklungen und Ursachen, die letztlich zum Einsatz von Waffen und SOldaten gegen ein Land oder eine Bevölkerung führen. Dass die jeweils andere Seite versucht, den Gegner wahlweise für verrükt zu erklären, oder als das personifizierte Böse, ist Teil der Kriegsführung.


Für mich sind sowohl die unter den Sanktionen leidenden einfachen Russen als auch die massiv unter den Kriegshandlungen leidenden Ukrainer meine Freunde, gegen die ich nie etwas hatte, und mit denen ich in Frieden und Wohlstand zusammenleben möchte.


Aber sie sind mir nicht ferner oder näher als die vielen Millionen Menschen, die weltweit unter Kriegen, Flucht und Vertreibung leiden müssen.

Alle müssen zurück an den Verhandlungstisch und vor allem: Die Waffen müssen wieder schweigen - alle!
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08.03.2022
Wie soll man denn mit jemanden verhandeln, der nachweislich sein eigenes Volk sowie die Weltgemeinschaft seit Jahren belügt, internationale Verträge bricht und gegen das Völkerrecht verstößt? Und was, wenn man dem Irren nachgibt? Ist dann Frieden, oder holt er sich dann die nächsten Länder, die seiner Meinung nach zu Russland gehören? Frieden wirklich um jeden Preis? Auch um den Preis, dass alle undemokratischen Staaten alle demokratischen Staaten militärisch einnehmen? Nicht nur Putin wird nicht aufhören, wenn wir ihn gewähren lassen, auch andere autoritäre Staaten beobachten derzeit genau, wie weit man gehen kann. Dass wir nicht aktiv militärisch eingreifen, finde ich richtig, aber dass die Ukraine jede andere Unterstützung von uns erhält, die wir geben können, ist nicht zuletzt auch in unserem eigenen Interesse.
Mag sein, dass arme Russen unter den Sanktionen leiden, aber sicherlich weniger, als die die gerade unter dem Beschuss der Russen sterben. Und natürlich sollen die Sanktionen auch dazu führen, dass darunter leidende Russen sich gegen den Krieg engagieren.
Ich habe ukrainische und russische Freunde und Bekannte. So nah wie jetzt hab ich noch nie einen Krieg miterlebt. Das ist alles so schrecklich und ich wünsche mir und allen Beteiligten so sehr, dass Russland den Krieg beendet (zur Not ohne Putin).
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08.03.2022
Wie soll man denn mit jemanden verhandeln, der nachweislich sein eigenes Volk sowie die Weltgemeinschaft seit Jahren belügt, internationale Verträge bricht und gegen das Völkerrecht verstößt?


Genau so, wie man mit Ländern weltweit seit Jahrzehnten bestens zusammenarbeitet, die genau das was nun Russland vorgeworfen wird, ebenfalls tun. Z.B. USA.


Die Welt ist nun mal nicht schwarz - weiß und nur, weil wir mehr oder weniger zufällig dem einen Bündnis angehören, haben wir nicht die Wahrheit gepachtet und sind frei von Propaganda.

Das soll nix beschönigen, aber Dämonisierung hat noch nie weiter geführt. Es wird Zeit, dass die westlichen "Demokratin" oder "Googleaturen" - wie ich sie manchmal nenne, anerkennen, dass auch dieser Krieg, genau wie der in Afghanistan nicht zu gewinnen sein wird, und der Weg in einen Frieden danach ausschließlich über ernst gemeinte und substatiell geführte Verhandlungen zu erreichen ist.

Dass Putin verrückt sei, ist eine der großen Erzählungen westlicher Propaganda. Dahinter steckt möglicherweise die gar nicht so irreale Befürchtung, dass ein Bürgerkrieg wie in Libyen oder in Syrien folgen würde, wenn man nicht dafür sorgt, dass zwischen Nato und Russland wenigstens die Ukraine als neutraler Pufferstaat eingerichtet wird. Putin hat monatelang immer wieder genau das gefordert - und diese Forderung wurde ignoriert. Ebenso das Versprechen Genschers und Bakers (Aussenminister der USA und Deutschlands) dass es keine NATO-Osterweiterung geben würde. Solche Versprechen wären einzuhalten gewesen, oder hätten eben nicht gegeben werden dürfen, wenn man sich eh nicht daran halten will.

Die Sachen sind zu komplex, um alle Facetten dieser Konfliktlage hier sachgerecht und ohne Propagandaaufladung erörtern zu können.


Mir tut das ukrainische Volk, dass nun die Suppe auszulöffeln hat, die die Politik internatiuonal in den letzten 30 Jahren eingebrockt hat, auszulöffeln hat, unendlich leid.


Europa, insbesondere Deutschland, dessen wirtschaftliche Prosperität und Zukunft ebenfalls dadurch massiv beeinträchtigt wird.


Der lachende Dritte sitzt mal wieder ganhz woanders und zieht die Strippen, während er sich nen schlanken Fuß macht und sich am hohen Ölpreis dumm und durmelig verdient (Exxon usw.).


Wie viele Menschen aus der Ukraine werden von den USA als Flüchtlinge aufgenommen? Wieviele waren es aus Afghanistan, aus dem Irak, aus Syrien und aus Libyen?


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08.03.2022
Ich finde es völlig unangemessen, der Ukraine die Souveränität abzusprechen, selbst zu entscheiden, welchen Bündnis sie sich anschließen will. Willst du das der Ukraine absprechen? Wenn nein, was möchtest du dann Putin anbieten?
Und dass auch andere Länder ungerechtfertigte Kriege führen, entschuldigt nix, aber auch gar nix. Whataboutismus hat übrigens auf staatlicher Propagandaebene sowjetischen Ursprung. Sollte man unabhängig davon als Nichtargument aber einfach weglassen.
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08.03.2022
Das Narrativ von den neutralen Staaten zum Schutze Russlands ärgert mich ziemlich. Die dafür von den Russen vorgesehenen Völkern hatten gar keine Lust dazu. Esten, Letten, Litauer, Polen, Tschechen. Slowaken, Ungarn und Bulgaren hatten so gar kein Vertrauen in Russland. Diese Völker bzw. Staaten sind alle freiwillig der NATO beigetreten. Da wurde niemand gezwungen. Teilweise gibt es historische Feindschaften zu den Russen (Balten, Polen, Ungarn).

Sie wußten auch genau, warum. Ohne den Schutz der NATO wären sie nicht lange frei geblieben. Sie hatten genau das vor Augen, was den Ukrainern gerade passiert. Sie wären allein und isoliert gewesen und dem Machtkalkül der Russen wehrlos ausgeliefert.

Wer fordert, dass die NATO diese Staaten hätte nicht aufnehmen sollen, respektiert das Selbstbestimmungsrecht der Völker nicht. Diese Völker haben sich für die Freiheit entschieden und gegen das russisches patriarcharische Zwangssystem. Wer die Aufnahme bemängelt, blended aus, dass diese Staaten ihre Freiheit sichern wollten.

1x bearbeitet

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08.03.2022
Na dann, auf in den Krieg!
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08.03.2022
Zitat Vegbudsd:Na dann, auf in den Krieg!


Gibt es irgendeinen Anlass für diesen Kommentar zu meinem Beitrag? Da hätte ich gerne mal die Argumentation zu gekannt!

Wenn die Ukraine in der NATO wäre, hätten die Russen sie nicht überfallen. Dafür hätten sie nicht den 3. Weltkrieg riskiert. Putin wird die Entscheidung, die Ukraine nicht in die NATO aufzunehmen - maßgeblich von Merkel beeinflußt - als Einladung der NATO gewertet haben, sich zu bedienen. Das Lamento mit Menschenrechte etc. wird er als westliche Folklore verstanden haben.
2x bearbeitet

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08.03.2022
Du hast Recht.
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11.03.2022
Ein lesenswerter Artikel, warum die EU zur Zeit vieles richtig macht und ihre Stärken als Friedensprojekt nutzt:

Was der EU als Schwäche vorgeworfen wird, ist ihre eigentliche Stärke und die Wertebasis, worauf sie gründet. Gerade jetzt, vielleicht zum ersten Mal überhaupt, beweist die EU, dass sie ein Friedensprojekt ist und Lehren aus den Jahrhunderten des gegenseitigen Bekriegens gezogen hat.

https://perspective-daily.de/article/2064-gegen-diese-waffe-hat-putin-keine-chance/fdiwQJGF
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11.03.2022
Aus meiner Sicht wirft der Artikel die Frage auf, was gewesen wäre, wenn die Ukraine in der EU gewesen wäre. Hätten wir dann weniger Krieg, weil Russland aufgrund des drohenden Bündnisfalls nicht angegriffen hätte (Abschreckung durch starkes Militär im Widerspruch zum Artikel) oder hätten wir dann mehr Krieg, weil aufgrund des eingetretenen Bündnisfalls alle anderen EU-Länder deutlich aktiver (auch militärisch) hätten sein müssen, als sie es momentan sind (da wäre die die EU also auch nicht friedensstiftend gewesen)?


Mit Blick auf Polen und Ungarn würde ich, unabhängig von der Bereitschaft wenigstens ukrainische Flüchtlinge aufzunehmen, außerdem stark die gemeinsame Wertebasis (zumindst in Bezug auf die dort derzeitig amtierenden Regierungen) bezweifeln.
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