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Massentierhalter jubeln: Aus für Naturschutz-Projekt in Süddeutschland!

Grätsche gegen Umweltschutz im Allgäu. (Symbolbild)
Bild: pixabay.com

Es hätte ein Gewinn für die Allgemeinheit sein können, der Millionen an Fördergeldern in die öffentlichen Kassen spült und den nachhaltigen Tourismus in der Region stärkt.

Doch das Projekt "Biosphärengebiet Allgäu-Oberschwaben" ist jetzt am Widerstand von kommerziellen Tierhaltern, Landwirten, Forst- und Jagdverbänden sowie Großlandbesitzern gescheitert. [1] [Kommentar]

Einflussreiche Wirtschaftsverbände setzen sich gegen ein nachhaltigeres Wirtschaftsmodell durch – und erneut zahlt die Allgemeinheit die Rechnung!

Biosphärengebiet gescheitert – diese Folgen trägt die Allgemeinheit:

  • Alle Bürger in Deutschland bezahlen bereits mit der Mehrwertsteuer dafür, dass die Tierhaltung mit Steuergeldern subventioniert wird – auf Kosten nachhaltiger Betriebe, die dadurch künstlich im Wettbewerb geschwächt werden. Das verzerrt die Marktwirtschaft. Dazu kommen zahlreiche Formen der politischen Bevorzugung tierischer Produkte. (→ Beispiel: So krass wird Milch vom Staat bevorzugt!)
  • Bürger vor Ort zahlen, wenn die Kosten für die Reinigung des Grundwassers steigen, weil Tierhalter ihre Gülle in der Gegend entsorgen und die Nitratwerte steigen. Sie zahlen für Erosion und Überflutung durch eine intensive Form der Landwirtschaft. Von wegen Grünlandveredelung!
  • Alle Steuerzahler zusammen bezahlen pro Jahr 22 Milliarden Euro für die Umweltfolgen der deutschen Tierindustrie. Pro Bürger (vom Baby bis zum Greis) sind das etwa 264 Euro im Jahr – ohne jede Gegenleistung. Diese Schäden belaufen sich auf 22 Milliarden Euro – laut dieser Studie.
  • Hotelbetreiber, Vermieter, Gastronomen und Tourismus-Anbieter müssen auf die Mehreinnahmen aus einem wachsenden Öko-Tourismus in zertifizierten Biosphärengebieten verzichten – obwohl andere Regionen wie Schwarzwald oder Schwäbische Alb zeigen, wie beliebt solche Gebiete sein können.

Die Allgemeinheit verzichtet auf Millionen – damit einflussreiche Akteure aus Tierhaltung, Land- und Forstwirtschaft sowie Jagd ein paar Formulare weniger ausfüllen und privat Gewinne erzielen können.

Interessenverbänden gelingt es bis heute, den Schutz von Klima, Boden und Wasser als "unvernünftig" zu framen.

Das Verursacherprinzip wird ins Gegenteil verkehrt: Nicht die Verursacher von Umweltschäden zahlen, sondern die Allgemeinheit.

Das Scheitern des Naturschutzprojekts geht im Wesentlichen auf den engen Zusammenhalt der Interessensverbände und auf die professionell finanzierte Öffentlichkeitsarbeit zurück.

Während viele Bürger von wichtigen Lokalentscheidungen kaum etwas mitbekommen (oder absichtlich ausgegrenzt werden sollen [2]), sind private Wirtschaftsverbände bestens vernetzt.

Mit zentral organisierten Kampagnen und inszenierten Protestaktionen dominieren sie die öffentliche Debatte, bremsen Umweltfortschritte aus – und lagern die Folgen einfach auf die Allgemeinheit aus.

Offensichtlich hat sich die Allgemeinheit im Fall Biosphärengebiet Allgäu-Oberschwaben ausreichend blenden lassen!

Das Versprechen von mehr "Vernunft" kommt die Bürger vor Ort nun teuer zu stehen.

Veröffentlichung:

Autor: Kilian Dreißig

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Diskussion im Forum:
Aus für "Biosphärengebiet Allgäu-Oberschwaben" - Lobby gewinnt!
Letzter Beitrag: 14.11.2025 von JennyVeganny.

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