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Regionale Tierprodukte besonders schädlich fürs Klima

Erstellt 06.08.2020, von kilian. Kategorie: Vegpool aktuell. 18 Antworten.

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Benutzerbild von Vegbudsd
vegan2.997 Postsmännlich35708 HaigerLevel 3Supporter
02.03.2021
Und da isses wieder...
Vor allem die Behauptung, wir wollten hier mit irgendwas die ausländische Fleischindustrie stützen finde ich besonders absurd.


Aber ich verstehe die aufgeregte Kritik durchaus: Macht sie doch deutlich, wie sehr man sich auf Seiten der Fleisch- Milchproduzenten in die Enge getrieben fühlen muss. Dass Biofleisch auf dem deutschen Markt höchstens zwei Prozent erreicht spielt in der Argumentation keinerlei Rolle, aber klar soll wohl werden, dass regional in jedem Fall zu importfreier Fütterung führt und vegan in jedem Fall ausschließlich mit exotischen, mit viel Emissionen importierter Ware funktionieren kann, Veganer*innen also immer umweltschädlich handeln. Oha, starker Tobak!


In einer idealen Welt, in der der Fleischkonsum so ausgewogen wäre, dass er noch umweltverträglich und ohne Massentierung tiergerecht genug wäre, wäre es völlig absurd, Produkte oder Futtermittel weit aus dem Ausland zu importieren, was die Ökobilanz im Allgemeinen stört.


In meiner idealen Welt würde gar kein Fleisch oder andere tierische "Produkte" konsumiert und wir würden Tiere mit demselben Respekt und unter Wahrung ihrer Würde behandeln - und gar nicht töten um was zu Essen auf dem Teller zu haben!

Damit wären auch ein großer Teil der ökologischen sowie sozialen Probleme erledigt. Die Landwirtschaft produziert uns ökologische (Klimawandel, Gülleüroblem usw.) und gesundheitliche (Multiresistente Keime, Zoonosen usw.) Probleme. Dazu besteht ständig Gefahr für die Landwirte, die totgemachten Tiere bzw Milch usw. unter Preis verkaufen zu müssen.

Falls nötig, gerne mehr Argumente pro Vegan und contra tierleidbasierter Konsum.

1x bearbeitet

Benutzerbild von kilian
Themen-Startervegan7.145 PostsmännlichBerlinLevel 4Team
02.03.2021
Hi Dorla,
herzlich willkommen hier und danke für dein Feedback.

Zitat Dorla:
Ich habe nur ein einziges Argument aus den Kommentaren zum Artikel entnommen: die CO2-Auswirkung des Imports der Futtermittel sei größer als der Import des Fleisches selbst.


Das ist richtig.

Der Anbau der Futtermittel und die "Veredelungsverluste" (= Umwandlung zu Gülle) sind die wichtigsten Gründe, warum Tierprodukte so klimaschädlich sind.

Wenn die Futtermittel tausende Kilometer entfernt angebaut werden (z. B. in Argentinien), aber hier "regional" verfüttert werden, wird das Problem durch die anfallenden Transport-Emissionen noch verschärft. Würden die Tiere in Argentinien gemästet und nur das Fleisch importiert, entfielen diese Futtermittel-Transporte.

Zitat Dorla:
Regionale Produktion (und insbesondere regionale Futtermittelherstellung) bedeutet logisch weniger Umweltzerstörung im Ausland, als wenn jetzt noch ALLE regionalen Futtermittel zusätzlich dort als Vorprodukte produziert würden.


Da stimme ich dir zu. Lies dir bitte den Artikel noch einmal durch, denn das ist dort beschrieben.

Zitat Artikel:

In Deutschland gibt es so viele Tierhaltungen, dass das Land auf Importe angewiesen ist.

Ein Großteil der weltweit verbrauchten Futtermittel stammt aus Südamerika. Aus Staaten wie Brasilien, Paraguay und Argentinien, in denen Regenwälder in Brand stehen, wie man in den Nachrichten immer wieder sehen kann [1][2][3].


übrigens mit nicht weniger als 3 Quellen versehen :D

Zitat Dorla:
Haben Sie sich eigentlich einmal gefragt[...] Glauben Sie etwa, [...]

das klingt ein bisschen nach Vorwürfen. Aber ich möchte gerne sachlich mit dir diskutieren - oder gar nicht.

2x bearbeitet

Kein Benutzerbild
vegetarisch3 PostsmännlichLevel 1
05.02.2023
Guten Tag,
ich habe nach kurzer Internetsuche gefunden, dass 95 % der in Deutschland eingesetzten Futtermittel auch wirklich aus Deutschland stammen. (bmel-statistik(punkt)de/landwirtschaft/tierhaltung/futtermittel)
Das angesprochene Problem wäre dann aus meiner Sicht nicht so groß, wie im Artikel dargestellt. Oder übersehe ich etwas?

Kein Benutzerbild
Vegandrea0
05.02.2023
Hi Jakob, Quellenangabe wäre gut, woher hast du die Info?
(Ach so, von der Seite kam die Info, zu spät gesehen.)
Davon mal abgesehen, es geht doch im Artikel nicht darum, dass jetzt alle exportiertes Fleisch kaufen sollen. Vielmehr darum zu überlegen, ob Fleisch nicht generell gemieden werden sollte. So verstehe ich das.

1x bearbeitet

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vegetarisch3 PostsmännlichLevel 1
05.02.2023
Zitat Vegandrea0:

Davon mal abgesehen, es geht doch im Artikel nicht darum, dass jetzt alle exportiertes Fleisch kaufen sollen. Vielmehr darum zu überlegen, ob Fleisch nicht generell gemieden werden sollte. So verstehe ich das.

So verstehe ich es auch, aber man muss dafür schon sauber und logisch argumentieren.
Ich frage mich, auf welchen Fakten die folgende Aussage im Artikel basiert:
Auch der Tierhalter im nächsten Dorf verfüttert sehr wahrscheinlich importierte Tierprodukte. Ausnahmen sind selten.

Im Anbetracht der Daten des BMEL kann ich mir ehrlich gesagt schwer vorstellen, dass fast alle Tierhalter Importfutter verwenden, das insgesamt nur einen Anteil von 5% ausmacht. In den verlinkten Quellen steht nirgendwo, wie viele deutsche Bauern Importfutter verwenden; die Hauptaussage des Artikels ist somit unbelegt.

(Den Link "durfte" ich als neuer User nicht posten, daher habe ich ihn "zensiert".)

Benutzerbild von kilian
Themen-Startervegan7.145 PostsmännlichBerlinLevel 4Team
05.02.2023
Hi Jakob,
scroll auf der von dir verlinkten Seite doch mal runter:
Bezogen auf die physiologische Wertigkeit der Futtermittel, wie z.B. den Anteil an verdaulichem Eiweiß, haben Importfuttermittel erhebliche Bedeutung für die Tierhaltung in Deutschland. Rund 28 Prozent des Futteraufkommens an verdaulichem Eiweiß stammen aus importierten Futtermitteln. Allein gut 44 Prozent der Nettoeinfuhren von verdaulichem Eiweiß entfallen auf Sojabohnen und Sojaschrot.

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vegetarisch3 PostsmännlichLevel 1
05.02.2023
Bezogen auf die physiologische Wertigkeit der Futtermittel, wie z.B. den Anteil an verdaulichem Eiweiß, haben Importfuttermittel erhebliche Bedeutung für die Tierhaltung in Deutschland. Rund 28 Prozent des Futteraufkommens an verdaulichem Eiweiß stammen aus importierten Futtermitteln.

Inwiefern ist der Eiweiß-Anteil dafür jetzt relevant? Eher im Gegenteil sagt das aus, dass die 5%, die importiert werden, zumindest eine gute Nährstoffzusammensetzung haben.
Ändert aber nichts an der Tatsache, dass der Großteil (auch noch 72%, wenn man es am Eiweiß messen will) doch noch inländisch produziert wird.

Benutzerbild von kilian
Themen-Startervegan7.145 PostsmännlichBerlinLevel 4Team
05.02.2023
Zitat Jakob:

Inwiefern ist der Eiweiß-Anteil dafür jetzt relevant?


Weil Heu und Silage aus Dauergrünland die Rechnung verfälschen, wenn es um Futtermittel aus Ackerbau geht (= Nahrungsmittelkonkurrenz, wie im Artikel angesprochen).

Deutschland hat bei Proteinfuttermitteln einen Selbstversorgungsgrad von ~30%.
https://www.ovid-verband.de/artikel/meldungen/selbstversorgung-mit-raps-und-sojaproteinen-ist-ausbaufaehig

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lizhan
05.02.2023
ich find die überschrift auch etwas irreführend und ich versteh die Intention dahinter nicht so wirklich. Es impliziert irgendwie schon, dass es besser sei fürs Klima nicht-regionale Tierprodukte zu kaufen. Aber darum gehts ja eigentlich nicht, oder ? Es geht doch mehr darum, dass Massentierhaltung / Verzehr von Tier"produkten" in vielerlei Hinsicht klimaschädlich ist. Es ist doch nicht neu, dass der Sojaanbau die Regenwälder zerstört oder dass Kühe soviel Methan ausstoßen? Ob diese Kühe jetzt in Argentinien stehen oder in deutschland macht doch keinen Unterschied. Und ob das Futter jetzt hier oder dort verfüttert wird, ist dieser Unterschied so riesig, dass man sich darüber Gedanken machen muss in Bezug auf Klimaauswirkungen? Aus Tierrechtsperspektive macht das noch weniger Sinn.


Manchmal stolpert der "Klimaschutz" auch über Zahlen, wenn sie mit Scheuklappen betrachtete werden - also so wie bei dem Argument, dass eine Biokuh klimaschädlicher sei als eine aus der Massentierhaltung, weil sie nicht so viel Leistung bringt und länger lebt. Da denk ich: Da ist irgendeine Synapse falsch abgebogen. :rolleyes: Man muss ja schon das Ganze irgendwie im Auge behalten.


ich versteh auch nicht so wirklich, welchen Schluss man jetzt ziehen soll als Verbraucher*in. Für veganer*innen ist der Artikel ja eh obsolet, weil die überhaupt keine Tierprodukte essen. Gehts mehr darum, durch den Artikel noch ein Argument mehr zu haben für Veganismus?


Das Argument könnte am ehesten noch für Menschen interessant sein, die Fleisch bewußt regional oder regional + bio kaufen. Aber denen gehts ja vermutlich nicht nur um Transportwege, sondern noch um andere Faktoren (Tierhaltung, ARbeitsbedingungen, Klima, regionale Unternehmen/Bauern stärken, wirtschaftliche Stärkung der Region, persönliche Bekanntheit des Hofs usw.). Diese Menschen müssten sich dann vor Ort erkundigen, inwieweit die zugefüttert werden und mit welchen Futter und dann ist die Frage, ob man dem dann soviel Gewicht zumisst oder ob andere Faktoren gewichtiger sind?


und eben die große Frage, die sich aufdrängen kann, wenn man den Artikel liest: Was wäre denn dann weniger schädlich wenn jemand Fleisch konsumieren will? Was ist die Konsequenz? (also wenn man jetzt nicht vegan essen will?)

Mir ist jemand, der abundan Fleisch oder Milchprodukte bei einem benachbarten zertifizierten Biohof von Bioland oder Demeter kauft, allemal lieber als jeder, der sein Fleisch bei Aldi kauft, selbst wenn der biohof tatsächlich Soja aus Südamerika verfüttern würde (was ich mir aber nicht wirklich vorstellen kann, weil das doch sehr wahrscheinlich gegen die Richtlinien der bioverbände verstößt) Ich find es auch gut, wenn Leute mehr darauf achten, welche Produkte es regional gibt und auch mehr regional kaufen, nicht nur wegen Klimaschutz.

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