Amsterdam verbietet Werbung für Fleisch und klimaschädliche Produkte! [Kommentar]

Die Stadt Amsterdam verbietet ab Sommer Werbung für Fleisch sowie für andere besonders klimaschädliche Produkte. Das Fleischwerbeverbot betrifft unter anderem Werbeflächen an Straßen, Haltestellen und in öffentlichen Verkehrsmitteln.
Mit dem Verbot will die Stadt verhindern, dass auf öffentlichen Flächen Produkte beworben werden, die hohe Klima- und Umweltkosten verursachen. Es betrifft also Produkte, deren Folgeschäden normalerweise auf die Allgemeinheit ausgelagert werden.
Was das Werbeverbot für Fleisch in Amsterdam umfasst
Das Verbot gilt für kommerzielle Werbung im öffentlichen Raum, den die Stadt selbst kontrolliert oder vergibt. Dazu zählen klassische Außenwerbeflächen ebenso wie digitale Anzeigen in Bussen, Bahnen oder Wartebereichen.
Warum Amsterdam Fleischwerbung verbietet
Die Stadtverwaltung betont mit dem Verbot, dass öffentliche Institutionen Verantwortung tragen. Werbung im öffentlichen Raum solle demnach nicht im Widerspruch zu politischen Beschlüssen stehen, die Emissionen senken und nachhaltige Alternativen fördern.
Amsterdam setzt außerdem auf eine Vorbildfunktion als Hauptstadt der Niederlande. Denn was große Städte erlauben oder verbieten, sendet gesellschaftliche Signale – auch über Grenzen hinaus.
Kommentar: Ein richtiges Signal – und doch nur der Anfang
Dass Fleisch – seit Jahrzehnten als zentraler Treiber von Emissionen bekannt – nun aus dem öffentlichen Werberaum verschwindet, ist lange überfällig. Angesichts der derzeit schon sichtbaren Klimafolgen ist nichts daran "radikal".
Und Jubel ist fehl am Platz. Ein Werbeverbot ändert nichts daran, dass die ökologischen und gesundheitlichen Folgekosten der Fleisch- und Fossilindustrie weiterhin von der Allgemeinheit getragen werden. Die Schäden sind bekannt, gut dokumentiert.
In Deutschland belaufen sich allein die Folgeschäden der Tierindustrie auf jährlich etwa 22 Milliarden Euro. Bezahlt aus Steuergeldern.
Klimaschädliche Branchen fahren Gewinne ein – wir alle zahlen die Zeche.
Das kommende Verbot für Fleischwerbung in Amsterdam kann also nur ein erstes Signal sein – und findet hoffentlich schnell international Nachfolger!
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Autor: Kilian Dreißig













