Vegan-Umstieg: Vom Funken der Veränderung - und der Falle des Vergessens

Die meisten guten Vorsätze scheitern im Alltag. Das liegt nicht daran, dass die Vorsätze (oder die Realität) schlecht wären. Meist überschätzen wir unsere Stärken – und übersehen unsere Schwächen.
Ich kann es nicht beweisen, aber ich vermute: Auf jeden erfolgreichen Vegan-Umstieg kommen 10 bis 20 Menschen, die diese Idee nicht ausreichend weiterverfolgen. Scheitern ist die Normalität.
Ich glaube, ein Großteil bereut es später. Denn Veganismus ist eine Lebensweise aus guten Gründen. Ignorieren wir die Gründe, müssen wir mit den Folgen leben.
Gleichzeitig glaube ich: Wenn wir eine Lösung für das Scheitern finden, wird sich die Zahl der vegan lebenden Menschen rasch vervielfachen!
Scheitern hat nichts mit mangelnder Intelligenz zu tun. Es liegt wohl eher an etwas, das ich die "Falle des Vergessens" nenne.
Ein typischer Umstieg beginnt mit einem starken Moment. Einem "Funken der Veränderung". "Jetzt habe ich es verstanden – jetzt handle ich!"
Dieses Gefühl kennt ihr bestimmt. Ihr habt etwas nicht nur verstanden – ihr habt es wirklich begriffen. Ihr spürt es im ganzen Körper. Jetzt will ich etwas ändern!
Dieser Funke ist wichtig für den Vegan-Start. Doch er braucht Nahrung.
Darum ist es wichtig, die "Falle des Vergessens" zu kennen. Sie kommt früher oder später. Wenn wir das wissen, können wir uns darauf vorbereiten.
- Der Funke der Veränderung bringt uns in Bewegung. Doch diese Energie hält nicht lange. Jetzt müssen wir rechtzeitig nachlegen und den Funken nähren.
- Schreibt eure Gedanken und Gefühle auf. Malt, was ihr spürt. Besonders eure Motivation und was ihr damit verbindet. Unser Gehirn liebt Bilder – sie wirken direkt. Psychologen empfehlen das.
- Rechnet mit Durchhängern. Die kommen sicher. Statt zu glauben, wir bleiben immer stark, planen wir sie einfach mit ein. Die Falle des Vergessens zeigt sich durch diese maulige Stimme in uns. Die Lust auf Salami-Pizza, obwohl wir doch stark sein wollten! (Deshalb kaufen wir z. B. einfach vegane Salami-Pizza auf Vorrat).
- Manche denken, Willenskraft allein reicht. Ohne Hilfe, nur mit Verstand. Doch echte Veränderung braucht Strategie – nicht nur Stärke.
Vegane Ernährung bewirkt viel Gutes. Doch es ist kein Wettbewerb. Damit ihr lange durchhaltet, macht euch den Weg so einfach und lecker wie möglich. Vermeidet unnötigen Perfektionismus, denn der bringt so gut wie nichts. Lebt stattdessen entspannt vegan, nach dem Pareto-Prinzip.
Auf Vegpool findet ihr unsere wichtigsten Tipps zum Vegan-Umstieg. Und wir zeigen euch, warum wir oft nicht handeln – obwohl wir es besser wissen (und was hilft).
Veröffentlichung:
Autor: Kilian Dreißig













