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Freiwilliger Lieferverzicht: So will die Milchlobby den Milchpreis verzerren - mit Steuergeld!

Fließen bald Steuergelder in eine künstliche Verzerrung der Milchpreise? (Illustration)
Fließen bald Steuergelder in eine künstliche Verzerrung der Milchpreise? (Illustration)
Bild: K/Vegpool, KI-generiert

Wir berichten immer wieder darüber, wenn der Staat die Tierindustrie mit Steuergeldern bevorzugt und Hersteller von pflanzlichen Alternativen benachteiligt.

Und wir sind wirklich viel gewöhnt: Schulmilchprogramme, kleine Extras bei der Pfandregelung oder gleich ganze Begriffsverbote auf EU-Ebene!

Doch selten klingen die Forderungen der Industrie so dreist und absurd wie der „freiwillige Lieferverzicht“! [Kommentar]

Milchbauern fordern vom Staat Geld dafür, dass sie weniger Milch abliefern. Dadurch sollen die Milchpreise steigen.

Einfach erklärt:

  • Der Staat pumpt seit Jahrzehnten Milliardengelder in die Milchindustrie. Die Folge: extrem große Milchmengen. Das führt dazu, dass die Marktpreise für Milch rapide sinken. Für viele Milchbauern lohnt sich die Produktion kaum noch.
  • Jetzt soll der Staat zusätzlich dafür bezahlen, dass die Branche freiwillig weniger Milch abliefert. Damit die Milchpreise wieder steigen.
  • Und zwar beides gleichzeitig.

Es ist, als würde man gleichzeitig Gas geben und auf die Bremse treten.

Von der doppelten Steuergelder-Akrobatik (fördern und bremsen) profitiert die Milchlobby gleich dreifach, wie diese Infografik erklärt:

Infografik erklärt, wie die Milchlobby beim „Freiwilligen Lieferverzicht“ 3-fach profitiert.
Bild: K/Vegpool
  • Milchbauern bekommen Geld durch Subventionen und Prämien.
  • Dann fordern sie Geld dafür, dass sie weniger Milch abliefern.
  • Durch den künstlichen Eingriff in den Markt hoffen sie auf steigende Milchpreise – und profitieren dann ein drittes Mal.

Dabei erscheint ein konkreter Schritt gegen die Überproduktion von Milch viel logischer: Aufhören, weiter zu fördern.

Was bedeutet „freiwilliger Lieferverzicht“?

Beim freiwilligen Lieferverzicht erhalten Milchbetriebe Geld vom Staat, wenn sie weniger Milch produzieren. Es ist ein staatliches Instrument mit dem Ziel, den Milchpreis künstlich zu beeinflussen.

Am Ende geht es darum, dass Milchbauern durch staatliche Eingriffe in den Markt mehr Geld verdienen. Doppelt finanziert aus Steuergeldern.

Mitbezahlen müssen alle Steuerzahler, unabhängig davon, ob und wie viel Milch sie konsumieren. Am Ende müssen Verbraucher an der Kasse zudem mehr Geld für Kuhmilch bezahlen.

Pflanzliche und nachhaltigere Hersteller bekommen solche Hilfen übrigens nicht. In anderen Branchen würden gezielte Einflussnahmen auf den Markt wohl vielmehr vor dem Kartellgericht scheitern.

Ob Schulmilchprogramm, Entschädigungen bei Seuchen, Agrardiesel oder Direktzahlungen: Krasse Beispiele, wie der Staat die Milchlobby bevorzugt.

Veröffentlichung:

Autor: Kilian Dreißig

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Freiwilliger Lieferverzicht: Diese Lobby-Forderung ist unfassbar dreist!
Letzter Beitrag: 02. Jun. von Friedhelm.

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