Vegan: Wenn du ständig "Ausnahmen" brauchst, verbessere deine Routine!

Vegan werden – heute leicht wie nie
Sollte man als Veganer auch mal "Ausnahmen" machen? Kommt drauf an! Bild: Fotolia.com

Sollte man sich in der veganen Ernährung auch mal "Ausnahmen" erlauben oder gar einen wöchentlichen Cheat-Day einlegen?

Unsere Meinung zu veganen "Cheat-Days" kennt ihr als aufmerksame Stammleser:innen ja bereits.

Kurzfassung: Besser keine veganen Cheat-Days, denn diese torpedieren die Entwicklung guter Routinen.

Bei gelegentlichen Vegan-Ausnahmen sieht die Sache noch mal anders aus. Denn wer sich ab und zu eine "Ausnahme" erlaubt, nimmt in bestimmten Stress-Situationen den Druck aus der Ernährung. Auch und gerade, wenn man sonst ziemlich konsequent vegan lebt und bereits gute Routinen hat.

Dies ist kein Appell, vegane Ausnahmen zu machen. Es ist vielmehr ein Plädoyer für eine lebensnahe vegane Lebensweise, in der es okay ist, den steilsten Klippen und Felsen auch mal auszuweichen. Und dann wieder konsequent den eigenen Werten zu folgen. Übertriebener Perfektionismus gehört zu den wichtigsten Gründen, aus denen Menschen am Vegan-Umstieg scheitern.

Sollte man als Veganer:in auch mal Ausnahmen machen - oder lieber ganz strikt vegan leben?

Mit "Ausnahmen" sind solche Dinge gemeint, wie z. B. ein Stück vom Geburtstagskuchen, den Opa gebacken hat (der das mit dem "Vegan" nicht mehr so richtig kapiert).


Und auch nur dann, wenn man sich wohl damit fühlt. Sozusagen als Kompromiss zwischen Familienfrieden und den eigenen Ernährungsvorstellungen.

Gleichzeitig müssen natürlich keine Ausnahmen sein. Wer gerne konsequent und zu jeder Zeit vegan lebt, wird auch in solche Situationen Wege finden.

Grundsätzlich empfehlen wir eine entspannte vegane Lebensweise nach dem Pareto-Prinzip. Lebt so vegan, wie es im Alltag ohne übertriebenen Aufwand funktioniert. Ein wenig Anstrengung wird euch mit Erfolgserlebnissen belohnen. Gleichzeitig solltet ihr euch nicht zu sehr quälen.

Ausnahmen unterscheiden sich von Cheat-Days dadurch, dass sie pragmatische Mittel zum Zweck sind und eben nicht fest eingeplant werden.

Wer mal eine "Ausnahme" macht, kann dadurch andere "Kosten" vermeiden, z. B. eine unangenehme Situation im Familienkreis oder beim Geschäftsessen. Das entspricht dem Gedanken des veganen Pareto-Prinzips ("übertriebener Aufwand").


Wer sich aber ständig von "Ausnahme" zu "Ausnahme" hangelt, sollte die eigenen Routinen hinterfragen.

Denn: Eine vegane Ernährung sollte sich auf Dauer gut und richtig anfühlen und einen mit allem versorgen, was das Herz begehrt.

Vegane Ausnahmen helfen in Ausnahmesituationen. Die Routine sollte vegan bleiben.

Natürlich ist der Umstieg auf eine vegane Ernährung auch mal herausfordernd. Das gehört dazu, wenn man neue Routinen entwickeln, oder neue Meilensteine erreichen möchte.

Wir leben in einer Gesellschaft, in der vegane Ernährung leider keineswegs Normalität ist. Umso besser kann es sich anfühlen, zu schaffen, woran viele Menschen nicht einmal denken wollen.

Wer sich jedoch dauerhaft quält und leidet, dem/r empfehlen wir, sich die Gründe für die vegane Ernährung regelmäßig vor Augen zu führen. Wichtig ist es auch, nicht zu viele Vorsätze zu kombinieren.

Es muss also nicht sofort Vegan + Bio + Selbstgekocht + Regional + Roh + Plastikfrei sein. Wer sich zu viel vornimmt, macht sich den Umstieg übertrieben schwer - und erhöht die Wahrscheinlichkeit, immer öfter Ausnahmen zu machen und am Ende zu scheitern.

Helfen kann auch die Teilnahme an veganen (Online-)Kursen, die einen Schwerpunkt auf motivierendes Training legen.

Es ist nicht schlimm, mal eine "Ausnahme" zu machen. Wer aber täglich oder wöchentlich Ausnahmen macht, torpediert die eigenen Alltags-Routinen.

Und noch mal: Wer gerade am Beginn der Vegan-Umstellung steht, tut sich einen Riesengefallen damit, wenigstens in den ersten 8-12 Wochen "konsequent" zu bleiben und Ausnahmen möglichst zu vermeiden.

Fazit: Ausnahmen dürfen sein, aber mit Augenmaß.

Fazit: Verurteilt euch nicht für Ausnahmen (und generell niemals für "Fehler" in der Ernährung). Wichtiger ist es, aus "Fehlern" zu lernen und Wege finden, sie zu vermeiden.

Zu viele Ausnahmen sind aber oft Zeichen für kleine, fiese, kaum merkliche Angriffe des Inneren Schweinehunds auf die neuen Vorsätze.

Der Innere Schweinehund mag das Gewohnte am liebsten und möchte euch zu Beginn einer Ernährungsumstellung schnell wieder in alte Verhaltensmuster zurückfallen lassen. Ganz egal, ob euch das gut tut.


Er attackiert eure Bemühungen bis ihr irgendwann das Gefühl habt, gar nichts erreichen zu können. Im schlimmsten Fall gebt ihr dann mit dem Gedanken auf, dass "Vegan" einfach nicht funktionieren kann. Was für ein Irrtum. :-)

Daher: Augen auf bei den Ausnahmen. Macht Ausnahmen, wenn sie euch dabei helfen, schwierige Situationen zu überwinden. Auf Dauer sind Ausnahmen aber wie Karies für die Routinen.

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Kilian Dreißig
KILIAN DREIßIG
Vegane Lebensweise vereint Klimaschutz, Tierschutz und Lebensqualität. Gute Gründe für mich, diese Vorteile auf Vegpool bekannter zu machen.


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Schlagworte: Vegan-Einstieg veganuary Motivation gut zu wissen
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