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Psychologie: Wie positiv denken veganer über Fleischesser?

Erstellt 22.10.2021, von kilian. Kategorie: Vegpool aktuell. 5 Antworten.

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Benutzerbild von kilian
Themen-Startervegan7.084 PostsmännlichBerlinLevel 4Team
Psychologie: Wie positiv denken veganer über Fleischesser?
22.10.2021
Untersuchungen zeigen: Veganer denken meist positiver über Fleischesser, als diese glauben.
https://www.vegpool.de/magazin/veganer-fleischesser-psychologie.html
Habt ihr solche Erfahrungen auch gemacht?

Benutzerbild von Bianca
vegan270 PostsweiblichAppenzeller VorderlandLevel 2Supporter
22.10.2021
Das bestätigt meinen Eindruck bei Erlebnissen aus dem Alltag. Ich erlebe es oft, dass Omnis sich völlig ungefragt rechtfertigen. Zwei Beispiele aus jüngster Zeit habe ich für euch. Ich möchte dazu sagen, dass ich mich bezüglich Tierleidprodukten oft toleranter gebe, als ich gerne würde, da wir uns da nicht zu weit aus dem Fenster lehnen können. Ein Zimmereibetrieb auf dem Land hat viele Bauern als Kunden und mein Mann hat es da bei Diskussionen bezüglich der Ernährung schon geschafft Kundschaft zu verprellen... Allzu oft können wir uns das nicht leisten.

Neulich habe ich mich mit der Mutter eines Mitschülers meiner Tochter unterhalten. Sie war gerade in der Metzgerei und hat dann ihren Jungen vom Schulbus abgeholt. Sie: "Meine Männer sind Fleischfresser". Ich habe gelächelt, genickt und geschwiegen. Sie: "Esst ihr kein Fleisch?" - "Nein, wir essen kein Fleisch". - "Einfach vegetarisch, oder auch keine Milch und so?" - "Wir essen gar keine tierischen Produkte."- "Ist das nicht total anstrengend?" - "Nein, für uns stimmt das so. Das muss aber jeder für sich selber entscheiden." Und schon ging die Rechtfertigung los: "Ich schaue auch, dass es nicht jeden Tag Fleisch gibt, nur sehr selten. Oft gibt es vegetarisch Sachen. Wir kaufen auch viel Biofleisch." Ich habe mir das angehört und es nicht weiter kommentiert.
Als wir dann im Kindergarten zum Besuch eingeladen waren, gab es Kuchen und ich habe dankend darauf verzichtet. Da meinte besagte Mutter dann ganz erstaunt. "Ich hätte gar nicht gedacht, dass du da so konsequent bist. Das hat gar nicht so gewirkt, als wärst du so... extrem..."

Das zweite Beispiel ist uns grade erst letzte Woche beim Einkaufen passiert. Da stand eine Dame, welche veganen Fleischersatz beworben und zum verkosten angeboten hat. Wir haben probiert und uns drüber gefreut, dass es so gut geschmeckt hat. Ich habe geäussert, dass es schön wäre, dass auch mal ein veganes Produkt zum probieren da wäre und nicht immer nur Wurst und Käse. Darauf hat die Dame uns gefragt, ob wir denn Wurst und Käse nicht essen würden. Mein Mann meinte ganz sachlich: "Nein, wir sind Veganer." Daraufhin hat sie sofort angefangen sich zu rechtfertigen. Sie würde auch viel seltener Fleisch essen, als früher, die Zeiten hätten sich geändert. Aber sie wäre halt mit tierischen Produkten aufgewachsen und kenne das nicht anders.


Benutzerbild von ItsaMeLisa
vegan325 PostsweiblichHannoverLevel 3
25.10.2021
Jain.
Ich hab hier ja schon einige Erfahrungen geschildert und mal bin ich relativ verständnisvoll und mal fall ich echt vom Glauben ab.
Leute, die mich "angreifen" und doofe Fragen stellen, aber eigentlich gute Menschen sind, die es nicht böse meinen und sich bei offenem Umgang auch an den Veganismus ranführen lassen, bringe ich unglaublich viel Verständnis gegenüber auf. Gerade als Soziologin ist mir die Kraft der Sozialisierung und der Wunsch der Zugehörigkeit zur Gesellschaft mehr als bewusst.
Wenn mir aber jemand ins Gesicht sagt (wie mein Vater), dass er meine Ansicht versteht, er aber Tiere für niedere Wesen hält und sie einfach zu gut schmecken, als dass man sie nicht essen solle, dann habe ich halt null Verständnis und frage mich, wie ein Mensch so abgrundtief böse sein kann. :x
Ich weiß es nur mittlerweile besser und versuche da gar nicht mehr zu intervenieren, da es nichts bringt. Meine heimliche Genugtuung ist, dass er sich das Leben selbst schwer macht. Obwohl er fettleibig ist, Bluthochdruck hat und mittlerweile Diabetes Typ 2 lässt er sich nicht helfen und meint, dass das alles sicher nicht von seiner Ernährung käme, denn das wäre alles genetisch...mhm :rolleyes:

1x bearbeitet

Benutzerbild von Vegbudsd
vegan2.997 Postsmännlich35708 HaigerLevel 3Supporter
25.10.2021
Klar ist die Anfälligkeit für bestimmte Krankheiten auch genetisch bedingt, sonst bekämen Menschen sie ja generell nicht. Dass aber gerade Typ2 Diabetes (auch Alterszucker genannt) durch Adipositas letztlich ausgelöst und deutlich verstärkt wird, weil die Bauchspeicheldrüse irgendwann wegen Überlastung ihren Dienst versagt, gilt ebenfalls als gesichert.
Tut mir leid, dass Du so nah einen Menschen aushalten musst, der so drauf ist.

Tiere als niedere Wesen zu bezeichnen und ihnen negative Eigenschaften zuzuweisen, war im vergangenen Jahrhundert üblich und hat zu unsäglich viel Leid alluberall geführt. Noch heute finden es zuviele Leute "normal", Tiere völlig rechtlos zu stellen und ihnen Leid zuzufügen und sie zu töten. Die angeblich tierlieben Menschen verfüttern diese dann noch an ihre Haustiere, oftmals ganz und gar ohne schlechtes Gewissen.

Wobei ich da nicht von genereller Boshaftigkeit ausgehe, aber von deutlicher Inkonsequenz.

Benutzerbild von ItsaMeLisa
vegan325 PostsweiblichHannoverLevel 3
25.10.2021
Zitat Vegbudsd:
Wobei ich da nicht von genereller Boshaftigkeit ausgehe, aber von deutlicher Inkonsequenz.


Naja, in diesem speziellen Fall würde ich dir widersprechen. Er hat mal erzählt, dass er als Jugendlicher zugesehen hat, wie im Hinterhof bei Bekannten ein Schwein geschlachtet wurde und er dabei nichts empfunden hat. Sein Kumpel konnte den Anblick nicht ertragen und mein Vater belächelt die Reaktion seines Kumpels heute noch! Keinerlei emotionale Einfühlung oder Entwicklung.
(Das ist nur eins der vielen Anzeichen, die mich vermuten lassen, dass mein Vater möglicherweise ein Soziopath ist, aber mehr dazu würde den Rahmen dieses Forums sprengen und wäre sehr persönlich)

Benutzerbild von Vegbudsd
vegan2.997 Postsmännlich35708 HaigerLevel 3Supporter
25.10.2021
Ja, auch das ist ein lange bekanntes Phänomen. Diese generelle Verrohung (übrigen auch gegenüber Kindern - ebenfalls weitgehend hilflos) im Zusammenhang mit zugefügtem Leid und Tod wird von manchen Wissenschaftlern tatsächlich auch auf den Dreißigjährigen Krieg zurückgeführt, in dem sämtliche moralischen und ethischen Maßstäbe über Bord geworfen wurden, ja sogar Leichen vor Hunger aus Gräbern geholt wurden usw.

Das wurde damals im Zusammenhang mit getöteten Säuglingen geäußert, die dann in Blumenkübeln, Kühltruhen und versteckten Schränken gefunden worden waren.

Es wird Zeit, dass wir Tiere nicht mehr nur schützen, weil sie irgendwie für uns Menschen nützlich sind, sondern um ihrer selbst willen.

Es wird Zeit für eine neue Aufklärung.

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