"neutrale" Studien oder Fakten zur veganen Ernährung

Erstellt 15.03.2019, von habanero79. Kategorie: Allgemein vegan. 59 Antworten.

17.04.2019
Zitat Birke190234:Lieber habanero79,
seit neuestem gibt es eine Fachhochschule, die sich aus volkswirtschaftlicher Sicht mit der veganen Lebensweise beschäftigt. Prof. Dr. Keller ist sozusagen der erste Professor, der sich mit Fragen rund um die vegane Ernährung aus wirtschaftlicher Sicht auseinandersetzt. Er ist leicht im Internet zu finden.

Ich hab's mir mal angesehen. Mit Forschung hat dieser Studiengang wohl eher nichts zu tun:
Der Bachelorstudiengang B.A. Vegan Food Management vermittelt Ihnen wissenschaftlich fundierte Fachkenntnisse, Wirtschafts- und Managementkompetenzen sowie kommunikative, soziale und personale Fähigkeiten und bereitet Sie gezielt auf eine Tätigkeit als Fach- und Führungskraft in der Lebensmittelbranche mit veganem Bezug vor.

Könnte aber natürlich trotzdem für manche interessant sein: https://www.fh-mittelstand.de/vegan/

Interessanter dürfte da die Forschung des ifane-Instituts sein (da mischt Dr. Keller ebenfalls mit)
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17.04.2019
Zitat MissMiller:Tatsache, das es scheinbar keine eindeutige Datenlage gibt

Die US-Regierung sieht das anders, deshalb z.B. folgendes Verbot:
Google: "eggs are healthy prohibited"

It's illegal to advertise that eggs pack a nutritional wallop, or that they have a high nutritional content. Eggs have so much cholesterol, we can't even say they “contribute nutritionally.” ... By law, according to the USDA, the egg industry “needs to steer clear of words like 'healthy' or 'nutritious.'”Mar 26, 2015
Peeks Behind the Egg Industry Curtain | NutritionFacts.org

Google-Übersetzer:
Es ist illegal zu werben, dass Eier eine Nährstoffzufuhr enthalten oder dass sie einen hohen Nährstoffgehalt haben. Eier haben so viel Cholesterin, wir können nicht einmal sagen, dass sie „ernährungsphysiologisch beitragen“. ... Laut USDA muss sich die Eierindustrie „von Wörtern wie „gesund“ oder „nahrhaft“ distanzieren.“
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18.04.2019
Hallo MissMiller,

Zitat MissMiller: Die Tatsache, das es scheinbar keine eindeutige Datenlage gibt sollte als Chance verstanden werden.

Ich möchte hier nochmal auf die eingangs erwähnte eindeutige Datenlage von Dr. Michael Greger aufmerksam machen:
www.nutritionfacts.com

Einer der derzeit führenden Ernährungsmediziner der Welt.

Für dich aber wahrscheinlich zu "eingenommen", da dieser ja bekanntlich nach seinen anfänglichen Forschungen gegen die rein-pflanzliche Ernährungsweise mittlerweile Veganer geworden ist und diese erbittert vertritt, da keine von ihm kontrollierte (Meta-)Studie Nachteile einer vollwertigen, rein-pflanzlichen, Ernährungsweise sondern das exakte Gegenteil aufwiesen.


Die von dir unterstellte Analogie verstehe ich übrigens persönlich nicht.
Wenn ich z.B. die gesundheitsschädlichen Auswirkungen von Tabakkonsum erforscht habe und dadurch Nichtraucher werde, dann sind automatisch alle diesbezüglich von mir kontrollierten Studien befangen und nicht aussagekräftig?

So funktioniert das System nicht..

Neben den Abstrakten müssten wissenschaftliche Teams immer auch das Forschungsziel sowie den Versuchsaufbau veröffentlichen

Somit steht es selbst einem Laien frei die Studien selbst zu verifizieren und den Aufbau zu validieren.
Dies ist immer im jeweiligen Einzelfall zu betrachten, da prinzipiell jede Studie finanziert wird und somit zumindest Forschungsschwerpunkte vorgegeben werden.

Dass seriöse Studien "für eine bestimmte Gruppierung erfunden" werden ist mehr Science-Fiction und Hollywood als Realität, da genau diese Studien sehr schnell, offensichtlich und selbst mit minimaler Fachkenntnis nach Prüfung des Versuchsaufbau entlarvt und angefochten werden können.

Die eigene Meinung zu reflektieren ist wichtig, da gebe ich dir Recht, aber zwangsläufig alle positiven Studien über einen Kamm zu scheren, nur weil diese von vermeindlich "vegan-freundlichen" Wissenschaftlern verfasst oder in einen entsprechen Kontext gesetzt werden ist unbegründet und kann durch mehrere auf der oben genannten Seite referenzierte Studien widerlegt werden (welche nebenbei mehrheitlich von Omnivoren oder Karnisten verfasst und lediglich von Dr. Michal Greger redaktionell aufbereitet, vereinfacht und für den Laien verständlich gemacht wurden).

Liebe Grüße,
Falk
3x bearbeitet

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18.04.2019
Liebe Nefasu,
Zitat aus deiner Nachricht:

"Somit steht es selbst einem Laien frei die Studien selbst zu verifizieren und den Aufbau zu validieren."

Als Ausgangslage einer Studie sollte (nicht muss!) der Studienleiter seine Wertbezogenheit offen legen. Daraus allerdings auf Validität bzw. die Objektivität des Studieninhaltes zu schließen ist Unsinn. Selbst Studenten in den ersten Seminaren der Statistik fällt ein solches Urteil ungemein schwer, deshalb fallen auch über 90 % bei den entsprechenden Klausuren durch. Also würde ich hier für mehr Respekt vor diesen schwierigen statistischen Inhalten einfordern. Zur Sachlage: Verifikation und Validitätsprüfungen sind ausschließlich (!) statistische Fragestellungen.

Ebenso von wenig Respekt zeugt für mich die Aussage eines Users, dass Prof. Dr. Keller und Team, nicht forschen würde. Sein Institut betreut Doktoranden, und denen unisono keine bis mangelnde Forschung zu unterstellen ist schon eine steile Vorlage.


Viele Grüße
Birke

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18.04.2019
Zitat Birke190234:
Ebenso von wenig Respekt zeugt für mich die Aussage eines Users, dass Prof. Dr. Keller und Team, nicht forschen würde. Sein Institut betreut Doktoranden, und denen unisono keine bis mangelnde Forschung zu unterstellen ist schon eine steile Vorlage.


Viele Grüße
Birke

Liebe Birke, würdest du bitte meinen Text nochmal lesen und versuchen zu verstehen. Vielen herzlichen Dank!
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18.04.2019
Zitat Birke190234: Zur Sachlage: Verifikation und Validitätsprüfungen sind ausschließlich (!) statistische Fragestellungen.

Liebe Birke,
weil das so ist und nachdem oben schon auf Dr. Michael Greger aufmerksam gemacht wurde, füge ich hier eine weitere, sehr aussagekräftige Darstellung der Datenlage an.
Eingabe in der Google-Suche:
"Comparison of Nutritional Quality of the Vegan, Vegetarian, Semi-Vegetarian, Pesco-Vegetarian and Omnivorous Diet". (Google-Übersetzer für die Sprachunkundigen!)

Allein die 4 Tabellen sollte sich jeder Zweifler vor Augen führen!
Wem das keine Motivation für vegane Ernährung ist, dem ist schlecht zu helfen.

Viele Grüße, Gerhard
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18.04.2019
Hallo Birke,

Zitat Birke190234: Zur Sachlage: Verifikation und Validitätsprüfungen sind ausschließlich (!) statistische Fragestellungen.

Das ist so nicht korrekt.
Lt. Duden stellt die Verifikation dir Prüfung eines Ergebnisses und die Validierung dir Prüfung der Ausgangslage dar und bietet neben der Statistik auch Anwendung in Psychologie, Mathematik und Informatik.

Dies hat in diesem Kontext rein gar nichts mit Statistik zu tun, sondern gilt den genannten Überprüfungen (Versuchsaufbau- und Durchführung).

- Und diese sind in den meisten Fällen mit Grundlagenwissen im entsprechenden Fachbereich und in Studienaufbau im Allgemeinen durchaus machbar

Liebe Grüße,
Falk
2x bearbeitet

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19.04.2019
Liebe Diskussionsteilnehmer,
der Duden hat Recht. Um die Gütekriterien von Studien zu beurteilen braucht man verschiedene Wissenschaften, die allerdings ausschließlich in der Statistik zum tragen kommen. An dieser Stelle ist dein Einwand falsch. Es gibt nämlich die Unterscheidung in deskriptive Statistik und Statistik I und II. Erstere beschäftig sich mit Indikatoren, ec.pp., die immer dann zum Tragen kommen, wenn die Inhalte der Untersuchung nicht so eindeutig sind wie Zahlen, und deren Axiome. Danach muss (!) aber jede Studie in diese Logik gebracht werden.
Eine Untersuchung zu bewerten und zu beurteilen ist somit ausschließlich eine statistische Aufgabe. Alles andere ist und bleibt Unsinn.
Und genau das ist auch ein Grund warum es so schwer ist aus Studien auf die Sinnhaftigkeit veganer Ernährung zu schließen.
Viele Grüße
Birke
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19.04.2019
Hallo Birke,

Zitat Birke190234:
Eine Untersuchung zu bewerten und zu beurteilen ist somit ausschließlich eine statistische Aufgabe. Alles andere ist und bleibt Unsinn.

Wir reden hier eindeutig an einander vorbei.

Mir geht es nicht um eine, wissenschaftlich haltbare, statistische Analyse, sondern einzig und allein um eine grobe, persönliche und alleine Einschätzung jedes Individuums bezüglich der Relevanz und Validität einer vermeintlich relevanten Studie.

Deswegen bin ich hier mal unter Verweis auf den "gesunden Menschenverstand im Bereich der individuellen Möglichkeiten" aus der Diskussion raus, da wohl mittlerweile ausreichend Verweise auf "neutrale" wissenschaftlich gültige Referenzen vorhanden sind und diese Pfennisfuchserei über Einzelheiten und Rechthaberei mehr Energie benötigt, als sie Wert ist :lol:

Liebe Grüße,
Falk
2x bearbeitet

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08.09.2020
Eine neue Studie (Ernährungsumstellung auf pflanzenbasierte Lebensmittel reduziert Treibhausgase und benötigt weniger Fläche, wodurch die Renaturierung von Wäldern ermöglicht wird - und bietet damit deutlich bessere Chancen, den Klimawandel noch im halbwegs akzeptablen Rahmen zu halten).
https://www.mdr.de/wissen/wenig-fleisch-klimawandel-co-zwei-reduktion-100.html
https://www.nature.com/articles/s41893-020-00603-4
(an dieser Stelle würde ich mir einen Wissenschaftler ähnlich Christian Drosten wünschen, der das in den Gesamtkontext der bisherigen Studien einordnet, z.B. könnte die Studie auch ein "erhärtet nur, was wir sowieso schon wussten" bedeuten).
Trotzdem: eine so deutliche Formulierung in den öffentlich-rechtlichen ist noch nicht so gebräuchlich, und deshalb eine positive Erwähnung wert.

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