Gülle-Importe: Deutschland wieder billiges Endlager! [Kommentar]

Bei der Frage, wo sie überschüssige Gülle billig entsorgen können, denken ausländische Massentierhalter wieder öfter an Deutschland. Ein Kommentar.
Allein die eingeführten Mengen an Wirtschaftsdünger" aus den Niederlanden sind zuletzt um 40 % gestiegen – etwa 74 % davon sind Gülle! [1]
- Deutsche Landwirte verdienen mit Import und Entsorgung der ausländischen Gülle Geld.
- Die Kosten für die Umweltfolgen zahlen indes die deutschen Steuerzahler.
Ein Grund dafür, dass Deutschland wieder ein billiges Gülle-Endlager geworden ist, dürfte schon zu Jahresbeginn die Ankündigung der CDU/CSU gewesen sein, die Stoffstrombilanz auszusetzen.
Aufhebung der Stoffstrombilanz lädt ein zur billigen Gülle-Entsorgung
Weil viele deutsche Böden immer stärker mit Phosphor und Nitrat belastet sind ("Rote Gebiete"), hatte die vorherige Ampel-Regierung beschlossen, die entsorgten Gülle-Mengen genauer zu beobachten.
Große Betriebe sollten unter anderem aufschreiben, wie viel Gülle sie in die Umwelt entlassen. Damit wollte die damalige Bundesregierung auf die sinkende Qualität von Wasser und Böden reagieren.
Dabei ging es auch darum, Steuergelder einzusparen.
In der EU gibt es eine Übereinstimmung, dass Länder ihr Wasser schützen. Doch Deutschland hatte (hauptsächlich unter CDU-Beteiligung) diese Regeln jahrzehntelang vernachlässigt. Deshalb drohen Deutschland Milliarden an Strafzahlungen. Genauer: Den deutschen Steuerzahlern!
Die Stoffstrombilanz galt nicht als besonders starkes Instrument. Aus Sicht von Umweltschützern war sie allenfalls ein Anfang. Ein erster Schritt hin zum "Verursacherprinzip". Wer einen Schaden verursacht, bezahlt auch dafür.
Als Bundesagrarminister Alois Rainer (CSU) sein Versprechen an die Industrie einhielt und die Stoffstrombilanz aufhob, jubelten die Massentierhalter. Nicht nur in Deutschland, sondern auch im Ausland.
Denn jetzt müssen auch notorische Umweltverschmutzer nicht mehr fürchten, ertappt zu werden. Und sie sparen überdies ein paar Stunden Buchhaltung!
Schlecht aber für die deutschen Steuerzahler!
Laut einer Studie von 2023 verursacht die deutsche Tierindustrie 22 Milliarden Euro an Umweltschäden pro Jahr. Auf einzelne Bürger umgerechnet sind das 264 Euro im Jahr, vom Baby bis zum Greis.
Die vielen Milliarden Euro an Agrar-Subventionen, mit denen die Tierindustrie gefördert wird, sind hier nicht inbegriffen. Und die weiterhin importierten Güllemengen auch nicht.
Aber brauchen wir die Gülle nicht?
In öffentlichen Debatten behaupten Vertreter der Tierindustrie oft und gerne, dass Gülle ein wichtiger Dünger wäre. In Wahrheit bezahlen ausländische Tierhalter sogar dafür, dass deutsche Unternehmer ihre Gülle annehmen und auf unseren Böden entsorgen!
Das zeigt: Es ist zweifellos ein Abfallprodukt!
Gülle enthält die Nährstoffe, die zuvor im Tierfutter waren. Die Pflanzen werden ihrerseits mit chemisch-synthetischen Düngemitteln auf Basis von Erdgas und Phosphor gedüngt. Das ist der fossile Ursprung wichtiger Nährstoffe.
Deshalb sprechen wir bei der Tierindustrie von einer "fossilen Industrie".
Weil die Gülle mitunter viele tausend Kilometer entfernt entsorgt wird, verarmen in den Anbauländern die Böden, während sie hierzulande übersättigt werden.
Gülle-Importeure profitieren – deutsche Steuerzahler haften.
Die Gülle-Importe deutscher Tierhalter gehen auf Kosten der Allgemeinheit. Einige große Tierhaltungsbetriebe und Gülle-Importeure profitieren – wir alle bezahlen.
Dass CDU/CSU die Aufhebung der Stoffstrombilanz als Kampf gegen Bürokratie framen, führte am Ende dazu, dass wir alle noch mehr Geld bezahlen müssen. Ohne jede Gegenleistung.
Die fossilfreundliche Politik stärkt die Gewinne Einzelner und geht auf Kosten der Allgemeinheit. Ausländische Tierhalter freuen sich, dass sie ihre Gülle einfach in Deutschland abladen können.
Die Regierung hat unser Land zu einem willigen und billigen Endlager für industriellen Tierkot gemacht.
Quellen
- Artikel auf topagrar.de: https://www.topagrar.com/schwein/news/gulleimporte-aus-den-niederlanden-um-40-gestiegen-20019023.html
Veröffentlichung:
Autor: Kilian Dreißig




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