"Ethisch" oder "Ethnisch"? Wo ist der Unterschied?

Erstellt 16.12.2019, von kilian. Kategorie: Vegpool aktuell. 30 Antworten.

17.12.2019
ethisch


1.


die Ethik (1a) betreffend, zur Ethik (1a) gehörend


"ethische Gesichtspunkte, Begründungen"


2.


auf einer Ethik (2) beruhend, dazugehörend; von sittlichem Verhalten bestimmt, davon zeugend; sittlich


Bedeutung ethNisch

die [einheitliche] Kultur- und Lebensgemeinschaft einer Volksgruppe bezeugend, betreffend

Beispiele


ethnische Eigentümlichkeiten


ethnische Säuberung (Säuberung 2)


ein ethnisch [un]einheitliches Volk


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18.12.2019
Zitat kilian:Ne, dat gibt's wirklich und hab ich auch schon gehört (also mit "n"). Findet man auch in Google, z. B. mit "aus ethnischen Gründen vegan".



Dazu würde ich zB Muslime zählen (ohne Wertung!!!).
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18.12.2019
Zitat Chrisveg:
Dazu würde ich zB Muslime zählen (ohne Wertung!!!).

Ich nicht. So wie auch Christen keine einheitliche ethnische Gruppe darstellen, sind die muslimischen Gemeinschaften in vielen Punkten viel zu verschieden, um eine Ethnie zu bilden. Angehörige einer Religionsgemeinschaft sind selten gleichzusetzen mit den Angehörigen einer Ethnie.
https://de.wikipedia.org/wiki/Ethnie#Ethnie_und_Religion
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18.12.2019
Zitat kilian:Findet man auch in Google, z. B. mit "aus ethnischen Gründen vegan".


Ich habe das gerade mal gegoogelt, da kommen bei mir Null Treffer.


Zitat Chrisveg:


Dazu würde ich zB Muslime zählen (ohne Wertung!!!).


Wobei der "Otto-Normal-Muslime" weit vom veganem Leben entfernt ist. Sie essen lediglich kein Schweinefleisch, alle anderen Fleischsorten werden gegessen.


Aus religiösen Gründen vegan würden mir die Jain als Untergruppe des Hinduismus einfallen.
2x bearbeitet

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18.12.2019
Zitat Dana:
Aus religiösen Gründen vegan würden mir die Jain als Untergruppe des Hinduismus einfallen.


Und auch viele Buddhisten, die die Aussage des Buddha, dass "jene wie diese" sind (also andere Lebewesen so wie der Mensch sind), und somit "vom Töten und Tötenlassen ablassen" (Suttanipâta 705).

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19.12.2019
Also ich bin ja viel im buddhistischen Bereichen unterwegs, dort lebt wirklich niemand vegan und wirklich die aller wenigsten vegetarisch. Im Gegenteil es ist sogar oft schwierig, für mich etwas passendes zu essen zu finden. Am ehsten leben noch die vegetarisch, die aufgrund ihrer geographischen Gegebenheiten kaum Fleisch haben (z. B. in den hohen Regionen von Tibet, dort gibt es für die meisten Tsampa und Buttertee). In den buddhistischen Ländern, die viel Auswahl an Essen haben, wird sogar relativ viel Fleisch gegessen. Jetzt selbst in Bhutan, die ja selber keine Fleischzucht haben, wurde gerne das Fleisch, das meine Gruppenmitglieder angeboten haben, gegessen. Also die "Mär" vom vegetarischen Buddhisten kann man leider in das Reich der "Mythen" abtun.
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19.12.2019
Hallo, Dana,

meine Erfahrung (nicht Mär und Mythos ;-) ) mit Buddhisten in Deutschland (und da kann ich immerhin auf 20 Jahre aktive Mitgliedschaft in einer Gruppierung und in der DBU verweisen) deuten darauf hin, dass es da doch langsam etwas mehr Richtung vegetarisch/vegan geht. Zumindest war das mein Eindruck, als ich dort noch aktiv war.

Mir ging es aber auch nicht darum, zu behaupten, dass alle Buddhisten das auch tun. Meine Ambition war, zu sagen: Nähmen sie die Reden und Lehren des historischen Buddha ernst, müssten sie es tun.

Aber ich sehe, ich habe in meinem Satz auch was vergessen, er müsste natürlich rein logisch heissen:
"Und auch viele Buddhisten, die die Aussage des Buddha ernst nehmen, dass "jene wie diese" sind (also andere Lebewesen so wie der Mensch sind), und somit "vom Töten und Tötenlassen ablassen" (Suttanipâta 705)."

So, wie er da ursprünglich steht, ist er ja grammatisch unvollständig gewesen. Sorry.

4x bearbeitet

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19.12.2019
Zitat PeeBee:Hallo, Dana,

meine Erfahrung (nicht Mär und Mythos ;-) ) mit Buddhisten in Deutschland (und da kann ich immerhin auf 20 Jahre aktive Mitgliedschaft in einer Gruppierung und in der DBU verweisen) deuten darauf hin, dass es da doch langsam etwas mehr Richtung vegetarisch/vegan geht.


Ich denke, dass diejenigen Menschen, die sich hier bewusst für den Buddhismus entscheiden, das sicher mehr leben werden, wie in den "klassischen buddhistischen Ländern". Ich denke das kann man auch mit dem Christentum (ich meine hier unsere Kirchen) vergleichen. Du wirst da rein geboren, getauft und die Werte des Christentums gehen Dir sonst wo vorbei. Aktuelles Beispiel ist da sicher Weihnachten und die Adventszeit, die eigentlich eine Fastenzeit sein sollte (was bei dem derzeitigen Süßigkeitenangebot schwer vorstellbar ist).
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19.12.2019
Das ist ohne Frage richtig. Aber es ist keinesfalls so, dass ich nur Kontakte zu deutschen Buddhisten hatte und habe (falls das so rüberkam). Besonders japanische Jodoshin-Buddhisten gehören zu engen Freunden von uns, und da tut sich was in Sachen "Vermeidung von Leid" auch, was das Essen angeht.

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19.12.2019
Zitat PeeBee: japanische Jodoshin-Buddhisten .


Gerade in Japan hatte ich die größten Schwierigkeiten vom ganzen asiatischen Raum überhaupt vegetarisch zu essen, von vegan mal ganz zu schweigen. Die geben wirklich an alles ihre Fischsauce. Es gibt wohl ein paar wenige Klöster, bei denen vegan gegessen wird, aber im täglichen Leben spielt das in Japan wirklich gar keine Rolle. Wie gesagt, ich denke, wenn einer buddhistischen Vereinigung beitritt, wird er die Lehren Buddhas sicher mehr leben, als der "Otto-Normal-Buddhist". Gerade auch die angebliche Friedfertigkeit von Buddhisten habe ich schon ganz anders kennengelernt, von den Kriegen, die die einzelnen buddhistischen Strömungen untereinander hatten, mal ganz abgesehen.
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