Resistente Keime in Geflügel: Mehrzahl der Produkte betroffen (Ökotest)!

Hühnerfleisch ist häufig mit antibiotikaresistenten Keimen belastet – und das betrifft auch Bioprodukte. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung des Verbrauchermagazins Ökotest. [1]
Wer zu Hühnerfleisch greift, erwischt eher ein belastetes Produkt als ein sauberes. [Kommentar]
- Wer Hühnerfleisch kauft, bringt häufig antibiotikaresistente Keime mit nach Hause – oft unbemerkt und unabhängig vom Preis oder Bio-Siegel.
- Die größte Gefahr entsteht nicht erst beim Essen, sondern schon in der Küche, wenn Keime über Hände, Messer und Arbeitsflächen weitergegeben werden.
- Bio-Haltung schützt nicht zuverlässig, da Antibiotika erlaubt sind und gemeinsame Schlachthöfe Keime weiterverbreiten.
- Resistente Bakterien können jahrelang im Körper bleiben und werden so zu einer dauerhaften Gefahr für einen selbst und andere.
- Der hohe Antibiotikaeinsatz in der Tiermast schwächt lebenswichtige Medikamente – mit tödlichen Folgen für zehntausende Menschen in Europa.
Diese Fakten lassen sich nicht unendlich verdrängen.
Diese Ergebnisse sind schwer verdaulich – und erfordern wieder großen Einsatz von Verdrängung und Whataboutism bei den Verbrauchern, die trotzdem weiter Geflügelfleisch essen.
Denn neu sind solche Befunde längst nicht mehr.
Seit Jahren schlagen Behörden, Testmagazine und unabhängige Labore Alarm. Immer wieder weisen sie Antibiotikarückstände und resistente Keime in Fleisch nach. Geflügelfleisch sticht dabei besonders hervor.
Die Belastung ist so verbreitet, dass sie fast schon zu einer versteckten Normalität geworden ist. Denn in den Werbekampagnen von "Geflügel schmeckt" und Co. findet man solche Informationen ja eher nicht.
Zwar tötet gründliches Durchgaren einen Teil der Keime ab. Doch das eigentliche Risiko lauert oft schon vorher. Beim Schneiden, Waschen oder Würzen können sich die Bakterien in der Küche verteilen.
Ein Griff ins Gesicht reicht aus – und schon trägt man den Keim am eigenen Körper.
Die Regelmäßigkeit dieser Funde sagt noch etwas anderes aus: Weder scheinen Züchter und Mastbetriebe ernsthaft nachzubessern, noch schärfen Supermärkte und Discounter bei den Verträgen und Kontrollen nach. Die Probleme bleiben – Jahr für Jahr.
Biogeflügel ebenfalls belastet!
Auch Bioprodukte waren in der Untersuchung betroffen.
Entgegen einem verbreiteten Gerücht dürfen auch Biobetriebe Antibiotika einsetzen – wenn auch unter strengeren Auflagen. Nach der Behandlung müssen längere Karenzzeiten eingehalten werden. Das führt ironischerweise dazu, dass Biotiere häufig länger krank sind.
Zum anderen werden konventionelle und Bio-Hühner häufig in denselben Schlachthöfen getötet. Dort kann es leicht zu Verunreinigungen kommen.
Ein infizierter Vogel-Leichnam kann dann Keime auf viele weitere übertragen.
Was antibiotikaresistente Keime so gefährlich macht
Normalerweise lassen sich viele bakterielle Infektionen – etwa eine Lungenentzündung – gut mit Antibiotika behandeln. Doch wenn Erreger einzelne Gaben von Antibiotika überleben und sich fortpflanzen, können sie sich im Laufe der Zeit an diese Medikamente anpassen.
Deshalb sollte die Gabe von Antibiotika immer die allerletzte Notlösung sein – und nur in Krankenhäusern und Tierkliniken eingesetzt werden, wo es um die Rettung von Leben geht.
Doch auf keinen Fall in der industrialisierten Mast, wo es darum geht, haltungsbedingte Krankheiten mit Medikamenten systematisch totzuknüppeln!
Nicht jeder Mensch mit einem resistenten Keim erkrankt sofort schwer. Ein starkes Immunsystem kann viele Erreger wenigstens zeitweise in Schach halten. Besonders gefährdet sind jedoch Menschen mit geschwächter Abwehr – etwa ältere Personen, Kranke oder Neugeborene.
Hinzu kommt: Solche Keime können jahrelang im Körper verbleiben. Resistente Keime stellen damit eine dauerhafte Gefahr dar – nicht nur für die Betroffenen selbst, sondern auch für Menschen in ihrem Umfeld.
Ein hausgemachtes Problem mit tödlichen Folgen
Weil in der Tiermast oft dieselben Antibiotikagruppen eingesetzt werden wie in der Humanmedizin, trägt diese Branche intensiv zur Ausbreitung resistenter Keime bei.
In Europa sterben jedes Jahr zehntausende Menschen an Infektionen, gegen die kaum noch ein Medikament hilft – das entspricht in etwa der Bevölkerung einer mittelgroßen Stadt.
Danke an Foren-Userin Libio.
Veröffentlichung:
Autor: Kilian Dreißig






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