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Transparenz-Fake: Schulte Lastruper Wurstwaren bleibt Versprechen schuldig!

Wirbt mit Transparenz, bietet sie auf Anfrage aber nicht. Deshalb: FAKE!
Wirbt mit Transparenz, bietet sie auf Anfrage aber nicht. Deshalb: FAKE! Bild: K/Vegpool

Die Firma Schulte Lastruper Wurstwaren (Werner Schulte GmbH & Co. KG, Lastrup) hat eine Broschüre herausgegeben, die Kindern erklärt, woher die Wurst kommt. So jedenfalls die Werbung.

Fleisch kommt vom Tier – und um daraus gute Lebensmittel zu machen, braucht es Tierwohl, Transparenz und Verantwortung. Pressemitteilung zur Kinder-Broschüre

Wir sehen das im Kern genauso! Transparenz ist die Voraussetzung, um als Verbraucher informierte Entscheidungen rund um Tierprodukte treffen zu können.

Und Tierschutz geht auch Menschen an, die gar keine Tierprodukte essen. Es ist ein öffentliches Interesse und sogar "Staatsziel".

Doch viel zu oft werben Hersteller mit Transparenz – während sie diese in Wahrheit inszenieren. So etwa der Schlachthof Brand Qualitätsfleisch aus Lohne. Ein besonders dreistes Beispiel für die Täuschung der Öffentlichkeit.

Wahrheit oder Fake? Schulte Lastruper Wurstwaren im Transparenz-Check!

Deshalb nehmen wir Hersteller von Tierprodukten, die mit Transparenz werben, beim Wort. Wir dokumentieren, ob man sich auf die Versprechen verlassen kann.

  • Gibt es ausreichend Transparenz, damit die Öffentlichkeit sich einen realistischen Eindruck verschaffen und informierte Debatten über den Umgang mit Tieren führen kann?
  • Oder täuschen Hersteller Transparenz nur vor, während sie sich in Wahrheit abschotten und eine Diskussion verhindern?

Deshalb habe ich dem Unternehmen am 17.11.2025 folgende Anfrage geschickt (Unkenntlichmachung durch uns):

Meine Anfrage vom 17.11.2025

Guten Tag XXX XXXX, sehr geehrte Damen und Herren,

ich arbeite als Journalist für Vegpool.de. Meinen Presseausweis finden Sie anbei.

Ich habe erfahren, dass Sie kürzlich eine Broschüre für Kinder herausgebracht haben, mit dem Titel: "Mama, wo kommt die Wurst her?"

Laut Pressemitteilung soll das Kinderbuch "Kinder spielerisch aufklären und Eltern ermutigen, offen und ehrlich über Tierhaltung, Schlachtung, Fleischverarbeitung und den Genuss von Fleisch und Wurst zu sprechen".

Das ist auch unser Anliegen: eine informierte Debatte über das Wohl der Tiere, die Schlachtung und was damit zusammenhängt.

Gerade beim Tierschutz ist Transparenz schließlich die Basis für eine fundierte Debatte. Dabei sind Offenheit und Ehrlichkeit zentral.

Auf Ihrer Website werben Sie zudem mit Tierwohl und schreiben von einer "transparenten Wertschöpfungskette vom Landwirt über den Schlachthof und unsere Fleischerei bis zum fertigen Lebensmittel [...]".

Dieses Transparenz-Versprechen möchte ich gerne annehmen!

Ich bitte freundlich um die Gelegenheit eines offiziellen Besuches und insbesondere um einen Einblick in die Schlachteinrichtungen, aus denen Sie beziehen.

Meinen Besuch vor Ort möchte ich per Video und Ton dokumentieren und darüber berichten. Personen werde ich dabei auf Wunsch nach branchenüblichen Standards unkenntlich machen.

Zudem möchte ich Ihnen nach einer ersten Auswertung auf Wunsch nach dem Besuch die Möglichkeit geben, Ihre Sichtweise zu erklären und evtl. aufgetretene Fragen zu beantworten.

Manche Unternehmen fragen sich, warum ein Redakteur unseres Onlineportals um Besuch in einem Fleischbetrieb bittet. Der Grund ist das berechtigte öffentliche Interesse an unverstellten Eindrücken. Sie sind die Basis der informierten Meinungsbildung.

Viele Hersteller werben mit Transparenz, während sie sich in Wahrheit abschotten. Das verhindert eine informierte Entscheidung.

Tierschutz ist im Grundgesetz verankert und "Staatsziel". Deshalb muss jeder mitreden können, unabhängig davon, was man selbst über Fleisch denkt. Offen und ehrlich.

Gerade bei unterschiedlichen Sichtweisen in der Sache ist mir die Wertschätzung auf der persönlichen Ebene wichtig. Es gehört von beiden Seiten etwas Mut dazu, aufeinander zuzugehen.

Bitte nennen Sie mir bis Ende der Woche mehrere mögliche Termine zu den üblichen Arbeitszeiten, im Zeitraum zwischen 15. und 19. Dezember oder zwischen 8.1. und 30.1.2026, damit ich meinen Besuch mit dem nötigen Vorlauf planen kann.

Meine Anfrage und Ihre Antwort möchte ich aus oben genannten Gründen öffentlich machen, daher bitte ich aus Gründen der Dokumentation um schriftliche Rückmeldung.

Würden Sie unserer Redaktion ein Exemplar Ihrer Broschüre zur Verfügung stellen? Gerne zu meinen Händen an XXX

Beste Grüße

Kilian Dreißig

Anhang: Presseausweis

Antwort vom 18.11.2025

Moin Herr Dreißig,
vielen Dank für Ihre E-Mail und Ihr Interesse. Ich leite Ihre Anfrage zum Besuch weiter und werde mein Bestes geben, so schnell wie möglich etwas Konkretes für Sie zu erreichen. Falls ich das aber nicht bis Ende dieser Woche schaffen sollte, sondern wir uns erst in der kommenden Woche zurückmelden, bitte ich das zu entschuldigen.
Ein Exemplar von unserem Minibuch macht sich auf den Weg zu Ihnen nach Berlin.

Meine Antwort vom 19.11.2025

Guten Tag X,

danke für Ihre Rückmeldung.

Bitte lassen Sie mich freundlicherweise bis Freitag wissen, bis wann ich mit einer konkreten Antwort rechnen kann.

Ich bitte ausdrücklich nur um Einblick in die ganz alltäglichen Abläufe – es ist Ihrerseits keine Vorbereitung notwendig.

Beste Grüße

Kilian Dreißig

22.11.2025: Termin fehlt – Frist verlängert

Am Montag, dem 17.11.2025, hatte ich die Anfrage gestellt, doch bis Freitag fehlten konkrete Terminvorschläge.

Weil sich das Unternehmen jedoch fristgerecht zurückgemeldet hatte und eine konkrete Rückmeldung bis Ende der folgenden Woche in Aussicht gestellt hat, verlängere ich die Frist bis 28.11.2025.

28.11.2025: Erneute Nachfrage

Guten Tag X,

wegen Ihrer Rückmeldung hatte ich diese Woche auf einen Terminvorschlag von Ihnen gehofft.

Leider ist das bisher nicht geschehen.

Viel zu oft werben Unternehmen mit Transparenz, während sie sich in Wahrheit davor drücken.

Doch Tierschutz ist ein Allgemeininteresse. Auch Menschen, die kein Fleisch essen, haben ein berechtigtes Interesse an Transparenz und Tierschutz. Insbesondere, wenn Unternehmen ausdrücklich damit werben – so, wie Ihres.

Bitte nennen Sie mir deshalb bis heute um 18 Uhr entsprechende Terminvorschläge im genannten Zeitraum. Sollte dies nicht erfolgen, kennzeichnen wir die Anfrage entsprechend als erfolglos.

https://vegpool.de/magazin/transparenz-anfrage-schulte-lastrup-tierwohl.html

Beste Grüße

Kilian Dreißig

29.11.2025: Frist ergebnislos abgelaufen – Kennzeichnung als FAKE.

Die Wurstfabrik Lastruper Wurstwaren wirbt mit Transparenz und Tierschutz, bietet sie jedoch trotz verlängerter Antwortfrist nicht. Obwohl die Pressesprecherin zunächst aufgeschlossen klang, kam es innerhalb der Antwortfrist nicht zu einem Termin-Angebot.

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Deshalb halten wir die Tierschutz- und Transparenz-Werbung von Lasgtruper Wurstwaren für Verbrauchertäuschung.

Kommentar:
Beispiele wie das der Lastruper Wurstwaren zeigen, dass Tierschutz beweispflichtig werden muss. Wer mit Tierschutz wirbt, muss ihn auf Nachfrage belegen, ähnlich wie dies bei Gesundheitsversprechen und Werbung mit Klimaschutz bereits der Fall ist.

Täuschende Werbung darf sich für Unternehmen nicht länger lohnen, sonst leidet das Allgemeininteresse am Tierschutz.

Veröffentlichung:

Autor: Kilian Dreißig

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Diskussion im Forum:
Schulte Lastruper Wurstwaren: Meine Transparenz-Anfrage
Letzter Beitrag: 29. Nov. von Sunjo.

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