Diagnose Darmkrebs: Der Krebs ist wieder da - und hat gestreut! [Teil 4]

Dies ist der vierte Teil. Im letzten Teil des Fallberichts hatten wir von Wolfgangs Darmkrebs-OP berichtet. Den ersten Teil findet ihr hier.
Wir führen den Bericht wegen der Situation des Betroffenen aus der Drittperspektive fort, basierend auf Informationen aus dem engen Familienumfeld.
Nach der Diagnose Darmkrebs werden regelmäßige Kontrolluntersuchungen zur Normalität. Solche Untersuchungen sind für alle Betroffenen und ihre Familien echte Angsttermine.
Schon Tage vorher schleichen sich Gedanken an: Was, wenn der Krebs wieder da ist?
Dabei hatte sich Wolfgang nach der Operation im Winter wieder auf dem Weg der Genesung gefühlt. Er hatte ein Stoma bekommen und ihm war eine Metastase aus der Leber entfernt worden. Vor wenigen Wochen hat er seinen 70. Geburtstag gefeiert.
Nachdem ihm bei der Darmkrebs-OP das Rektum entfernt worden war, ist die Wunde mittlerweile weitgehend verheilt. Sie steht immer noch unter Spannung und nässt. Aber es sei viel besser geworden, heißt es.
An das Stoma hat er sich mittlerweile gewöhnt. Wenn er den Beutel abnimmt und den künstlichen Darmausgang verschließt, kann er sogar schwimmen gehen.
Insgesamt war die letzte Behandlung vielversprechend gewesen. Die Chemotherapie verlief weitgehend symptomfrei. Danach waren keine Krebszellen mehr erkennbar.
Es sah aus wie ein voller Erfolg. Als hätte Wolfgang noch mal Glück gehabt. Als wäre er dem Darmkrebs entkommen.
Doch der Krebs ist wieder da. Wahrscheinlich war er nie weg.
Beim Kontroll-CT wurden neue Metastasen in der Leber gefunden. Dazu kamen vergrößerte Lymphknoten.
Auf Verwandte wirkte es, als hätte man den Krebs nur verärgert. Als würde er jetzt umso härter zurückschlagen.
„Ein zweites Mal überstehen wir nicht“, hatte Sigrid noch vor der Untersuchung gesagt, Wolfangs Frau.
Nach dem niederschmetternden Ergebnis haben sich beide zunächst abgeschottet. Eine Mischung aus Fassungslosigkeit, Entsetzen und Ratlosigkeit. Und Wut auf die Ärzte, die versprochen hatten, dass alles gut wird.
Die Chancen in diesem Stadium sind noch schlechter als zuvor. Wenige Menschen leben 5 Jahre nach einer solchen Diagnose noch.
Hintergrund Darmkrebs
Darmkrebs ist eine der häufigsten Krebsarten in den Industriestaaten. Die WHO warnt seit 2015, dass rotes und verarbeitetes Fleisch ein Risikofaktor für Darmkrebs sind. Bereits 50 Gramm verarbeitetes Fleisch am Tag erhöhen das Risiko für Darmkrebs um 18 Prozent.
Fleisch ist nicht der einzige Risikofaktor, allerdings einer, der sich besonders leicht vermeiden lässt, indem man kein Fleisch isst. Weil immer mehr junge Menschen unter 50 an Darmkrebs erkranken, warnen Ärzte vor einer regelrechten Epidemie.
Mit der Schilderung eines realen Falles möchten wir dazu beitragen, Aufmerksamkeit auf diese tragische Krankheit zu lenken – und auf die Möglichkeiten der Vorbeugung. Namen und persönliche Details wurden verfremdet.
Auf Rückmeldung und um Verwirrung zu vermeiden, haben wir den Hinweis ergänzt, dass Wolfgang kein Veganer ist.
Diagnose Darmkrebs: ein Fallbericht
- Diagnose Darmkrebs - wie meine Welt zusammenbrach! [Teil 1]
- Diagnose Darmkrebs: OP steht an - bekomme ich ein Stoma? [Teil 2]
- Diagnose Darmkrebs: So ist meine OP verlaufen! [Teil 3]
- Diagnose Darmkrebs: Der Krebs ist wieder da - und hat gestreut! [Teil 4]
Veröffentlichung:
Autor: Kilian Dreißig
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