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Niko auf Abwegen?

Erstellt 31.03.2023, von Heinzi. Kategorie: Allgemein vegan. 63 Antworten.

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Benutzerbild von Sunjo
vegan2.902 PostsweiblichLinzLevel 4Supporter
31.03.2023
Ich hör jetzt auch das zweite (noch längere) Gespräch (bin noch nicht fertig).

Soweit ich es bisher für mich verstanden habe: Niko präsentiert hier auszugsweise seinen aktuellen Wissensstand zu semi-essentiellen Nährstoffen - also Nährstoffen, die von Menschen theoretisch selbst gebildet werden können, aber abhängig von genetischen Faktoren und der Zufuhr benötigter Bausteine durchaus auch zu den kritischen Nährstoffen gehören können. Fazit: nur weil einige (oder auch die meisten) Menschen durchaus supergesund vegan leben können, indem sie nur B12 supplementieren, kann es für andere Menschen tatsächlich gesundheitliche Probleme verursachen. Diese sollte man dann nicht für doof erklären und ihnen selbst die Schuld geben, sondern eben schauen, woran es liegt. Gegebenenfalls müssen diese Menschen dann mehr supplementieren. Und das kann gegebenenfalls dazu führen, dass die vegane Lebensweise doch zu einem Luxus wird, den sich nicht jeder leisten kann. Und dann kann es unter gewissen Umständen eben doch ethisch vertretbar sein, auch mal ein Ei, z.B. von einem geretteten Huhn, zu essen, statt sich selbst Leid zuzufügen. Das soll dann aber kein Freibrief sein, wieder hemmungslos und ohne Rücksicht auf jegliches Tierleid alle möglichen Tierprodukte zu konsumieren.
Weiterhin plädiert Niko Rittenau für eine generelle Anreicherung veganer Ersatzprodukte mit kritischen bzw. semikritischen Nährstoffen.
Insgesamt ist die Faktenlage noch recht dünn, er selbst auch mit seiner Wissens- und Meinungsbildung noch nicht fertig.
Die DGE hängt komplett mit allem hinterher, Nährstoffe die hier noch gar nicht in Betrachtungsweisen auftauchen, werden von manchen Ernährungsgesellschaften als semikritisch und von anderen als kritisch eingestuft (Beispiel Cholin).
Außerdem widerspricht er der (vor allem in Vegankreisen beliebten) Behauptung, dass Arachidonsäure immer schädlich ist - sie ist durchaus nötig, kann aber vom Körper selbst hergestellt werden (semi-essentiell).
Insgesamt schwächt er Gesundheitsargumente (und nebenbei auch Ökoargumente) für vegane Ernährung, betont aber die ethische Grundlage, berücksichtigt dabei aber auch den Menschen als leidensfähiges Wesen.

Benutzerbild von Henning
vegan179 PostsmännlichMagdeburgLevel 2
01.04.2023
@Sunjo
inerseits sagst du:
Insgesamt ist die Faktenlage noch recht dünn, er selbst auch mit seiner Wissens- und Meinungsbildung noch nicht fertig.

andererseits:
Die DGE hängt komplett mit allem hinterher,

Ich frage mich, mit welchem Recht du einer wissenschaftlichen Institution in einem Nebensatz einfach die Legitimation absprichst, vor allem, weil du ja selber zugibst, dass N.R. auch zT im Nebel stochert und einige von seinen Aussagen mehr oder weniger Vermutungen sind. Nur weil die DGE nicht die Speerspitze des Veganismus ist, ist da immer noch mehr akkumuliertes Wissen als der neue Superstar N.R. aufzuweisen hat. Und die DGE einfach im Klo wegspülen, also nimms mir nicht übel, aber dieses "haben doch eh von nix ne Ahnung" erinnert mich frappierend an die Coronazeit, als dem RKI und der Stiko exakt mit dieser Attitüde die Legitimation abgesprochen werden sollte.

2x bearbeitet

Benutzerbild von Dana
vegan4.747 PostsweiblichSchwarzwaldLevel 4
01.04.2023
Henning, ich bin da wirklich bei Sunjo. Die DGE ist sehr konservativ, da ist zwischenzeitlich sogar das amerikanische Pendant fortschrittlicher. Allerdings sagt die DGE, dass die von ihr vorgeschlagenen Werte ausreichend sind außer:

Du bist ein Kind
Du bist krank
Du bist alt
Du bist am Stillen
Du lebst eine Diät (egal welcher Coleur)
Du machst kein Sport
Du machst viel Sport
Du nimmst Medikamente
Du rauchst
Du bist schwanger
Du bist im Stress ....

Das ließe sich noch beliebig weiterführen.

Benutzerbild von Sunjo
vegan2.902 PostsweiblichLinzLevel 4Supporter
01.04.2023
@Henning: ich habe die von Kilian gewünschte Zusammenfassung gegeben.


Wenn du zu irgendetwas davon anderer Meinung bist, wende dich bitte an Niko.


Ich persönlich glaube, dass jemand der sich im Rahmen einer Doktorarbeit mit sämtlicher verfügbarer Literatur zu sehr speziellen Themen beschäftigt, durchaus feststellen kann, ob sich eine (vergleichsweise kleine, nationale) Ernährungsgesellschaft im Vergleich zu anderen Gesellschaften zu manchen Themen noch gar nicht geäußert hat. Es berührt mich aber nicht im geringsten, wenn jemand seine Kompetenz anzweifeln möchte.


Ich hab jetzt auch den langen Podcast durch und kann den durchaus empfehlen: im Grunde lassen sich beide Standpunkte rechtfertigen - der eine, der sich gut fühlt, nicht testet und nur ein Minimum supplementiert (und auch nicht mehr braucht), oder der andere, der alles mögliche testet und nach bestem Wissen deutlich mehr supplementiert (und das vielleicht auch wirklich braucht).


Mit der Ei-Thematik bin ich aber nicht so ganz einverstanden - selbst wenn man nicht überzüchtete Hühner so artgerecht wie möglich hält, hat man immer noch das Problem mit den nicht benötigten und auch nicht zusammen haltbaren Hähnen. Das darf also eigentlich nur eine vorübergehende Notlösung sein

Für jede weitere Diskussion bitte ich doch sehr darum, sich mit den aktuellen Aussagen Nikos wirklich zu beschäftigen, bevor man da einfach mal drauf basht. Tatsächlich ist Niko Rittenau mit seinen neuesten Erkenntnissen nämlich auch keine Speerspitze für den Veganismus. Das ist vielleicht auch das, was Heinzi hier thematisieren wollte?

1x bearbeitet

Benutzerbild von Libio
vegan1.288 PostsweiblichBERLINLevel 4
04.04.2023
hallo, vivo life wird doch nicht von ihm angeboten? Das wär mir neu. auch im Impresum der Firma, die vivi life vertreibt taqucht Niko Rittenau nicht auf.

Ansonsten sei ncht sauer, es ist überall so, dass angebrochene Nahrungsmittel, Medikamente oder auch Nahrungsergänzungsmittel nicht zurückgenommen und erstattet werden, das steht ja auch in den Allgemeinen Bedingungen.

Das hat nichts damit zu tun, dass jemand Geld verdienen muss, sondern damit, dass keine Firma die Kosten von angebrochenen nicht mehr verkäuflichen Dingen übernehmen kann. Dann müssten sie das auf den Preis der anderen Produkte aufschlagen, wenn sie nicht pleite gehen wollen und damit würden die Dinge Richtung unbezahlbar gehen.

Nachdem was ich weiß, empfiehlt Niko Rittenau keine fremden Nahrungsergänzungsmittel mehr, weil die Firmen die Zusammensetzung nicht offen legen.

Und mir fällt auch noch ein, dass er eine extrem große Menge an Wisen kostenlos weiter gibt. Und von irgendwas leben muss er ja auch noch, sonst wär er bald nicht mehr für die Veganer und zukünftigen Umsteiger da.


Benutzerbild von Dana
vegan4.747 PostsweiblichSchwarzwaldLevel 4
Benutzerbild von Libio
vegan1.288 PostsweiblichBERLINLevel 4
04.04.2023
Sei es ihm gegönnt, es steckt ne Menge Arbeit drin.

Benutzerbild von Vegbudsd
vegan2.997 Postsmännlich35708 HaigerLevel 3Supporter
04.04.2023
Es ist ne seltsame Haltung, dass Leute, die was Gutes machen (egal bei welchem Thema) kein Geld mit ihrer Arbeit verdienen sollen, zumindest immer wieder schief angesehen werden, als sei es unanständig, mit seiner Arbeit erfolgreich Geld zu verdienen...

Benutzerbild von Dana
vegan4.747 PostsweiblichSchwarzwaldLevel 4
04.04.2023
Die Personen machen das doch nicht umsonst. Egal ob Youtube, Bücher oder ähnliches. Sie sollen ja auch damit etwas verdienen. Ich meine mich aber zu erinnern, dass Niko anfänglich überhaupt kein Freund von NEMs war und es erst wurde, als er seine eigene Linie verkaufte.

Benutzerbild von Libio
vegan1.288 PostsweiblichBERLINLevel 4
04.04.2023
Ich habe auch ganz alte Vorträge von ihm gehört, er hat auch da von Supplementen gesprochen, vor denen man keine Angst haben soll.
Solange die Nahrzngsmittelindustrie noch auf dem Weg ist, die Lebensmittel auf grüne Ernährung anzugleichen.
Da tut sich ja grad ne Menge.


Schade finde ich, dass sich Lebensmittel in D nicht mehr Bio nennen dürfen, wenn B12 oder Anderes angereichert wurde. Ganz versteh ich es nicht, da Bio ja kein geschützter Begriff ist.
Ich selber trau dem Bio auf der Verpackung nur wenig, aber andere kaufen das bevorzugt.


Ich fände es toll, wenn genauso wie Jod seit langer Zeit andere wichtige Vitamine, Mineralien usw zugesetzt werden würden, dann müsste - bis auf ein paar Ausnahmen - niemand irgend etwas supplementieren.


Mich regt auch die riesige RessourcenVerschwendung auf, Zusätze ins Tierfutter zu geben, weil deshalb viel zu viel von den guten Sachen in Gülle verwandelt wird.
Und dass diese großen Mengen von Tierproduktessern nicht als unnatürlich erkannt und benannt wird, im Vergleich zu dem bisschen Nahrungsergänzung der Veganer, Vegetarier, Alten oder Kranken.


Da ist immer so viel verzerrte Wahrheit, womit Veganer konfrontiert werden.


Na, ich weiß, es geht vielen hier so, dass sie Dinge vorgeworfen bekommen, die eigentlich Tieresser verschulden.



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