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1 Euro fürs Betrachten von Schlachtvideos

Die Aktion der Albert Schweitzer Stiftung
Die Aktion der Albert Schweitzer Stiftung Bild: Albert Schweitzer Stiftung (bearb.) Bildtitel: München, CC-BY

Anne Schäfer
Anne Schäfer Bild: privat
Anne Schäfer arbeitet bei der Albert-Schweitzer-Stiftung für unsere Mitwelt in Berlin und betreut eine Petition gegen die schlimmste Tierquälerei in deutschen Schlachthöfen. Dafür fährt ein Team von Tierschützern durch Deutschland und zeigt Bilder der Fleischerzeugung. Unter dem Motto „Nicht wegsehen“ werden Passanten aufgefordert, sich die alltäglichen Bilder aus deutschen Schlachthöfen in Videos auf dem Tablet anzusehen – als symbolische Belohnung gibts dafür einen Euro.
Im Interview erklärt Anne Schäfer, was es mit der Kampagne auf sich hat – und was jeder Einzelne tun kann, um Tierquälerei wirksam zu bekämpfen.

Vegpool: Hallo Anne, Du betreust eine Petition der Albert-Schweitzer-Stiftung für unsere Mitwelt gegen „Qualschlachtungen“ - sind Schlachtungen nicht immer qualvoll?

Anne Schäfer: Hallo Kilian, jede Schlachtung ist in unseren Augen qualvoll und wir sind prinzipiell gegen das Töten von Tieren, allerdings halten wir eine Petition zur Abschaffung des Schlachtens derzeit für aussichtslos. Daher möchten wir mit unserem Appell Bundesminister Christian Schmidt zunächst dazu bewegen, Maßnahmen zu ergreifen, um zumindest die allerschlimmsten Tierqualen in Schlachthöfen zu beenden.

Vegpool: Ein Team von Euch ist derzeit auf Deutschland-Tour unterwegs, um weitere Stimmen zu sammeln. Wie viele Stimmen werden denn noch benötigt?

Anne Schäfer: Für die Petition gibt es keine Mindestanzahl an Unterschriften, die erreicht werden muss. Je mehr Menschen unterschreiben, umso besser und bisher sind schon über 30.000 Unterschriften zusammengekommen. Es wäre toll, wenn wir es auf 32.000 Unterschriften schaffen.

Vegpool: Eine Petition ist ja eher symbolisch - Politiker sind daran rechtlich nicht gebunden. Warum nicht gleich eine Kampagne gegen Fleischverzehr?

Anne Schäfer: Eine solche Kampagne existiert bereits in Form unserer jährlichen „Grunzmobil“-Tour. Wir wollten aber gerne konkret etwas gegen Missstände in Schlachthöfen unternehmen, so lange das Töten von Tieren noch Alltag ist und Millionen von Tieren vor und während der Schlachtung besonders schlimme Qualen erleiden.

1 Euro als symbolischer Anreiz

Vegpool: Ihr „bezahlt“ Passanten einen Euro dafür, sich schockierende Videos der Fleischproduktion anzusehen. Muss man Menschen kaufen, damit sie die Realität wahrnehmen?

Anne Schäfer: Wer die Aufnahmen nicht sehen möchte, schaut sie sich auch für einen Euro nicht an, daher ist der Euro eher ein symbolischer Anreiz und wird in den meisten Fällen auch gespendet. Aber das Angebot weckt zumindest das erste Interesse und macht neugierig. Gerade wenn es um Schlachtaufnahmen geht, ist es nicht leicht, Menschen dazu zu bewegen, sich diese Bilder anzusehen. Die Realität wird in diesem Zusammenhang leider oft ganz bewusst verdrängt.

Vegpool: Was kann jeder Einzelne tun, um gegen Qualschlachtungen vorzugehen?

Anne Schäfer: Der beste und einfachste Weg, Qualschlachtungen zu verhindern, ist, sich für eine vegetarische und vegane Ernährung zu entscheiden. Wir benötigen heutzutage keinerlei tierische Produkte, um uns lecker und gesund ernähren zu können.


Fragen: Kilian Dreißig

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4,6/5 Sterne (8 Bew.)
AUTOR: KILIAN DREIßIG
Vegane Lebensweise vereint Klimaschutz, Tierschutz und Lebensqualität. Gründe genug, mich als Journalist damit zu beschäftigen.