Milchverbrauch auf Rekordtief - immer mehr Menschen reduzieren Trinkmilch

Selten wurde in den letzten 100 Jahren so wenig Milch getrunken wie im Jahr 2025. Nach einer Mitteilung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung ist der Konsum von Konsummilch in den vergangenen 30 Jahren drastisch zurückgegangen.
Waren es 1995 noch 62 Kilogramm Konsummilch pro Person, so sind es 2025 nur noch 45 kg. Ein Rekordtief.
Als Grund nennt das BLE Trends, Demografiewandel und Wirtschaftlichkeit. So hätten beispielsweise pflanzliche Milchalternativen an Bedeutung gewonnen.
Gleichzeitig teilte das BLE mit, dass der Konsum von Käse und Joghurt zunehmen würde. Zwischen 1995 und 2025 hätte sich der Pro-Kopf-Verbrauch von Sauermilch-, Kefir-, Joghurt- und Milchmischerzeugnissen demnach von 22 auf 32 Kilo pro Jahr erhöht. [1]
Die Zahlen beziehen sich auf die theoretisch verfügbare Milchmenge.
Steigender Verbrauch von konzentrierten Milchprodukten wirklich eine „gute Nachricht“?
Weil ich überrascht davon war, dass eine staatliche Behörde den steigenden Konsum von hochverarbeiteten, konzentrierten Tierprodukten pauschal als „gut“ darstellt, habe ich das BLE um Erklärung gebeten.
Experten empfehlen schließlich seit Jahren, Tierprodukte zu reduzieren oder ganz zu meiden – insbesondere Käse und Butter. Die wichtigsten Gründe:
- Die Abhängigkeit der Tierindustrie von ausländischen Futtermitteln,
- die Umwandlung von Futter zu Gülle (nur ein kleiner Teil der Futterkalorien landet im gewünschten Tierprodukt – das meiste geht über Gülle verloren. Die Branche spricht von „Veredelungsverlusten“),
- Die Nahrungskonkurrenz der Tierindustrie zur menschlichen Ernährung (sie beansprucht Anbauflächen, die direkt für die Ernährung von Menschen genutzt werden könnten),
- der hohe Wasserbedarf der Tierindustrie,
- die Überlastung von Böden durch die Entsorgung von Gülle auf Feldern und Wiesen (Stichwort: „Rote Gebiete“), und
- die Klimafolgen der Tierindustrie, insbesondere ihr hoher Methan-Ausstoß.
Für die ökologischen Folgeschäden haften übrigens nicht die Verursacher – sondern die Allgemeinheit.
Laut einer Studie des Wissenschaftsinstituts CE Delft im Auftrag der True Animal Protein Price Coalition (TAPP) von 2023 entstehen allein durch die deutsche Tierindustrie über 22 Mrd. Euro an Folgeschäden pro Jahr.
Jeder Bundesbürger zahlt rechnerisch 264 Euro pro Jahr für diese Schäden – ohne jede Gegenleistung.
Gleichzeitig fließen Milliardengelder vom Staat direkt und indirekt in die Förderung der Milchindustrie. Dadurch werden Molkereien und Tierhaltungen gegenüber nachhaltigen Unternehmen bevorzugt. Siehe dazu: 9 krasse Beispiele, wie der Staat die Milchindustrie bevorzugt.
Veröffentlichung:
Autor: Kilian Dreißig





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