Sollten wir bewusst kinderlos bleiben?

Erstellt 11.12.2019, von kilian. Kategorie: Vegpool aktuell. 74 Antworten.

19.12.2019
Zitat habanero79:Auch im Alter würde ich mich vermutlich einsam fühlen wenn mich niemand besucht und ich allgemein niemand mehr haben würde.


Du ahnst vermutlich gar nicht, wie viele alte Menschen TROTZ Kinder sehr allein sind.

Außerdem, wer sagt denn, dass gerade eines meiner Kinder nicht mal dafür verantwortlich ist, dass sie wesentlich besser wird? Wenn es etwas erfindet was der Erde helfen könnte oder Menschen wachrüttelt.


Ich wünsche es Dir, Deinen Kindern und der Welt SEHR, aber ich zumindest glaube nicht (mehr) daran.

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19.12.2019
Du ahnst vermutlich gar nicht, wie viele alte Menschen TROTZ Kinder sehr allein sind.

Ja, das kann ich mir schon vorstellen. Gerade in der heutigen Zeit in der Entfernungen ja kaum noch ne Rolle spielen. Ich hab auch ein paar Arbeitskollegen dessen Kinder ins Ausland sind oder quer über Deutschland verteilt wohnen. Von daher hoffe ich, dass es uns mal nicht so geht. Vielleicht gibt es dann ja auch irgendwann die Möglichkeit per Virtual Reality zusammen Weihnachten zu feiern :lol:

aber ich zumindest glaube nicht (mehr) daran.

Ich bin ja jetzt auch nicht gerade optimistisch, dass es so kommen wird. Aber wenns keiner versucht, dann gibts gar keine Chance auf eine bessere Welt.

Die Menschheit ist anpassungsfähig. Eigentlich gibts ja nur zwei Möglichkeiten. Entweder reißen wir das Ruder noch vor dem entgültigen Untergang rum und kommen mit den (höchstwahrscheinlich) lebensfeindlicheren Bedingungen zurecht, oder die Menschheit rottet sich einfach selbst aus.
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19.12.2019
Klar, Dir bleibt nichts anderes übrig, als es in Rosa zu sehen, od. einen Hauch davon, zumindest...
Ich wünsche auch viel Glück! Ehrlich.

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19.12.2019
[quote=habanero79]

Ich bin ja jetzt auch nicht gerade optimistisch, dass es so kommen wird. Aber wenns keiner versucht, dann gibts gar keine Chance auf eine bessere Welt.

:thumbup: Genau so sehe ich das auch. Man kann doch nicht einfach aufgeben. Wenn z.B. die Generation meiner Eltern, die im bzw. vor dem letzten Krieg geboren wurden ,alle so gedacht hätten , dann gäbe es uns alle nicht. Oder alle die Menschen die heute in den Krisengebieten Kinder in diese Welt setzen. Warum machen die Menschen das ? Weil sie noch Hoffnung haben ! Ohne Hoffnung macht das Leben doch eigentlich keinen Sinn.
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19.12.2019
Ich sehe in dem Verzicht auf Kinder ehrlich gesagt wenig Sinn. Also selbstverständlich kann ich den Gedankengang nachvollziehen!
Aber, was bringt es dem Planeten wenn jetzt einige sich dazu entschließen keine Kinder zu bekommen? Erstmal wenig. Im Gegenteil, den diejenigen die überhaupt darüber nachdenken leben doch sehr wahrscheinlich bereits viel bewusster. Achten auf die Umwelt, zeigen Mitgefühl, essen vielleicht vegan u.s.w.. Die Personen welche sowieso nix bis wenig tun zeugen weiterhin fleißig Nachwuchs.
Klar, dass die eigenen Kinder dann auch umsichtig Leben ist nicht gewiss, aber die Startbedingungen sind doch gut! Die Menschheit an sich ist nicht das Problem, sondern wie sie lebt.
Und selbst wenn jetzt alle ,,vernünftigen‘‘ Menschen aufhören Kinder zu bekommen, werden die anderen weiter machen und es werden kaum noch Kinder aufwachsen die Eltern haben welche ihnen gute Werte vermitteln. Natürlich werden bei den anderen Kindern welche dabei sein die dennoch anders leben als ihre Eltern, aber wenn auch diese dann keine Kinder bekommen... . Auf Dauer müsste es eben mehr Menschen geben die etwas verändern wollen! Und es bedarf an Vorbildern.


Aber unabhängig davon, viele scheinen ja auch davon auszugehen dass in einigen Jahren Hungersnöte und Kriege ausbrechen. Dem wollen sie ihre Kinder nicht aussetzen. Ganz ehrlich? Momentan geht es uns allen noch wirklich gut und wer weiß wie lange es wirklich dauert bis sich das ändert. Es kann jeder Zeit Naturkatastrophen geben und Kriege können ausbrechen. Immer. Man kann einen Autounfall haben oder schwer krank werden. Eltern können ihre Kinder nicht vor allem beschützen. Und wenn ich jetzt die Wahl hätte geboren zu werden oder nicht, mit dem Wissen was auf der Welt passiert, dann doch gerne! Ihr nicht?
Es gibt auch so viel schönes zu erleben, so tolle Dinge. Auch wenn es einem so vorkommen kann, die Welt ist doch für uns noch in Ordnung. Okay, woanders auf der Welt nicht. Aber was ändert es wenn ich nicht lebe, während die Menschen welche ohnehin kaum Nahrung haben trotzdem ständig Nachwuchs in die Welt setzten? Nichts.


Und wenn es eines Tages soweit ist, dann ist es so. Bis dahin hatte ich ein gutes Leben und habe mich bemüht Tieren und Menschen nicht zu schaden. Lebe vegan, achte auf meine Klimabilanz, arbeite im Tierschutz und versuche einfach ein guter Mensch zu sein. Und genieße sonst das Leben.


Es gab schon immer Krisen und man muss auch seinen Kindern zutrauen damit umzugehen. Manchmal frage ich mich auch, ob ein einfacheres, primitives Leben überhaupt so schlimm wäre? Ich möchte Armut nicht verharmlosen, oder Krieg, aber für einige scheint ja schon die Welt unterzugehen wenn Weihnachten auf einen Sonntag fällt oder das Internet nicht funktioniert. Ich wünsche mir auch keine Apokalypse, um Himmels willen.
Aber wenn es so ist, dann ist es so. Und bis dahin genieße ich das Leben. Eines Tages vielleicht auch mit einem Kind :) .


Irgendwann muss jeder gehen und ich habe das Gefühl dass sich einige im Anbetracht der Nachrichten die täglich durch die Medien gehen absolut hilflos fühlen. Eine Angst, die eigenen Kinder nicht beschützen zu können, sie auszuliefern. Verständlich. Man darf nur nicht vergessen dass Kinder auch erwachsen werden und dann auf sich selbst aufpassen können, Entscheidungen treffen werden. Man kann sie nicht vor allem Retten. Und es ist ja nicht so als würde man sie direkt in einen Krieg hinein gebären- das ist was anderes.


Die Welt braucht Menschen die etwas Verändern!

Viele Grüße und einen schönen Abend euch :)


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19.12.2019
@Kaninchen: vieles, was du sagst, sehe ich fast komplett anders, aber eigentlich wurde das alles in den vorherigen Beiträgen auch schon ausführlichst behandelt (und es ärgert mich, wenn bereits widersprochene Aussagen einfach wiederholt werden, ohne dass auf den Widerspruch eingegangen wird, und hier insbesondere die Aussage, dass die Kinder mancher Menschen irgendwie besser wären als die anderer).


Nichtsdestotrotz bleibt es eine persönliche Entscheidung. Und es bleibt jedem zu wünschen, diese Entscheidung, wie auch immer sie ausfällt, niemals bereuen zu müssen. Und dass auch die, die in Zukunft leben, die Entscheidung ihrer Eltern nicht bereuen müssen. Zu denen können wir bereits gehören.

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19.12.2019
Wo schreibe ich dass die Kinder einiger besser sind als die anderer? :crazy:
Ich schrieb, dass einige Kinder schlicht andere Chancen haben ein verantwortungsvolleres Leben zu führen als andere. Habe ich nicht sogar erwähnt, dass das nicht zwingend zutreffen muss? Ja, habe ich.


Und ich sehe die von einigen widersprochenen Aussagen halt anders, darf ich diese Meinung dann deshalb nicht vertreten? Wo lassen sich eure Widersprüche zweifellos belegen?
Außerdem habe ich hier nichts einfach wiederholt, sondern meine Meinung zu dem Thema dargelegt.
Tut mir leid wenn dich das ärgert.


Liebe Grüße
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19.12.2019
Zitat Kaninchen:
Außerdem habe ich hier nichts einfach wiederholt, sondern meine Meinung zu dem Thema dargelegt.
Tut mir leid wenn dich das ärgert.

Okay.
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19.12.2019
Ich bin immer sehr im Struggle.
Einerseits will ich Kinder haben, aber irgendwo auch nicht.
Mein Partner ist da zum Glück jemand der auch ohne könnte.
Wir haben halt unsere Haustiere und das reicht mir eigentlich aus.
Ob sich das in 5 Jahren mal ändert weiß ich nicht.

Hab diese Einstellung schon mein Leben lang. Jetzt auch mit Partner.
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20.12.2019
Ich möchte dass jetzt doch nochmal ausführlicher darlegen:

2019 hatten wir den Earth Overshoot Day am 29.7. (global). D.h. wenn wir weltweit alle Menschen auf ihrem jetzigen Lebensstandard halten wollen würden (was zu Lasten der Ärmsten und zu Gunsten der Reichsten bereits extrem unfair wäre), dann müssten wir die Menschheit um ca 3 Mrd Menschen reduzieren, um nachhaltig zu leben (7 Mrd Menschen : 12 x 5). Würden alle wie in Deutschland leben (Earth Overshoot Day war da in den letzten Jahren Ende April/Anfang Mai), dann müssten wir die Menschheit um ca 4,5 Mrd. Menschen reduzieren. Nehmen wir mal an, wir (in Deutschland) geben uns alle mehr Mühe, essen keine tierischen Produkte, fliegen nicht, usw, dann würden wir bei unserem "guten Leben" immer noch nicht nachhaltig leben und vielleicht müsste dann die Weltbevölkerung statt um 4,5 Mrd. dann doch wieder "nur" um 3 Mrd. Menschen reduziert werden.


Gedankliche Voraussetzung ist, dass niemand nur durch seine Geburt höhere Ansprüche, mehr Rechte, mehr Chancen haben dürfte und dass es demzufolge unbedingte Pflicht ist, den Lebensstandard aller Menschen auf ein gleiches (gutes) Niveau zu bringen. Und dafür muss, wenn es entsprechend der aktuellen Lage nachhaltig sein soll, eben die Weltbevölkerung reduziert werden.

Schafft man das (als privilegierter Deutscher) am besten, indem man eigene Kinder in die Welt setzt und dafür Zeit, Energie und Ressourcen braucht (die eigenen Privilegien an sie weitergibt), oder vielleicht doch, indem man auf eigene Kinder verzichtet, und vielleicht im Idealfall sogar seine Zeit, Energie und Ressourcen für eine ingesamt bessere Welt einsetzt?

Oder nochmal anders:
-Ökologischer Fußabdruck
Unabhängig von meiner eigenen Entscheidung wird irgendwo auf der Welt ein Kind geboren, welches einen total schlechten Lebensstandard hat (=hervorragender ökologischer Fußabdruck). Der Lebensstandard dieses Kindes wird aus Gerechtigkeitsgründen auf unseren Standard erhöht (=mieser ökologischer Fußabdruck). Entscheide ich mich für ein eigenes Kind, hätten wir dann bereits zwei Kinder mit einem miesen ökologischen Fußabdruck (besser als der Durchschnitt bedeutet in Deutschland halt immer noch mies).
- Nachhaltigkeitsbewusstsein
Gehen wir davon aus, dass das Kind, welches ohne meinen Einfluss geboren wird, in einem Umfeld aufwächst, in dem ihm kein Nachhaltigkeitsbewusstsein vermittelt wird.
Entscheide ich mich für ein Kind und vermittele ihm Nachhaltigkeitsbewusstsein, haben wir dann also ein Kind ohne Nachhaltigkeitsbewusstein und ein Kind mit Nachhaltigkeitsbewusstsein. Entscheide ich mich für kein Kind, haben wir nur das Kind ohne Nachhaltigkeitsbewusstsein. Beim derzeitigen Stand wäre die Variante ohne eigenes Kind nachhaltiger. Nur das nachhaltige Kind wäre da natürlich noch besser, aber das liegt eben, wie gesagt, außerhalb unseres Einflusses. Nutzen Menschen ohne eigene Kinder im Idealfall aber ihre Ressourcen (Energie, Zeit und Geld) für eine gerechtere Welt, also auch für Bildung und Förderung von Nachhaltigkeitsbewusstsein bei Kindern, die nicht ihre eigenen sind, hätten wir weniger Kinder, die aber dank des Einsatzes kinderloser Idealisten dennoch alle Chancen bekommen, die man sich heute eben auch für ein eigenes Kind so wünscht. Könnten wir das erreichen, fände ich die Hoffnung auf ein gutes Leben zukünftiger Generationen nachvollziehbar - davon sind wir momentan allerdings extrem weit entfernt. Natürlich könnte man sich auch mit eigenen Kindern für mehr globale Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit einsetzen, aber mein Blick auf die Familien mit Kindern in meinem Umfeld zeigt dann doch eher, dass diese Eltern, insbesondere mit jüngeren Kindern, mit ihren eigenen Alltagsherausforderungen bereits mehr als genug gefordert sind.

Die Folgen der Klimakrise, die die zur Verfügung stehenden Ressourcen (insbesondere landwirtschaftliche Flächen) wahrscheinlich nochmal drastisch reduzieren dürfte, sind in diesen Überlegungen noch nicht berücksichtigt. Wissenschaftlicher Fortschritt, der bei gleichzeitig unveränderter Lebensweise zu Einsparungen führen könnte, auch nicht. Mit etwas Glück heben sich die positiven und negativen Auswirkungen gegenseitig auf.
Ach, und natürlich sind wir aktuell schon näher an der 8 Mrd. Grenze als an der 7 Mrd. Grenze, aber das kann dann sich dann ja jeder mit der jeweils aktuellen Zahl selbst ausrechnen.

Ist ein bisschen lang geworden, aber das Thema ist (mir emotional) wichtig. Und ich hoffe, dass es hier nicht nur um Meinungen, Hoffnungen und Wünsche, sondern eben doch auch ein bisschen um Fakten geht. Darum, der Realität ins Auge zu blicken.



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