Die Shitstorms der Agrar-Verbände

Erstellt 08.10.2020, von kilian. Kategorie: Vegpool aktuell. 5 Antworten.

Die Shitstorms der Agrar-Verbände
08.10.2020
Immer wieder starten Agrar-Verbände ihre Shitstorm-Kampagnen und richten sich damit gegen alles, was auch nur Spuren von Agrar-Kritik enthät.

Ihre Kampagnen verfolgen immer wieder dasselbe Muster:
  • Emotionalisierung ("wir werden gemobbt"),
  • Skandalisierung ("ihr hasst Bauern"),
  • Brandmarkung ("Kritiker sind Ideologen").
https://www.vegpool.de/magazin/landwirte-shitstorm.html
Damit vermeiden sie bislang erfolgreich eine sachliche Debatte.

Kennt ihr weitere Beispiele?
Tragt's hier ein! Gerne erweitere ich den Artikel um weitere Beispiele!

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08.10.2020
Dazu kommt noch die Kriminalisierung der Tierschützer, die in die Tierställe gehen und das Leid dokumentieren. Das ist ja in anderen Ländern - wie z.B. USA schon Gesetz, dass die Tierschützer zu Terroristen gebrandmarkt werden ! Und ich fürchte, wenn die Bauernlobby da weiter an der Landwirtschaftsministerin arbeitet, wird das hier auch kommen ! :-(

Lieben Gruß
METTA
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08.10.2020
Zu dem Thema hatte ich Prof. Jens Bülte (Strafrechtler) kürzlich befragt:
Zitat Prof. Dr. Jens Bülte:Dass Whistleblowern hier in Zukunft eher Strafe droht als in der Vergangenheit, sehe ich nicht. Die Forderung nach einer besonderen Strafverfolgung für Stalleinbrüche aus dem Koalitionsvertrag von 2017 ist – soweit ich sehen kann –, verstummt, nicht zuletzt weil sie aus Kreisen von Strafrechtlern ausschließlich zu Unverständnis und Spott geführt hat.

https://www.vegpool.de/magazin/prof-jens-buelte-tierschutzgesetz-interview.html
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08.10.2020
Hallo Kilian,
das liegt aber sicher auch im Ermessen der Richter , und wie sie dazu eingestellt sind. Gesetzt der Fall es gäbe immer mehr Richter, bzw. Staatsanwälte , die auf der Seite der Bauern wären, könnte das nicht irgendwann auch kippen ?
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08.10.2020
Ich denke schon, dass es wichtig ist, die Augen offen zu halten. Nicht nur hier, sondern auch in anderen Themen. Z. B. gab es in NRW bereits ein Verbandsklagerecht, das aber - vermutlich auch wegen mangelndem Druck - nicht verlängert wurde.
https://www.erna-graff-stiftung.de/verbandsklagerecht-fuer-tierschutzvereine-droht-in-nrw-auszulaufen/
Fortschritt ist keine Selbstverständlichkeit.
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08.10.2020
Vielen Dank für das Beleuchten eines der wichtigsten Themen in Bezug auf Tierschutz - nein, es reicht eben leider nicht jeden Monat eine Spende an das örtliche Tierheim zu entrichten oder vegan zu leben (obwohl das schon ein Riesenerfolg ist, denn jedes nicht gegessene Stück Fleisch, jeder nichtverzehrte Liter Rinderdrüsensekret (auch Milch genannt) rettet ein Tier. Ohne Gesetzes- und vor allem Vollzugsverschärfungen wird sich da aber lange Zeit für die Mehrheit nichts tun.

Lediglich Gesetzesverschärfungen und Werbeverbote werden diesem Treiben zusammen mit deutlicher Sensibilisierung innerhalb der Bevölkerung z.B. durch als gleichwertige Ernährung in Kitas und Schulen den nachwachsenden Generationen ein anderes Bild von Tieren und gewaltfreier Ernährung als echte Alternative aufzuzeigen.

Man kann z.B. eine Gesetzesinitiative "transparenter Stall" (nein, habe extra nicht "offener" geschrieben, denn da darf aus Seuchenschutzgründen tatsächlich niemand rein. Aber eine Lückenlose und vor allem permanent öffentlich einsehbare Videoüberwachung des gesamten Betriebes in dem mit Tieren umgegangen wird, also von der Zucht und Geburt der Tiere bis hin zum Transport und zur Lebenszerstörung, würde vor allem künftig helfen. Leute, denen der Datenschutz in ALLEN anderen Bereichen völlig egal ist, sind diesbezüglich die allerersten, die mit dem Schrei nach Datenschutz für die armen Arbeitnehmer auf die Barrikaden gehen.

Nur die permanente öffentliche Sichtbarkeit und damit öffentliche Kontrolle der Handlungen, die mit und an Tieren vorgenommen werden, führen zu einer dauerhaften Veränderung in sämtlichen Ställen in denen Menschen mit Tieren "arbeiten" also auch Zoos, Zirkussen, Tierversuchslaboren und anderen nur zum Nutzen von Menschen nach wie vor leider zugelassenen Tierquälereien und Tiergefangenhaltungen - nebenbei braucht niemand mehr in Ställe einzubrechen, um dieses allzu oft illegale Treiben vieler Tierhalter öffentlich zu machen. Vielen Dank an SOKO Tierschutz, Deutsches Tierschutzbüro und allen anderen, die für die Veröffentlichung solcher Missstände gesorgt haben.

Professor Bülte hat in einem Text das ganze derzeitige System als institutionalisierte Kriminalität genannt. Dem ist nichts hinzuzufügen.

Es geht nicht nur um Entscheidungsspielräume sondern viel mehr um entsprechend geschulte und ausgebildete Richter und Staatsanwälte bei z.B. Schwerpunktstaatsanwaltschaften, die ihren Auftrag nicht als Niederschlagungsinstrument für unliebsame, als Querulanten wahrgenommene, Anzeigesteller von Tierschutzverstößen, sondern das Grundgesetz ernst nehmen und den Gesetzen und Verordnungen zur Geltung verhelfen, die oft gar nicht sooo schlecht sind, bisher aber oft unbeachtet bleiben.
Daran ändert sich nur sehr schleppend etwas. Lediglich die Durchleitungstransporte in Länder außerhalb der EU wurden weitgehend vorübergehend gestoppt, weil bekannt wurde (Animals Angels!), dass die Vorschriften auf den Wegen außerhalb der EU gar nicht eingehalten werden können, weil gar keine Versorgungsmöglichkeiten vor Ort waren, obwohl das eine Genehmigungsvoraussetzung ist.

Auweia, jetzt ist mir das Hirn wieder übergelaufen, sorry, habe mich jedenfalls sehr gefreut, dass der von mir sehr verehrte Professor Bülte hier ein Interview gegeben hat!

Das Recht ud rechtsstaatliches Vorgehen in Sachen Tierschutz ist zusammen mit vegan leben der beste Weg, den Shitstormlandwirten das oft üble Handwerk der Tierzerstörung so schwer wie möglich zu machen.
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