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Wolle aus Australien aber „Mady in Italy“ – wie kann das sein?

Schafwolle aus Italien? Wohl eher nicht!
Bedeutet "Made in Italy", dass die Wolle aus Italien stammt? Keineswegs!
Bild: K/Vegpool / Canva

Viele Modehändler bieten im Winter hochpreisige Wollpullover „Mady in Italy“ an. Verbraucher denken an kleine Schafherden, die vom Hirten durch enge italienische Gässchen getrieben werden.

Dabei kommt die Wolle des „Mady in Italy“-Pullovers in der Regel gar nicht aus Italien – sondern häufig sogar aus Australien.

Tricksereien mit "Mady in"

Die Herkunftsangabe bei Kleidung bezieht sich nicht auf die Rohstoffe. Entscheidend ist nur, wo der letzte wesentliche Verarbeitungsschritt stattgefunden hat.

Wird ein Pullover also in Italien gestrickt oder zusammengenäht, darf er als „Made in Italy“ gekennzeichnet werden. Auch dann, wenn die Wolle von der anderen Seite der Erde kommt und rein gar nichts mit Italien zu tun hat.

Italien ist hier nur beispielhaft genannt. Der Artikel ist auch für Produkte aus anderen Ländern gültig.

Woher die Wolle tatsächlich kommen kann

Wolle ist ein global gehandeltes Tierprodukt. Sie wird oft über mehrere Stationen verarbeitet, bevor ein fertiges Kleidungsstück entsteht.

Eine typische Lieferkette sieht so aus:

  • Merino-Schafe werden in Australien gehalten und geschoren
  • Die Rohwolle wird gewaschen und zu Garn verarbeitet
  • Das Garn wird nach Europa exportiert
  • In Italien entsteht daraus ein Pullover

Am Ende liegt ein fertiger Merino-Pullover mit dem Label „Made in Italy“ im Regal – obwohl die Wolle von einem anderen Kontinent stammt.

Australien ist einer der größten Wollproduzenten weltweit. Dort wird unter anderem das umstrittene „Mulesing“ praktiziert. Mehr dazu: Warum für Wolle Tiere leiden und getötet werden.

Irreführung als Teil des Geschäfts

Viele Menschen verbinden Herkunftsangaben mit Vorstellungen über das entsprechende Land und glauben, dass ein Produkt komplett aus diesem Land stammt. Bei Wolle ist das jedoch nicht der Fall. Ebenso wie bei vielen anderen Tierprodukten.

Das Label vermittelt eine Vorstellung von Qualität, Tradition oder bestimmten rechtlichen Standards. Die tatsächliche Herkunft der Rohstoffe bleibt dabei vollkommen unsichtbar.

Kunden können in der Regel nicht sagen, ob ein italienischer Wollpullover in Wahrheit Wolle aus China, Australien oder Neuseeland enthält.

Sie können eigentlich nur davon ausgehen, dass die Wolle höchstwahrscheinlich nicht aus Italien stammt. Einfach, weil der italienische Markt für Wolle sehr klein ist.

Warum unter der Intransparenz auch der Tierschutz leidet

Die Herkunft der Wolle sagt viel über die Bedingungen aus, unter denen Tiere gehalten werden.

Je nach Land und Betrieb unterscheiden sich die Standards stark. Maßnahmen wie das „Mulesing“ in Australien zeigen, wie relevant die Information über die wahre Herkunft von Tierprodukten sein kann.

Wenn die Herkunft der Wolle nicht transparent ist, lassen sich solche Aspekte kaum einschätzen. Auch Herstellerversprechungen oder -Siegel über die Herkunft der Wolle sind nicht zuverlässig oder gar kontrollierbar.

Mehr dazu erfahrt ihr hier: Ist Wolle eigentlich vegan – oder sterben dafür Tiere?

Vegane Alternativen zu Wolle bieten einen Ausweg

Wenn die Herkunft und Produktionsbedingungen von Wolle kaum nachvollziehbar sind, wird eine bewusste Entscheidung zum Tierschutz schwierig.

Viele Menschen entscheiden sich daher, dieses Problem konsequent zu lösen – indem sie Wolle meiden.

Pflanzliche und synthetische Materialien bieten Alternativen, bei denen keine Tierhaltung notwendig ist.

Einen Überblick findet ihr hier: Wolle vegan ersetzen: Die besten Alternativen im Überblick

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