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Bauernproteste nur Show? Entlastung bei Agrardiesel kaum genutzt! [Kommentar]

Agrarproteste gegen die Streichung der Agrardieselrückvergütung waren erfolgreich - aber offenbar zum Teil inszeniert!
Bild: MIRACLE MOMENTS / Adobe Stock

Als vor zwei Jahren Traktoren aus ganz Deutschland mit Hupkonzerten durch Berlin fuhren, konnte man den Eindruck bekommen, die deutsche Landwirtschaft läge in ihren letzten Zügen. Dabei ging es auch um die Streichung der Agrardieselrückerstattung.

Schon damals fragten sich manche: Wie kann das sein, wo deutsche Landwirte mitunter 40–60 % ihres Einkommens direkt und indirekt aus Subventionen erhalten – also aus unser aller Steuergeldern?

Wir alle zahlen schließlich mit, damit Chinesen billiges deutsches Schweinefleisch kaufen können. Dank unserer Steuergelder können Molkereien billiges Milchpulver in alle Welt exportieren.

Die Gewinne bleiben bei den Molkereien und Schlachthöfen.

Betriebe der Tierindustrie profitieren von dieser Art der Förderung besonders, weil für die Erzeugung von Futtermitteln mehr Flächen beansprucht werden. Die Prämien richten sich auch nach der bewirtschafteten Fläche der Betriebe.

Ein Thema der damaligen Bauernproteste war die geplante Streichung der Agrardieselrückvergütung. Mächtige Lobby-Verbände sprachen von massiven Belastungen für die Bauern in Deutschland.

Und die üppig motorisierten Proteste waren erfolgreich: Die Streichung wurde unter der CDU/CSU-geführten Bundesregierung teilweise zurückgenommen.

Doch jetzt kommt heraus: In manchen Bundesländern haben gerade einmal 40 % der Betriebe die Agrardieselrückvergütung überhaupt beantragt. Das geht auf eine Anfrage des Bundestagsabgeordneten Karl Bär (Grüne) zurück.

Haben die Agrarverbände die Proteste gegen die Agrardieselrückvergütung instrumentalisiert, um der Öffentlichkeit etwas vorzumachen?

Ging es am Ende darum, mit Protesten einen Bedarf zu inszenieren, um weitere Steuermittel einzuwerben?

Vergessen wir nicht: Viele kleine Bauernbetriebe leiden tatsächlich unter den Anforderungen dieser Zeiten. Gleichzeitig tun sich Großbetriebe in mächtigen Verbänden zusammen – und bekommen die absurdesten Forderungen erfüllt:

In Zeiten der Klimakrise sprechen gute Gründe dafür, öffentliche Mittel nur noch in Verbindung mit konkreten Auflagen zum Klima-, Umwelt- und Tierschutz zu vergeben. Nicht mehr nach dem Gießkannenprinzip.

Je genauer die Öffentlichkeit hinsieht, desto besser müssen die Begründungen der Industrie sein, um weiter Geld vom Staat zu beziehen. Und dafür sind die Proteste scheinbar wenigstens zum Teil da: Sie dienen dazu, Steuergelder einzuwerben.

Mit Blick auf die veröffentlichten Zahlen wirken die Agrarproteste gegen die Streichung der Agrardieselrückvergütung wie ein fester Teil der Mittelakquise großer Agrarverbände!

Und bis heute sind sie damit erfolgreich.

Veröffentlichung:

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Diskussion im Forum:
Bauernproteste nur Show?
Letzter Beitrag: 13. Feb. von METTA.

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