Vegpool Logo

PR-Posse: Spott für Schlachthof Brand in Lohne!

Transparenz? Fehlanzeige! Stattdessen eine PR-Posse zum Fremdschämen!
Transparenz? Fehlanzeige! Stattdessen eine PR-Posse zum Fremdschämen! Bild: Screenshot / Animal Rights Watch e. V.

Hohn und Spott prasseln auf den Skandal-Schlachthof Brand in Lohne nieder, wegen dessen neuester PR-Posse. [Kommentar]

Als der Schlachthof im Sommer Tierschützer wegen Aufnahmen aus der CO2-Betäubungsanlage verklagte, sagten Kritiker:

Der Schlachthof wirbt intensiv mit Transparenz und kritischem Austausch. In Wahrheit schottet er sich jedoch ab. Verklagt sogar Menschen, die für Transparenz sorgten.

Doch was jetzt folgt, ist fast noch schwerer erträglich als die leeren Werbeversprechen und die Heimlichtuerei!

PR-Aktion zum Fremdschämen!

Ein "Presse-Besuch", den der Schlachthof offenbar zusammen mit der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ) durchgeführt hat, verspricht einen transparenten Presse-Einblick. Und wirkt dann wie ein PR-Auftrag.

Man freue sich, "erneut" hinter die Kulissen blicken zu lassen, schreibt Schlachthof Brand auf seiner Facebook-Seite. Die Bilderstrecke ist sogar mit "Triggerwarnung" versehen.

Man hätte vor Fremdschäm-Inhalten warnen sollen!

Screenshot des Posts auf Facebook: Fake-Transparenz zum Fremdschämen.
Screenshot des Posts auf Facebook: Fake-Transparenz zum Fremdschämen. Bild: Screenshot

Man sieht zwar einen Fotografen, der vom Schlachthof PR-tauglich abgelichtet wurde. Aber eben keine Transparenz von den Bereichen, auf die es ankommt, angesichts der aktuellen Kritik zur Tierquälerei.

Kein einziges Bild von der Betäubungsanlage. Nichts aus der CO₂‑Grube, wo die Schweine in Todespanik nach Luft schnappen, bis sie ohnmächtig sind.

Ganz ähnlich wirkt das Video, das die HAZ online gestellt hat. Brave Bilder, als wäre es ein Werbevideo. Fehlt eigentlich nur noch die Kennzeichnung.

Wir können trotz der zeitlichen Nähe nicht verifizieren, ob die Aufnahmen aus dem Schlachthof Brand stammen. Denn die HAZ nennt keinen konkreten Namen. Doch es ist egal, denn sensible Bereiche werden auch hier nicht gezeigt.

Es mag den Verantwortlichen im Schlachthof wie ein cleverer Schachzug vorgekommen sein, einen Pressebesuch mit ausgewählten Journalisten zu inszenieren.

Hol dir den Vegan-letter!
Erfrischende Vegan-Mails, Sonntags aus der Redaktion. Artikel, Inspiration, Aktionen und mehr. GRATIS
Ich stimme den Datenschutz-Hinweisen und der Personalisierung zu. ✓ Newsletter jederzeit abbestellbar.

Doch das entpuppt sich jetzt als oberste Peinlich-Pleite. Weil es die Vorwürfe nicht etwa ausräumt, sondern umso mehr bestätigt.

Auf seiner Website verspricht der Schlachthof Brand volle Transparenz (Stand: 16.6.2025)
So warb Schlachthof Brand mit Transparenz. Bild: Screenshot

Sehr viel Nähe zwischen Skandal-Schlachthof und HAZ-Redaktion

Beklemmend, diese Nähe zwischen einem Skandal-Schlachthof, der erneut nicht zeigt, wie Schweine betäubt werden... Und einer Redaktion, die nicht getan hat, was ihre Aufgabe gewesen wäre: kritisch nachfragen!

Ist wirklich niemandem vorher eingefallen, wie sehr die PR-Posse für Schlachthof und HAZ nach hinten losgehen musste?

Wenn die Tierschutzaktivisten in Berufung gehen, muss auch der letzte Richter anerkennen: Ohne Undercover-Aufnahmen können Verbraucher keine informierten Kaufentscheidungen treffen.

Die Fleischbranche trickst selbst dann noch herum, wenn es allerhöchste Zeit wäre.

Tiere leiden und niemand darf davon erfahren. Weil das Hausrecht eines Betriebs bis heute höher gewichtet wird als das Staatsziel Tierschutz. Die Transparenz-Posse wirkt wie ein zusätzlicher Schlag ins Gesicht.

Doch es gibt einen Hoffnungsschimmer! Aktuell sammeln die Aktivisten Geld für die Revision. Über 60.000 Euro sind schon zusammengekommen.

Noch ist die Geschichte nicht zu Ende.

Edit vom 11.8.2025 10:40 Uhr: Mittlerweile ist auch ein begleitender Artikel der HAZ online. Auch hier kein kritisches Wort darüber, warum die gesamte Betäubungsstrecke vollständig ausgeklammert wurde. Der Artikel geht auf Proteste gegen die Betäubung ein, lobt den Schlachthof für Transparenz - und bleibt diese weiter schuldig.

Edit: Die eingeladene Redaktion war von der HAZ. Der Link war zwar korrekt, jedoch wurde im Artikel zuvor eine falsche Abkürzung verwendet. Danke für den Hinweis!

Veröffentlichung:

Autor: Kilian Dreißig

Für eine veganfreundliche Welt - 498 Menschen sind dabei!

Wir suchen 2 Menschen, um weiterzumachen.
Ohne Paywalls und Abos. Ab 4 Euro/Monat.

498 von 500
Alex L. Georg D. Sunjo Marion H. Markus W. Iris Andreas G. Andreas S. Andrea N. Birgit M. und 488 weitere
Ja, ich helfe mit!
Jeder Umsteiger rettet bis zu 1.200 Tiere!
Diskussion im Forum:
Schlachthof Brand lädt zu "kritischer Auseinandersetzung - ich nehme an!
Letzter Beitrag: 12.09.2025 von sound-around.

Dazu passende Artikel:

Recherche: Schlachthof Brand aus Lohne erhielt 125.000 Euro Steuergelder!

Lieber Schlachthof Brand, ich nehme Ihre Einladung an! Video-Aufnahmen ganz legal möglich? [Abgelehnt!]