Diagnose Darmkrebs - wie meine Welt zusammenbrach! [Teil 1]

Meinen Termin beim Proktologen hatte ich nicht wegen Darmkrebs gemacht. Ich erschien dort im Sommer 2025 wegen Hämorrhoiden. Ich konnte sie fühlen, wollte sie veröden lassen. Die Prozedur kannte ich bereits von früheren Besuchen.
Wie ihr am Titel sehen könnt, habe ich mich geirrt. Ich habe Darmkrebs. Man sagte mir, ich hätte Glück gehabt. Normalerweise entdeckt man Darmkrebs erst viel später. Wenn er bereits stark fortgeschritten ist.
Von Glück spürte ich jedoch nichts. Meine Welt hatte begonnen, heftig zu wanken.
Ich bin 69, wohne in Hamburg, bin Vater von drei erwachsenen Kindern und habe drei Enkel. Ich lebe mit meiner Frau zusammen. Und nur, falls ihr euch fragt: Ich bin kein Veganer, auch kein Vegetarier. Ich habe nicht viel Fleisch gegessen, aber auch nicht wenig. Ganz durchschnittlich, würde ich sagen.
Ich hatte nun also die Diagnose: Darmkrebs. Diese Krebsdiagnose haut einem erstmal den Boden unter den Füßen weg! Man hat nicht nur Angst vor der Krankheit selbst, sondern auch vor der Behandlung.
Bei Darmkrebs kommt noch dazu, dass es eine ziemlich sensible Krankheit ist. Es ist einfach nicht schön, sich im Po untersuchen zu lassen!
Zur Zeit werden neue Arten der Chemotherapie entwickelt, gerade für frühe Stadien von Darmkrebs. Man nimmt dabei mehrere Wochen lang Pillen ein – und das war’s. Keine Operation nötig!
Ich hatte das Glück, an einer Studie teilnehmen zu können, in der ein solches Medikament getestet wird.
Die Nebenwirkungen waren erträglich: Ich hatte zwar plötzliche Durchfälle und Müdigkeit. Aber keinen Haarausfall, keine blutigen Wunden im Mund. Da gibt es ja ganz andere Horrorgeschichten!
Nachdem sich der Schock einigermaßen gelegt hatte, war ich immerhin froh, dass ich auf einen künstlichen Darmausgang verzichten konnte, der manchmal als "Kackbeutel" bezeichnet wird. Kein Stoma, sagte man mir. Was für eine Erleichterung!
Bis zum Lebensende mit so einem Beutel herumzulaufen, der den Stuhl auffängt war für mich ein wahrer Horrorgedanke!
Nach Abschluss der Chemotherapie wurden zur Kontrolle eine Magnetresonanztomografie (MRT) und ein Abstrich gemacht, um den Erfolg zu überprüfen. Das Resultat ließ mir ganze Gebirge vom Herzen fallen: keine Krebszellen mehr!
Die Chemotherapie hatte angeschlagen. Ich war glimpflich davongekommen!
3 Monate später erschien ich wieder zur Routine-Kontrolle. Ein MRT wurde gemacht. Der Radiologe entdeckte dabei einen Fleck in der Leber. Er war sich zwar sicher, dass es nur eine Zyste ist, doch in solchen Fällen schaut man lieber zweimal.
Bei der Leberbiopsie, einige Tage später, stand dann fest: Mein Krebs hatte gestreut. Zusätzlich wurde ein Abstrich gemacht. Und dann brach meine frisch aufgekeimte Hoffnung in sich zusammen.
Auch die Tumornarbe enthielt Krebszellen. Ich war nicht geheilt. Mein Krebs war nie weg gewesen. Er hatte sogar gestreut!
Den nächsten Teil des Berichts findet ihr hier.
Hintergrund Darmkrebs
Darmkrebs ist eine der häufigsten Krebsarten in den Industriestaaten. Die WHO warnt seit 2015, dass rotes und verarbeitetes Fleisch ein Risikofaktor für Darmkrebs sind. Bereits 50 Gramm verarbeitetes Fleisch am Tag erhöhen das Risiko für Darmkrebs um 18 Prozent.
Fleisch ist nicht der einzige Risikofaktor, allerdings einer, der sich besonders leicht vermeiden lässt, indem man kein Fleisch isst. Weil immer mehr junge Menschen unter 50 an Darmkrebs erkranken, warnen Ärzte vor einer regelrechten Epidemie.
Mit der Schilderung eines realen Falles möchten wir dazu beitragen, Aufmerksamkeit auf diese tragische Krankheit zu lenken – und auf die Möglichkeiten der Vorbeugung.
Aufgezeichnet von Kilian Dreißig.
Diagnose Darmkrebs: ein Fallbericht
- Diagnose Darmkrebs - wie meine Welt zusammenbrach! [Teil 1]
- Diagnose Darmkrebs: OP steht an - bekomme ich ein Stoma? [Teil 2]
- Diagnose Darmkrebs: So ist meine OP verlaufen! [Teil 3]
Veröffentlichung:
Autor: Kilian Dreißig




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