Über 70.000 Tiere lebendig verbrannt: Brandschutz weiterhin mangelhaft! PETA fordert Gesetz!

Mehr als 70.000 Tiere sind im vergangenen Jahr bei Stallbränden im deutschsprachigen Raum um ihr Leben gekommen. Das teilte die Tierrechtsorganisation PETA heute mit. Der Grund: Es fehlen wirksame, gesetzliche Auflagen zum Brandschutz.
Weil Stallbrände nicht zentral erfasst werden, geht die Organisation von einer hohen Dunkelziffer aus.
Die Zahl der lebendig verbrannten Tiere entspricht der Einwohnerzahl einer kleinen Stadt. Etliche weitere wurden verletzt. Dazu kommen 23 verletzte Menschen und ein Sachschaden von rund 13,6 Millionen Euro.
Laut der Mitteilung von PETA waren unter den Tieren, die 2025 bei lebendigem Leib verbrannten
- 4.000 Schweine
- 321 Rinder, darunter 199 Kälber
- 69.043 Hühner
- 50 Puten
- neun Pferde
- acht Schafe
Laut PETA wurden dabei 60 Stallbrände in Deutschland, Österreich und der Schweiz erfasst.
Tierschützer fordern wirksame Regeln zum Brandschutz
Das Problem: Viele Ermittlungen werden eingestellt, weil ein "technischer Defekt" die Ursache für den Brand gewesen sein soll. Solche Fälle werden dann behandelt, als wären sie nicht vermeidbar gewesen.
PETA fordert deshalb wirksame gesetzliche Regeln zum Brandschutz in Tierställen. Auch in bereits bestehenden Gebäuden. "Die Politik muss endlich gesetzliche Regelungen verschärfen, um die Tiere vor dem Verbrennen zu schützen", so PETA-Fachreferentin Julia Weibel.
Tödliche Stallbrände sind kein Zufall
Als häufige Ursachen von Stallbränden gelten technische Defekte, insbesondere an elektrischen Anlagen. Dazu zählen veraltete oder schlecht gewartete Elektroinstallationen, Kurzschlüsse und Überlastungen. Als weitere Risikofaktoren gelten Funkenflug bei Bau- und Wartungsarbeiten sowie ein unzureichender Schutz vor Gewitter- und Blitzschlag.
Doch auch bauliche und strukturelle Mängel tragen dazu bei, dass Brände in Tierhaltungsanlagen häufig zur Katastrophe werden.
So sind selbst in großen Mastanlagen mit tausenden Tieren in der Regel weder Sammelplätze noch Notausgänge für die Tiere vorgesehen. Auch Brandmelde-, Frühwarn- oder Löschanlagen, sowie ausreichende Löschwasserreserven fehlen vielfach.
In ländlichen Regionen muss die Feuerwehr daher mitunter kilometerlange Zuleitungen legen, bevor mit der Brandbekämpfung begonnen werden kann. Zeit, die etlichen Tieren das Leben kostet.
All dies lässt sich aus Sicht von Experten mit einem gesetzlichen Brandschutzkonzept verbessern, das verbindlich für alle tierhaltenden Betriebe gilt, unabhängig vom Alter der Ställe. Die damit verbundenen Kosten können nach Ansicht von Tierschützern kein legitimes Argument sein, um auf Brandschutz zu verzichten.
In Deutschland steht der Tierschutz als Staatsziel sogar im Grundgesetz.
Veröffentlichung:
Autor: Kilian Dreißig

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