Neue Statistik: Weniger Tiere getötet - Fleischkonsum sinkt weiter

Die Menge des in Deutschland erzeugten Fleisches ist im Jahr 2025 erneut leicht zurückgegangen – um 0,2 %. Während deutlich weniger Rinder geschlachtet wurden, stieg die Zahl der geschlachteten Schweine leicht an.
Das geht aus vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamts (Destatis) hervor. [1]
Seit dem Höchststand im Jahr 2016 befindet sich die Fleischproduktion in Deutschland insgesamt im Rückgang. Nur 2024 gab es einen kleinen Ausschlag nach oben.
Deutsche Bürger essen immer häufiger pflanzlich - das bestärken auch die neuen Zahlen. Dennoch liegen die Verzehrmengen weiterhin deutlich über den offiziellen Empfehlungen.
Während die Deutsche Gesellschaft für Ernährung höchstens 300 Gramm Fleisch pro Woche empfiehlt, liegt der tatsächliche Verzehr drei- bis viermal so hoch. [2]
Bei den Rindern war der seit Jahren anhaltende deutsche Trend zu weniger Fleisch in 2025 am deutlichsten zu erkennen. Die Zahl der getöteten Rinder ist im Vergleich zum Vorjahr um ganze 7,3 % zurückgegangen. Getötet wurden 2,8 Millionen Rinder.
Die Zahl der aus dem Ausland importierten und in deutschen Schlachthöfen getöteten Schweine ist drastisch eingebrochen – um ganze 43,3 Prozent!
Dafür wurden 2 % mehr Schweine aus deutscher Mast geschlachtet.
Gründe für den drastischen Rückgang dürften Tierseuchen und allgemein Rückgänge bei den Schweinebeständen in Europa sein.
Auch Umfragen deuten auf ein sich wandelndes Verbraucherverhalten hin: Rund 60 % der Menschen in Deutschland geben an, gerne pflanzliche Alternativprodukte zu essen.
Beim Geflügelfleisch stagnierten die Zahlen bei 1,6 Millionen Tonnen auf extrem hohem Niveau. Insgesamt wurden 2025 in deutschen Schlachtbetrieben rund 697,3 Millionen Vögel getötet.
Ein möglicher Grund dafür, dass die Menge beim Geflügelfleisch nicht gesunken ist, dürfte sein, dass viele Verbraucher von Schweine- und Rindfleisch zu Geflügelfleisch wechseln – in der Annahme, dies wäre gesünder oder klimafreundlicher.
Dabei ist verarbeitetes "weißes Fleisch" ebenfalls krebserregend (Faktencheck).
Meldungen darüber, dass in Stichproben ein Großteil des Geflügelfleisches mit resistenten Keimen belastet ist, scheinen dem guten Image von Geflügelfleisch nichts anzuhaben.
Ebensowenig die Tierseuchen, die besonders häufig in Geflügelmastanlagen ausbrechen. Die Folgeschäden trägt übrigens die Allgemeinheit mit. Mäster, bei denen die Geflügelpest ausbricht, bekommen bis zu 110 Euro Entschädigung pro Tier – mitfinanziert aus Steuergeldern.
Die Zahlen deuten aber auch an, dass Industrie-Kampagnen vom Typ "Iss was dir schmeckt" die Umsätze allenfalls stabilisieren können, aber nicht nach oben treiben. Trotz 12 Millionen Euro Jahresbudget. [3]
Auch hier erkennt man wieder die Stützräder aus politischer Bevorzugung und steuerlicher Subvention, mit denen die Tierindustrie künstlich gegenüber nachhaltigen Branchen stabilisiert wird. Alle zahlen – nicht nur die, die Fleisch essen.
Für die Folgeschäden an Umwelt und Gesundheit werden wir Steuerzahler zur Kasse gebeten - mit 22 Mrd Euro pro Jahr. Das entspricht ca. 264 Euro pro Bürger.
Eine neue Analyse der Organisation Foodrise hat kürzlich festgestellt, dass rund 77 % der EU-Agrargelder in klimaschädliche Tierproduktion fließen.
Fleisch und Milch bekamen demnach mehr als zehnmal so viele Subventionen wie Obst und Gemüse.
So finanziert die EU ein System, das uns in Zukunft immer mehr Geld kosten wird.
Quellen
Veröffentlichung:
Autor: Kilian Dreißig



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