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Endlich: Geflügelschlachthof nach Tierquälerei geschlossen

Dieser Geflügelschlachthof ist Geschichte - endlich!
Dieser Geflügelschlachthof ist Geschichte - endlich!
Bild: Aninova e. V. (Kombi)

Der Hühnerschlachthof Buckl in Wassertrüdingen (Landkreis Ansbach, Bayern) wird abgewickelt!

Der Betrieb, der nach Vorwürfen der Tierquälerei von den zuständigen Behörden geschlossen wurde, wird seine Tore nicht wieder öffnen. Das berichten sowohl die Organisation Aninova als auch Branchenmedien. Maschinen und Fahrzeuge stehen aktuell zum Verkauf.

Im Frühjahr 2025 hatte die Organisation Aninova Bildmaterial aus dem Betrieb veröffentlicht. Zu sehen waren demnach schwerwiegende Verstöße gegen das Tierschutzgesetz – darunter Würgen, Schlagen sowie Tötungen von Hühnern ohne ausreichende Betäubung. Wir hatten berichtet.

Aninova zufolge wurden allein im begrenzten Zeitraum der Überwachung 728 Übergriffe dokumentiert, davon über 530 als Straftaten eingestuft. Gegen den Betrieb wurde Anzeige erstattet.

In dem Schlachthof sollen bis zu 100.000 Hühner pro Tag getötet worden sein – hochgerechnet mehrere Millionen Tiere pro Jahr. Es handelte sich überwiegend um sogenannte „Althennen“ aus der Eier-Industrie, deren Fleisch anschließend bundesweit als „Luna“-Suppenhühner in Supermärkten und Discountern verkauft wurde. Hintergründe: Deshalb werden auch für Eier Tiere getötet.

Unmittelbar nach der Veröffentlichung schloss die Bayerische Kontrollbehörde für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (KBLV) den Betrieb. Die Staatsanwaltschaft Ansbach leitete Ermittlungen ein.

Warum erst Tierschützer auf die Geschehnisse im Betrieb aufmerksam machen mussten, ist indes ungeklärt. Kritiker sagen, die Behörden seien unterbesetzt und nicht in der Lage, die Einhaltung des Tierschutzgesetzes zu kontrollieren.

Laut Aninova wurden gegen Mitarbeitende des Schlachthofs sieben Strafbefehle erlassen – mit Geldstrafen zwischen 30 und 180 Tagessätzen. Zwei Strafbefehle liegen über 91 Tagessätzen und führen damit zur Vorstrafe.

Betroffen seien demnach Beschäftigte, die unmittelbar am Schlachtvorgang beteiligt waren und anhand des Videomaterials identifiziert werden konnten.

Weitere Verfahren seien als Ordnungswidrigkeiten an die zuständige Verwaltungsbehörde abgegeben worden. Ermittlungen gegen Verantwortliche des Betriebs dauern laut Pressemitteilung weiter an.

Obwohl Vertreter der Geflügelbranche versucht hatten, den Betrieb wirtschaftlich zu retten und dafür sogar Gespräche über staatliche Bürgschaften (aus Steuergeldern) geführt wurden, scheiterte ein Neustart letztlich an der Finanzierung. [1]

Meinung: Wie konnte dieser Betrieb so lange existieren!?

Dass erste Strafbefehle vorliegen und der Betrieb schließt, ist ein wichtiger Erfolg mit Signalwirkung. Doch es beantwortet nicht die zentrale Frage: Wie konnte ein Betrieb mit derartigen Szenen überhaupt so lange funktionieren, ohne dass Kontrollen das verhindert hätten?

Wie konnten Supermärkte und Discounter, die intensiv und regelmäßig mit "Tierwohl" werben, das ohne eigene Kontrollen hinnehmen?

Wer profitiert, wenn wir an die Versprechungen vom glücklichen Tier glauben?

Warum schottet sich die Tierindustrie so systematisch vor der öffentlichen Debatte ab? Wie können wir sicher sein, dass in anderen Betrieben nicht ebenfalls Kriminelle arbeiten?

Dass große Geflügelverbände diesen Betrieb weiter betreiben wollen, spricht aus meiner Sicht für sich.

Es ist ein Erfolg gegen eine zwielichtige Branche, die wir alle massiv mit unseren Steuergeldern subventionieren. Wir zahlen für Prämien, Förderungen, Entschädigungen, Nothilfen, Klimafolgen, Wasserbelastung und Gesundheitsfolgen.

Jüngst wurden etwa die Höchstbeträge für Entschädigungen bei Geflügelpest mehr als verdoppelt! Als wolle der Staat den Ausbruch von Seuchen belohnen.

Während uns allen immer weniger Geld bleibt, profitieren Massentierhalter von staatlichen Zuwendungen in Milliardenhöhe.

Und es besteht weiter Grund zur Sorge!

Die Bundesregierung fährt den Tierschutz zurück, statt geltendes Recht zu stärken. So plant die CDU/CSU etwa, Tierversuche durch ein eigenes Gesetz zu erleichtern [2] und die für den Umbau der Tierhaltung zuständige Abteilung im Bundesministerium abzuschaffen. [3]

Quellen

  1. Artikel auf Branchenmagazin: https://www.gefluegelnews.de/article/neustart-des-geflugelschlachthofs-buckl-in-wassertrudingen-gescheitert
  2. https://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/de/n[...]bsenkung-des-schutzstatus
  3. https://www.tierrechte.de/2026[...]/newsletter-tierrechte-6/

Veröffentlichung:

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Letzter Beitrag: 23. Feb. von Thula.

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