Cadaverin und Putrescin nach Fleischverzehr im Darm

Erstellt 26.09.2017, von Lilly. Kategorie: Off-Topic. 4 Antworten.

Cadaverin und Putrescin nach Fleischverzehr im Darm
26.09.2017
Hallo zusammen,

kürzlich habe ich gelesen, dass diese Stoffe nach Fleischverzehr im Darm entstehen.
Mich würde interessieren, in wie weit es den menschlichen Körper schädigt.
Es stehen teilweise gegengesätzliche Meinungen dazu.
Wenn es tatsächlich toxisch auf den menschlichen Körper wirken würde und jemand von euch einen guten Link dazu hätte, würde mich das interessieren. Man könnte so eine Studie gut als Argument gegen Fleischkonsum benutzen.
Mir sind ethische Argumente zwar lieber aber bei manchen Menschen, könnte es vielleicht dazu führen, dass sie kein Fleisch mehr essen würden.


Danke und Gruß.



1x bearbeitet

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26.09.2017
Hallo Lilly,

in diesem speziellen Fall habe ich zwar keine näheren Kenntnisse, aber ich persönlich finde, dass die, zunehmende, gesundheitliche Verteufelung von tierischen Produkten aufgrund von isolierten Korrelationen durchaus problematisch anzusehen ist.

Zitat Lilly:Mir sind ethische Argumente zwar lieber aber bei manchen Menschen, könnte es vielleicht dazu führen, dass sie kein Fleisch mehr essen würden.


Wer über den gesundheitlichen Aspekt argumentieren möchte, dürfte hier einen schwierigen Stand haben:
Es ist zwar erwiesen, dass übermäßiger Fleischkonsum etliche Krankheiten (u.a. den überwältigenden Großteil der sog. Zivilisationskrankheiten) bedingt oder zumindest begünstigt und dass durch eine überwiegend pflanzliche Ernährungsweise viele dieser Krankheiten u.a. geheilt werden können, daraus aber zu schließen, dass der Konsum von tierischen Produkten generell und undifferenziert schädlich ist, halte ich sowohl für den falschen, als auch für einen weitgehend postfaktischen Weg.


Vielmehr sollte mMn. ein informiertes Meinungsbild propagiert werden:
Eine Ernähung mit moderatem Fleisch- oder sonstigem Tierproduktkonsum ist per se nicht schädlicher als eine rein pflanzliche Ernährungsweise, solange man die, individuelle (aber allgemein eher niedrige[*1]), Toxizitätsgrenze für Tierprodukte nicht überschreitet.

Das Grundprinzip der Toxizität gilt auch für Tierprodukte weiterhin:
Zitat Paracelsus: Die dritte Defension wegen des Schreibens der neuen Rezepte. In: Septem Defensiones 1538. Werke Bd. 2, Darmstadt 1965, S. 510:Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, daß ein Ding kein Gift sei


Über die schädliche Dosis gibt es mittlerweile ja wiederum genügend Studien (siehe z.B. die Metastudie der WHO zum Thema "rotes Fleisch").


Um einen egoistischen (nicht aber altruistischen) gesundheitlichen Mehrwert zu generieren bedarf es also nicht zwangsläufig einer veganen Ernährungsweise, wohl aber einer, zugegeben heutzutage nur sehr selten anzutreffenden, strengen Mäßigung des Tierproduktkonsums (z.B. auf die von der DGE festgesetzten Grenzwerte).


Dass übermäßiger Tierproduktkonsum (schneller erreicht als oftmals angenommen) in der heutigen Zeit zum Teil auch nachhaltig Schäden anrichten kann (einige Fälle sind hier z.B. auch im Forum dokumentiert, ich denke u.a. an Friedrich) steht natürlich außer Frage und in solchen Fällen den Tierproduktkonsum zu kritisieren oder zu hinterfragen ist durchaus sinnig.

Das Nahrungsmittel an sich, bzw. die Resorption dieses Nahrungsmittels, isoliert und/oder generalisierend zu betrachten, wäre aber vermutlich der falsche Weg ;)

Grüße,
Falk

[*1] lt. DGE z.B. ca. 300g Fleisch oder Wurst pro Woche

12x bearbeitet

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26.09.2017
Hallo Nefasu


danke für deine ausführliche Antwort. Man muss dir ehrlich mal ein Kompliment machen, denn deine Antworten zeigen immer, dass du dich mit den Themen auseinander gesetzt hast. :thumbup:

Ich werde jetzt anders auf den gesundheitlichen Aspekt eingehen. Aber auch ab und zu mal ein Video, über die Leiden der Tiere, zeigen.


Wie bin ich überhaut eigentlich auf die Idee gekommen, auf diese Weise argumentieren zu wollen?
Ein Arbeitskollege hat in der Whatsappgruppe aller Kollegen, (wir müssen uns leider oft auf die Weise verständigen) einen Link gepostet.
Auf Italienisch, verstehe ich zwar nicht aber vom Spanischen abgeleitet, ging es darüber dass vegan nicht ethisch wäre.
Regenwald würde abgeholzt, durch Cashewverzehr würden in anderen Ländern billige Arbeitskräfte ausgenutzt. Wie gesagt, ich habe nicht alles verstanden.
Vielleicht sollte ich nicht überreagieren, aber ich wollte ihm zeigen, dass es Nachteile hat.
Zuerst habe ich ihm etwas über Tiere hin zum Schlachthof von PETA geschickt.
Dann bin ich auf der Suche nach gesundheitlichen Risiken zu den 'Leichengiften' gestoßen. Das habe ich von einer italienischen veganen Seite geschickt.
1x bearbeitet

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26.09.2017
Das Argument, dass für Veganer Regenwald abgeholzt wird, ist vermutlich nicht vollkommen aus der Luft gegriffen. Allerdings halte ich es für wahrscheinlich, dass für Nichtveganer noch viel mehr Regenwald abgeholzt wird. Weil es ineffizient ist, die Flächen für Tierfutter zu verwenden, statt direkt für Lebensmittel für den menschlichen Verzehr.
Insgesamt handelt der Durchschnittskonsument in der westlichen Welt unverantwortungslos - hauptsache alles ist billig. Da wäre ja z.B. auch die Palmölproblematik. An der sind aber nicht die Veganer schuld und selbst bewusste Konsumenten können Palmöl nicht immer vermeiden.
1x bearbeitet

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26.09.2017
Hallo Lilly,

in solchen Situationen ist es durchaus verständlich auf diese Art und Weise zu reagieren.

Zitat Lilly:ging es darüber dass vegan nicht ethisch wäre.
Regenwald würde abgeholzt, durch Cashewverzehr würden in anderen Ländern billige Arbeitskräfte ausgenutzt.

Natürlich gibt es konstruierte Geisteskonstrukte, welche beim ersten nachdenken evtl. sinnvoll und stimmig erscheinen, aber bei genauerem Hinterfragen und/oder ändern der Parameter in ihrer inneren Logik zusammenfallen[*1].

Der Mensch als Individuum sucht sich prinzipiell immer genau jene Fakten heraus, welche der eingenen Meinung entsprechen.
Ich kenne dieses Verhalten z.T. von mir selbst, als ich mich mit dem Veganismus beschäftigt habe und bevor ich anfing meine eigene Weltanschauung zu hinterfragen und, buchstäblich, "über den Tellerrand zu schauen" (natürlich tappe ich auch heutzutage noch bei anderen Themen in diese Falle).

Nach meiner Erfahrung erreicht man mit dem Präsentieren von Gegenbeispielen bei anderen Menschen nur eine Abwehrreaktion.
Wenn man Menschen wirklich erreichen möchte schafft man dies meist, indem man nach den (Hinter-)Gründen für eine Meinung oder Auffassung fragt (also unauffällig die Meinungen hinterfragt ohne das Gegenüber in ein Kreuzverhöhr zu nehmen).

Meist verliert das vermeintlich stichfeste Argument die Basis und bricht in sich zusammen, was zwar ebenfalls durchaus zu Abwehrreaktionen führen kann, aber meist einen bleibenden Eindruck hinterlässt :thumbup:


Wirksam ist z.B. auch das Zustimmen in einen Teil des Arguments und diese These dann konsequent auszubauen, um entweder die Sinnlosigkeit des Argumentandum durch konsequente aber logische Übertriebung[*2] oder aber Erweiterung auf nicht bedachte und/oder unliebsame Situationen aufzuzeigen.

In deinem Fall könnte man z.B. der Cashewargumentation zustimmen und dafür pledieren, dass man dann ja ausschließlich regional essen sollte, aber gleichsam Regional-Vegan werden müsste, da auch das Fleisch vom Metzger um die Ecke durch Fütterung von Billig-Futtermittel durch Arbeitssklaven in Dritte-Welt-Ländern (in welchen z.T. regelmäßig Menschen verhungern) produziert wird.


Solchen Aufwand sollte man sich aber wiederum nur machen, wenn man die Person schätzt und diese ein ehrliches Interesse an der Thematik hat (bzw. ehrliche Bedenken bzgl. der angesprochenen Situation).

Deinteressierte und/oder ideologische Fleischesser sind meist nicht an einer Diskussion interessiert, sondern sehen dich als Veganer als ihren persönlichen emotionalen Punching-Ball.
Das sollte man sich natürlich nicht gefallen lassen und solche Diskussionen oder Provokationen ggf. mit entwaffender Ehrlichkeit im Keim ersticken ;)


Prinzipiell sollte man davon absehen ein Verhalten mit dem Verhalten jemand anderes zu rechtfertigen ;)
Dies zeugt generell von einer niederen Gesinnung und kaum standhaften Argumenten :thumbup:
Wie in deinem Fall, wo dein Gesprächspartner seine unethische Handlungsweise mit der unethischen Handlungsweiser anderer Personengruppen zu rechtfertigen versucht, anstatt Argumente für seine eigenen Sichtweise anzubringen.
Auf solche Misstände in der Argumentationslogik darf natürlich auch eingegangen werden :D

Grüße,
Falk

[*1] siehe z.B. das Buch "Don't Go Veggie!" von Udo Pollmer in welchem 75 halb durchdachte und teilw. postfaktische Geisteskonstrukte beschrieben werden, welche realitätsfremder oder teilw. fiktionärer nicht sein könnten

[*2] Hier könnte z.B. das gerne genutzte Argument "Jeder soll essen was er / sie will" mit dem Verweis auf Kannibalen und/oder Katzen- und Hundefleischfestivals in Fernost als ein überspitzter aber dennoch logisch-konsequenter kategorischer Imperativ genutzt werden

14x bearbeitet

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