Mit veganer Ernährung gegen Verstopfung

Etwa jeder fünfte Deutsche leidet an Verstopfung (Konstipation bzw. Obstipation). Bei anhaltender Verstopfung werden vom Hausarzt oft Medikamente verschrieben, die die Darmtätigkeit anregen sollen. Es gibt aber auch Hausmittel, die vielen Menschen helfen können. Darunter: Eine vegane Ernährung.
Wenn Verstopfung nur ab und zu auftritt, ist das normalerweise kein größeres Problem. Regelmäßige, chronische Verstopfung sollte aber von einem Arzt abgeklärt werden.
Auf Dauer kann Verstopfung nämlich leidvolle Folgen haben, darunter Analfissuren (kleine Risse im Analbereich), Hämorrhoiden oder auch Divertikulitis mit entzündlichen Ausstülpungen der Dickdarmwand.
All diese Folgeerkrankungen können sehr schmerzhaft sein, daher sollte chronische Verstopfung nicht einfach nur symptomatisch behandelt werden. Viel sinnvoller ist es, die Ursachen der Verstopfung in den Fokus zu rücken.
Falsche Ernährung oft Ursache für Verstopfung
In sehr vielen Fällen hängt Verstopfung mit einer ballaststoffarmen Ernährung zusammen. Eine falsche Ernährung gehört zu den wichtigsten Gründen überhaupt, die zu Verstopfung führen.
Ballaststoffe werden vom Körper zwar so gut wie nicht verwertet, sind aber aufgrund ihrer mechanischen "Reinigungsleistung" zum Erhalt der Gesundheit absolut unverzichtbar.
Bildhaft gesprochen wirken Ballaststoffe wie eine riesige Bürste und putzen den Darm.

Tierprodukte enthalten von Natur aus gar keine Ballaststoffe. Aber auch stark verarbeitete Produkte aus weißem Mehl oder geschältem Getreide sind arm an Ballaststoffen und können Verstopfung begünstigen.
Eine abwechslungsreiche und möglichst vollwertige vegane Ernährung ist reich an natürlichen Ballaststoffen, aber auch an Vitaminen und Nährstoffen, die für unsere Gesundheit und den Erhalt unserer Lebensqualität so wichtig sind.
Vegane Ernährung aus Chance bei chronischer Verstopfung
Wer also schon lange unter Verstopfung hat und keine Ursache kennt, sollte - in Absprache mit einem Ernährungsberater oder ernährungskundigen(!) Arzt - einen mehrwöchigen Versuch mit veganer Ernährung wagen.
Wichtig ist bei einer vollwertigen veganen Ernährung, möglichst wenig verarbeitete, frische Lebensmittel zu verwenden. Darunter viel Gemüse, Hülsenfrüchte und Getreide. Menschen mit regelmäßiger Verstopfung sollten besonders genau darauf achten, jeden Tag mindestens 5 Portionen Obst und Gemüse am Tag zu verzehren.

Neben einer möglichst pflanzenbasierten Ernährung sollte man bei häufiger Verstopfung ausreichend Wasser trinken (am besten Wasser in Sichtweite des Arbeitsplatzes stellen).

Wenn du also Verstopfung unbekannter Ursache hast, dann probiere einmal mindestens 2 Wochen lang folgendes aus:
- Iss viel frische Lebensmittel, darunter frisches Gemüse (auch als Rohkost) und Salate. Mindestens 5 Portionen Obst und Gemüse am Tag.
- Trinke ausreichend Wasser. Ca. 2-3 Liter am Tag.
- Treibe ausreichend Bewegung und sorge ebenso für ausreichende Momente der Entspannung.
Fundierte Tipps rund um eine gesunde, pflanzenbasierte Ernährung findest du auch im Buch "Klartext: Ernährung" (Rezension) von Prof. Dr. Claus Leitzmann und Dr. Petra Bracht.
Auch wenn sehr viele Menschen aufgrund von Ernährungsfehlern an Verstopfung leiden, gibt es auch andere Ursachen dafür. Stress und psychosomatische Auslöser können ebenfalls Verstopfung begünstigen. Verstopfung kann aber auch eine Folge ernsthafter Darmerkrankungen sein, bei denen eine Ernährungs-Umstellung allein nicht ausreichen könnte.
Wenn du dich fragst, ob vegane Ernährung eigentlich gesund ist, dann lies dir diese Fakten durch. Unzählige Menschen haben ihre Beschwerden in den unterschiedlichsten Bereichen allein mit einer veganen Ernährung in den Griff bekommen.
Vegane Ernährung ist natürlich kein Allheilmittel - sie wirkt besonders durch das Weglassen von Lebensmitteln, die uns eher schaden als nutzen. Viele Veganer berichten rückblickend, dass die Umstellung auf pflanzliche Ernährung die beste Entscheidung ihres Lebens war. Auch wenn sie das vorher nie hätten glauben können...
Veröffentlichung:
Autor: Kilian Dreißig