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Sauerkraut vegan zubereiten - traditionell wie bei Oma. So geht's!

Sauerkraut wie bei Oma? So gelingt's vegan!
Sauerkraut wie bei Oma? So gelingt's vegan!
Bild: Canva

Sauerkraut vegan zubereiten und trotzdem so schmecken lassen wie früher bei Oma – genau das wünschen sich viele, die Sauerkraut traditionell kochen möchten, heute aber pflanzlich essen.

Beim klassischen Sauerkraut wie bei Oma geht es weniger um besondere Zutaten als um überliefertes Küchenwissen: die richtige Vorbereitung von fertig fermentiertem Sauerkraut, Geduld beim Schmoren und ein gutes Gespür für Gewürze.

Dieser Artikel zeigt Schritt für Schritt, wie ihr veganes Sauerkraut aus dem Supermarkt traditionell, mild und aromatisch zubereitet – ganz ohne Speck, aber mit vollem Geschmack. Wie bei Oma.

Veganes Sauerkraut wie bei Oma – worauf kommt es an?

"Wie bei Oma" meint beim Sauerkraut keinen fest definierten Geschmack, sondern ein bestimmtes Ergebnis: mild-säuerlich, rund, nicht scharf sauer, mit weicher Textur und einem würzigen, leicht "warmen" Aroma. Echte Kindheitserinnerungen eben!

Entscheidend dafür ist die Art der Zubereitung: erst Aromen aufbauen, dann das Kraut schonend schmoren und am Ende fein abschmecken.

In vielen Familien gehörten dazu Zeit, Geduld und eine klare Reihenfolge: Zwiebeln und Gewürze durften ihr Aroma abgeben, das Sauerkraut wurde nicht totgekocht, sondern langsam weichgezogen.

Genau dieses traditionelle Vorgehen passt wunderbar in die vegane Küche.

Ausgangsbasis: Fertig fermentiertes Sauerkraut aus dem Supermarkt

Für "Oma-Sauerkraut" könnt ihr handelsübliches, fertig fermentiertes, veganes Sauerkraut aus dem Supermarkt verwenden (Oma wäre neidisch). Wichtig ist vor allem, dass es tatsächlich Sauerkraut ist (also bereits vergoren) und nicht "mild gewürzt" oder mit zusätzlichen Aromen überladen.

In vielen Biomärkten bekommt ihr im Winter frisches, nicht pasteurisiertes Sauerkraut. Die Milchsäurebakterien leben darin und machen das Sauerkraut umso aromatischer und bekömmlicher. → Mehr dazu: Ist Milchsäure eigentlich vegan?

Achtet darauf:

  • Lake nicht wegschütten: Sie ist euer Regler für Säure und Salz. Ihr könnt sie beim Schmoren dosieren.
  • Abspülen nur bei Bedarf: Wenn das Kraut sehr sauer oder salzig ist, kann kurzes Abspülen helfen – dabei geht allerdings etwas Aroma verloren. Besser zuerst probieren.

Der traditionelle Geschmack von Omas Sauerkraut – aber bitte vegan!

Der typische "runde" Geschmack entsteht durch Aromaaufbau, sanfte Hitze und Geduld.

Omas Sauerkraut war deshalb so lecker, weil es nicht einfach nur erhitzt wurde, sondern weil am Anfang eine aromatische Basis entstand und das Kraut danach Zeit bekam, sich mit Gewürzen und Flüssigkeit zu verbinden.

Für diese Regel benötigt ihr keine tierischen Zutaten. Tierische Beigaben (wie Speck) wirken in klassischen Varianten vor allem über Fett und Röstaromen – und beides lässt sich vegan erzeugen.

Vegan kochen wie früher: Fett, Röstaromen und Geduld

In vielen traditionellen Rezepten spielt Fett eine wichtige Rolle: Es trägt Aromen, rundet Säure ab und verbindet Gewürze mit dem Kraut. Vegan klappt das genauso – mit pflanzlichen Fetten und der richtigen Technik.

So entsteht die klassische Basis für Omas veganes Sauerkraut:

  • Zwiebeln langsam anschwitzen: Nicht eilig bräunen, sondern goldgelb werden lassen. Das bringt Süße und Tiefe.
  • Pflanzliches Fett bewusst wählen: Ein neutrales Pflanzenöl funktioniert immer. Wenn ihr einen veganen "Zwiebelschmelz" aus dem Biomarkt verwendet, wird es noch omahafter.
  • Gewürze kurz mitziehen lassen: Kümmel, Lorbeer oder Wacholder entfalten Aroma besser, wenn sie kurz im warmen Fett "aufgehen" können.
  • Dann das Kraut dazu: Erst umrühren, dann mit wenig Flüssigkeit arbeiten (z. B. ein Teil der Lake plus etwas Wasser oder Gemüsebrühe).
  • Leise schmoren statt sprudelnd kochen: Niedrige bis mittlere Hitze, Deckel darauf, gelegentlich umrühren. Lasst das Kraut langsam rund und aromatisch werden!
Ein kleiner Anteil Süße (z. B. Apfel, eingelegte Ananas oder eine Prise Zucker) kann Säure ausbalancieren, ohne dass das Kraut süß schmeckt. Behutsam abschmecken!

Typische Zutaten aus der Oma-Küche, vegan inszeniert

Die folgenden Klassiker stammen aus Omas Geschmacks-Trickkiste. Sie lenken die Säure, geben Würze und bringen Tiefe. Nicht alles muss rein – doch das Wissen dahinter hilft beim Zusammenstellen.

  • Kümmel: klassischer Sauerkraut-Partner, würzig und oft als bekömmlicher empfunden. Am besten kurz im Fett anrösten oder direkt beim Schmoren zugeben.
  • Lorbeer: Gibt ein warmes, leicht herbes Aroma. Beim Schmoren mitziehen lassen, am Ende entfernen.
  • Wacholderbeeren: harzig-würzig für geschmackliche Tiefe. Sparsam verwenden, sonst dominiert es schnell.
  • Apfel (in Stücken oder gerieben): Bringt Fruchtigkeit und mildert die Säurespitze. Passt besonders, wenn das Kraut sehr frisch und sauer ist.
  • Zwiebeln: Langsam gegart wirken sie wie ein natürlicher Geschmacksverstärker. Zu Not gehen auch Röstzwiebeln.

Wenn ihr Sauerkraut wie bei Oma kochen wollt, ist die Reihenfolge entscheidend: Zuerst die Basis (Zwiebel/Fett), dann Gewürze, dann Kraut und Flüssigkeit, dann Zeit. Erst am Schluss wird mit Salz, Lake, Säure oder einer Spur Süße abgeschmeckt.

Bekömmlichkeit und Gesundheit

Fertig fermentiertes Sauerkraut bringt von Natur aus Säure aus der natürlichen Fermentation mit. Durch das Kochen wird das Kraut weicher und für viele leichter verträglich, gleichzeitig wird der Anteil an Aromen etwas reduziert.

Wenn ihr Sauerkraut schwer vertragt, ist sanftes Schmoren oft die angenehmere Variante, als es nur kurz zu erhitzen, oder roh zu essen.

Häufige Fehler bei der Zubereitung von Sauerkraut

  • Zu viel Hitze: Starkes Kochen lässt Aromen flach wirken. Das Kraut schmeckt überwiegend sauer. Besser: leises Schmoren.
  • Zu früh stark abschmecken: Salz, Lake oder Süße erst nach einer Schmorzeit feinjustieren, weil sich der Geschmack deutlich verändert.
  • Lake komplett entsorgen: Dann fehlt euch die Möglichkeit, Säure und Salz kontrolliert zurückzuholen.
  • Gewürze ohne Zeit: Lorbeer/Wacholder brauchen Schmorzeit, um ihren Geschmack voll zu entfalten.

Wenn ihr euch an die Grundlogik haltet – aromatische Basis, sanft schmoren, am Ende fein abschmecken –, könnt ihr aus einfachem Supermarkt-Sauerkraut eine vegane Version machen, die traditionell schmeckt und sich vertraut anfühlt. Eben wie bei Oma.

Veröffentlichung:

Autor: Kilian Dreißig

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Sauerkraut wie bei Oma zubereiten - aber vegan
Letzter Beitrag: 05. Feb. von Thueringerin.

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