Wenn die Seuche kommt, zahlt der Steuerzahler: Wie Massentierhalter ihr Betriebsrisiko auslagern!

Die Geflügelpest trifft Niedersachsen mit voller Härte – und für die Folgen haften mal wieder die Steuerzahler! [Kommentar]
Millionen Euro aus unseren Steuern fließen erneut in die Tötungen von Tieren, in die Entsorgung der Kadaver – und in die Entschädigung gewerblicher Tierhalter.
Dass sich die Geflügelpest so schnell ausbreiten kann, ist auch eine Folge der Haltungsform.
Das Land ist verpflichtet, Tierseuchen zu bekämpfen. Doch wer tausende Tiere auf engstem Raum hält, geht das Risiko ein, dass sich Seuchen ausbreiten können.
Massentierhaltung ist eine betriebswirtschaftliche Wette – kein Allgemeininteresse.
Geflügelmäster streichen die Gewinne ein – und lagern ihre Betriebsrisiken auf die Allgemeinheit aus.
Privates Risiko – öffentliche Haftung
Kommt es zu einem Seuchenausbruch, übernimmt das Land zusammen mit der Tierseuchenkasse einen Großteil der finanziellen Last.
Die Tierseuchenkasse speist sich zwar aus Beiträgen der Branche, aber ebenso aus Mitteln aus öffentlichen Haushalten. Steuerzahler tragen einen erheblichen Anteil der Kosten – während sich Tierhalter hinter verschlossenen Türen verbarrikadieren. Damit kein Steuerzahler sieht, was er da eigentlich finanziert.
Selbst die tierquälerischsten Haltungsformen mit den größten Seuchenrisiken lohnen sich, wenn Tierhalter davon ausgehen können, dass die Allgemeinheit einspringt!
Wie sich die Kosten verteilen
In Niedersachsen teilt sich die Last in der Regel so auf: Das Land übernimmt etwa die Hälfte der Tötungs- und Entsorgungskosten, die Tierseuchenkasse die andere Hälfte.
Hinzu kommen Entschädigungen für Tierhalter, die ebenfalls von Land und Tierseuchenkasse getragen werden.
Die Betriebe selbst haben dadurch kaum wirtschaftliche Nachteile, selbst wenn tausende Tiere gekeult werden müssen.
Fehlanreize im System
Dieses Modell, das betriebswirtschaftliche Risiken auf die Allgemeinheit auslagert, schafft deutliche Fehlanreize. Hohe Tierbestände in engen Systemen begünstigen die Ausbreitung von Seuchen.
Wenn die Allgemeinheit einspringt, müssen Tierhalter keine eigenen Versicherungen und Fonds einrichten. Sie lagern das Risiko auf die Öffentlichkeit aus – und behalten die Gewinne.
Dieses System hebelt ein Grundprinzip der freien Marktwirtschaft aus.
Ein Resultat jahrzehntelanger Lobbyarbeit von mächtigen Lobbyverbänden. Verbände, die wir zum Teil ebenfalls mit unseren Steuern kofinanzieren.
Das Ergebnis: Gewinne bleiben privat, Kosten werden auf die Steuerzahler ausgelagert. Und zwar so, dass kaum jemand etwas davon mitbekommt, der nicht tief in der Materie steckt.
Wenn Schulen keine neuen Toiletten erhalten, wenn Umweltschutzprogramme nicht finanziert werden und Busse und Bahnen immer teurer werden, dann wissen wir, wo ein Teil unserer Steuern geblieben ist.
Der Staat hat hier nicht die allgemeinen Interessen im Blick – sondern die Gewinne Einzelner.
Veröffentlichung:
Autor: Kilian Dreißig

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