Preise für Bullen steigen - und das ist ein gutes Zeichen! [Kommentar]

Die Preise, die Schlachthöfe für Bullen bezahlen, sind in den vergangenen Monaten in die Höhe geschossen. Während ein Bullenmäster früher 2 Euro pro Kilo erhielt, sind es jetzt bereits 6 Euro pro Kilo. [Kommentar]
Doch was danach klingt, als wäre die Fleisch-Branche im Blut- Geldrausch, ist für die Allgemeinheit ein Lichtschweif am Horizont. Denn: Die hohen Preise zeigen, dass immer weniger Rinder in Deutschland gemästet werden.
In der Folge sind Schlachthöfe immer weniger ausgelastet, Mitarbeiter kündigen, weil sie nicht ausreichend Stunden arbeiten können. Die Kosten steigen und damit die Preise.
Die Branche implodiert. Schlachthöfe schließen sich zusammen und werden immer größer. So hoffen sie, wirtschaftlich bleiben zu können. Doch in Wahrheit platzt da gerade ein Blase.
In Deutschland sinkt die Zahl der gehaltenen Rinder um mehr als 100.000 pro Jahr. Das schreibt das Branchen-Magazin Top-Agrar.
Die Schlachtzahlen bei Bullen lagen demnach um 7,8 % unter dem Vorjahresniveau!
Bullenpreise als Vorzeichen für den Niedergang der Tierindustrie
Und das trotz der Milliarden, die der Staat Jahr für Jahr in die Tierindustrie pumpt. Unsere Steuergelder! Manch ein Tierhalter bekommt die Hälfte seines Einkommens direkt vom Staat.
Auch Veganer und Vegetarier bezahlen mit, damit Tierprodukte gegenüber anderen Nahrungsmitteln bevorzugt werden.
Freie Marktwirtschaft? Von wegen!
Die Tierindustrie ist wie ein stinkender Zombie, der nur noch durch Maschinen in Bewegung gehalten wird.
Für die Umweltschäden der Tierindustrie kommen wir Steuerzahler übrigens ebenfalls auf. Auch die Menschen, die kein Fleisch essen. (Nicht vergessen: Auch die Mehrwertsteuer im Supermarkt ist bereits eine Steuer!)
Wiederbelebungsmaßnahmen gescheitert
Wenn ein Lkw-Fahrer einen Laternenmast umnietet, muss er für die Schäden bezahlen. Das nennt man Verursacher-Prinzip. Der Verursacher haftet für die Schäden.
Doch wenn die Tierindustrie Futter zu Gülle umwandelt, unsere Trinkwasservorräte verseucht und die Klimakrise vorantreibt, dann zahlt die Allgemeinheit für die Schäden.
Über 22 Mrd. Euro pro Jahr. Allein für ökologische Folgekosten der Tierindustrie in Deutschland.
Das Verursacherprinzip ist ausgehebelt. Doch immer häufiger werden Kipppunkte überschritten.
Immer mehr Verbraucher erfahren davon, wie der Staat diesen stinkenden Koloss mit Geld vollpumpt. Der Unwille wächst, Produkte zu finanzieren, deren Verzehr immer mehr Menschen krank macht. Und die Unsummen an Folgeschäden verursachen.
Die steigenden Preise für Bullen zeigen: Wenn die Tierindustrie trotz der staatlichen Bürgschaft implodiert, dann steht ihr völliger Zusammenbruch unmittelbar bevor.
Wenn erst einmal die staatlichen Stützen, Gurte und Keile wegfallen, ist es aus mit der heutigen Form der industrialisierten Tierausbeutung.
Und wenn es schon nicht aus Weitsicht, Mitgefühl und Anstand erfolgt, dann deshalb, weil die Tierindustrie physikalische Grenzen jahrzehntelang ignoriert hat. Sie hat sich ihr eigenes Grab geschaufelt.
Schließen die Schlachthöfe nicht aus Vernunft, dann gehen sie unter, weil sie sich die eigenen Existenzgrundlagen zerstört haben. Eine Katastrophe für alle Beteiligten. Aber genauso vorhersehbar. Und daher vermeidbar.
15.000 Liter Wasser stecken hinter einem Kilo Rindfleisch. Dass das bei zunehmenden Dürren nicht endlos geht, kann sich jedes Schulkind ausrechnen.
Die steigenden Schlachtpreise für Bullenfleisch sind ein dringendes Warnsignal an Rindermäster, Züchter und Schlachthöfe. Vielleicht das Letzte vor dem völligen Zusammenbruch.
Wer jetzt nicht aussteigt, wird mit untergehen.
Veröffentlichung:
Autor: Kilian Dreißig















