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McDonald's Veggie-Range enttäuscht Veganer - Trend schon wieder verpasst? [Kommentar]

McDonald's wirft den "Fresh Vegan TS" raus.
Das Bild zeigt einen früheren Vegan-Burger von McDonald's, der aber wieder aus dem Sortiment geflogen ist.
Bild: K/Vegpool

Die Fast-Food-Kette McDonald's erinnert mich zurzeit ein wenig an den Schauspieler Leonardo DiCaprio. Trotz Berühmtheit musste der jahrelang warten, bis seine Fähigkeiten mit einem Oscar-Erfolg gekrönt wurden.

Dabei hatte er sich doch immer so angestrengt! [Kommentar]

McDonald's scheint es mit dem Schritt zu Vegan und Nachhaltigkeit so ähnlich zu gehen.

Kürzlich hat das Unternehmen angekündigt, eine neue Veggie-Range zu starten. Burger, Wraps und einen Salat. Mit Tierprodukten. Kaum etwas davon ist vegan. Echt jetzt?

Die Zeit kommt mehr als recht. Konkurrent Burger King macht es seit Jahren vor. Dort gibt es eine große Palette an "plantbased" Produkten, die sich mit wenig Aufwand veganisieren lassen.

Der Unterschied: Bei Burger King wirkt das Angebot einfach glaubhaft. Glaubhafter jedenfalls. Die Kette zieht es seit Jahren durch, niedrigschwellig, preislich angemessen attraktiv, selbstbewusst.

Wer schnell und bequem vegan essen will, weiß, dass er bei Burger King ein solides Angebot bekommt. Und nichts, das verschämt unter der Ladentheke versteckt wird.

  • Burger King arbeitet mit The Vegetarian Butcher zusammen, einer Marke, die Erfahrung mit gutem Veggie-Geschmack hat und in der Szene etabliert ist.
  • Die Kette wirbt intensiv für ihre pflanzlichen Produkte, und hat dabei einen langen Atem. Ernährungsveränderungen benötigen Jahre Zeit, um zu wirken. Ihr größter Gegner sind staatliche Bevorzugung von Tierprodukten, mangelnde Geduld und ideologische Bretter im Kopf. Es braucht Zeit.
  • Die veganen Produkte werden zu Preisen gekauft, die mit den herkömmlichen Erzeugnissen mithalten, oder diese sogar unterbieten.

Und ja, andere Burgerläden bekommen das qualitativ und geschmacklich vielleicht noch besser hin – aber nicht unbedingt in dieser Reichweite.

Ganz konsequent ist auch Burger King nicht, denn viele angebliche "Plantbased"-Produkte werden bei Burger King mit (tierischem) Käse ausgegeben. Da ist kommunikativ Luft nach oben!

Bei McDonald's wirkte indes ein damaliger Vegan-Versuch eher wie ein Versehen. Als würde man sich dafür genieren, ein nachhaltiges, tierfreundlicheres und (mangels laut WHO krebserregenden Fleisches) wohl auch gesünderes Produkt anzubieten.

Als hätte eine Praktikantin bei McDonald's eine gute Idee gehabt, die von den Bossen nur deshalb genervt abgenickt wurde, weil die Zahlen zum Vegan-Trend nur schwer zu ignorieren sind. Und nicht aus Überzeugung, dass Nachhaltigkeit eben länger hält (und deshalb Ernsthaftigkeit bei der Entwicklung verdient hat). So wirkt es auf mich.

Deshalb ist der aktuelle "Veggie"-Versuch zwar laut Pressemitteilung "gekommen, um zu bleiben". Aber aus meiner Sicht unglaubwürdig wie eh und je. Auch, wenn dahinter eine namhafte Agentur steckt.

Mir kommt es vor, als hätte McDonald's gerade das Kabeltelefon entdeckt – und wolle es uns als neueste Erfindung verkaufen. Schön für sie – aber halt 60 Jahre zu spät.

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Der Trend geht weg von den Tierprodukten. Nicht vom Fleisch zum Käse!

Wenn Fleischesser auf Käse umstellen, sprechen manche gar vom Käse-Paradoxon. Weil es einfach denselben Mist verursacht (und zwar wörtlich, denn Tierhaltung macht Tierfutter zu Gülle).

Dieselbe Tierquälerei, dieselben Umweltprobleme. Die Milchindustrie ist die Tierindustrie. Geht es ums Klima, liegt Käse oft sogar noch hinter Fleisch!

Ein Hoffnungsschimmer bleibt vielleicht, dass Leonardo DiCaprio mittlerweile doch einen Oscar erhalten hat. Besser spät als nie.

Vielleicht kommt bei McDonald's ja doch noch jemand auf eine gute Vegan-Idee – und die nötige Rückendeckung, Langatmigkeit und Präsenz. Was denkt ihr?

McDonald's hat aktuell nur eine ganz kleine Auswahl an veganen Produkten (die aber oft nicht mal offiziell als "vegan" beworben werden). Dazu gehören etwa die "McPlant® Nuggets". Auch die neue "Veggie-Plattform" wird daran erst einmal wohl wenig ändern.

Veröffentlichung:

Autor: Kilian Dreißig

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