Abgetrennt: Kleinparteien wählen - pro & contra

Abgetrennt von: 11 pro-vegane Tipps zur Bundestagswahl 2021.

Erstellt 10.08.2021, von robert-gabel. Kategorie: Vegpool aktuell. 15 Antworten.

10.08.2021
Hallo Sunjo nochmal. :) Das ist halt die große Frage, die ich vorhin beschrieb. Machen die großen Parteien überhaupt das, was wir von ihnen erwarten? Von bioveganer Landwirtschaftsreform spreche ich gar nicht erst. Selbst bei so simplen Themen wie Massentierhaltung gab es seit Jahrzehnten (auch unter Rot-Grün) kein Vorankommen. Nichts passierte.

Jetzt gab es einen halbherzigen Vorstoß in Form eines Prüfauftrags im Bundesrat. Schau dir mal das Abstimmungsergebnis an bei der dringend notwendigen Antragsänderung, dass die Bestandobergrenze nicht wettbewerbsneutral umzusetzen sei, sondern unabhängig davon, ob der Wirtschaftsstandort dadurch unattraktiver werden könnte.

Deine Hoffnung setzt du auf vier Jahre Regierungsbeteiligung. Diese Hoffnung verstehe ich. Aber es gibt viele Menschen, die diese Hoffnung keineswegs haben und lieber den Druck erhöhen wollen, dass die Hoffnungen von dir und anderen eines Tages berechtigt sein werden.

Und ein Hallo an Vegbudsd nochmal.

Mit Martin Häusling hatte ich auch bereits dazu gesprochen. Sein Ansatz: der Fleischbedarf soll komplett durch Weidehaltung gedeckt werden. Und nun wird es absurd und ich verstehe, dass du nun denkst, ich würde mir das ausdenken. Aber das sagte er tatsächlich - der Flächenbedarf an Weiden, um das zu ermöglichen, müsste sogar durch Waldrodungen möglich gemacht werden. So seine Position. Ich denke, du kannst mir darin folgen, dass ich mit solch unguten Ideologien nichts zu tun haben will und ich hoffe, dass er diese Ansichten bald ablegen wird.

Zum Tierschutz im EU-Parlament: hier ist insbesondere die Intergroup for Animal Welfare der treibende Motor. Und wer ist Präsidentin? Die Abgeordnete der niederländischen Tierschutzpartei. Wer also Europa nach vorne bringt in Sachen politischer Tierschutz steht meiner Beobachtung (und ich habe in Brüssel gearbeitet und es sehr genau beobachtet) nach fest: die mittlerweile rund 30 Tierschutzparteien weltweit.

Und selbstverständlich die Tierrechtsorganisationen, die unfassbar gute Arbeit leisten. Und damit es nicht falsch verstanden wird - jede:r andere Politiker:in, die sich mit auf unserem Weg für echten Tierschutz macht, ist mindestens genauso wichtig. Wir brauchen einander. Wir brauchen die großen Parteien, damit sie die Mehrheiten organisieren. Sie brauchen aber auch uns als Motor, der die Entwicklung immer weiter vorantreibt. Zusammen wird es was. Daher mein Hinweis am Rande: wir können gern Argumente austauschen und alles, aber nie vergessen, dass wir nur zusammen was erreichen und jede Sichtweise hierbei erstmal gleichberechtigt ist. Ich verstehe deine und ich hoffe, du verstehst auch meine.
2x bearbeitet

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10.08.2021
Bei Fakenews endet meine Bereitschaft, zu debattieren.

Wer die hier verbreiteten Aussagen zu Martin Häusling überprüfen will, kann das sicher am besten auf seiner eigenen Heimseite:
https://martin-haeusling.eu/presse-medien/pressemitteilungen/2718-wwf-bericht-zur-weltweiten-waldrodung-europaeer-leben-auf-kosten-der-regenwaelder.html
Ich gehe daher von einem Missverständnis aus, denn sicher plædiert Häusling nicht für Waldrodungen für Tierleidproduktion.


Im grünen Wahlprogramm findet sich nix dazu.

Keinen Hinweis gefunden habe ich auch zur angeblichen "Ideologie" dass Wald gerodet werden soll, um den "Fleischbedarf zu decken".

Es wird mal wieder klar, weshalb immer wieder kurz vor den Wahlen relativ kleine, ansonsten völlig in der Versenkung verschwundene und politisch letztlich vollkommen unwirksame Parteien auftauchen, die beim Auszählen am Wahlabend trotz des Engagements vieler ihrer Mitglieder nichts weiter fertig bekommen haben, als diejenigen Parteien tatsächlich zu schwächen, die eigentlich beste Chancen hätten, etwas zu tun.


Wäre ich als z.B. Tierleidproduzent daran interessiert, die Tierschutzbemühungen z.B. der Grünen zu verhindern, würde ich dafür sorgen, dass möglichst viele Stimmen für den tatsächlich erreichbaren Tierschutz von den politisch wirksamen Parteien zu den unwirksamen Kleinstparteien umgelenkt werden, damit für das Geschäftsmodell Tierleid keine politische Gefahr droht. Diese würde ich gerade so mit Wahlkampfmitteln ausstatten, dass sie garantiert unterhalb der 5% Hürde bleiben, aber dennoch soviel Wählerstimmen binden, wie nur möglich.

Muss nicht so sein, wäre aber durchaus plausibel. Die A_tommüll f_ür D_eutschland z. B. Nimmt sich völlig hemmungslos jedes Thema, was bei unbedarften rechtslastigen Wählern fùr Empörung sorgen könnte, um buchstäblich für die Atommüllindustrie dauerhaft die Werbetrommel zu rühren...

Muss alles keine Verschwõrung sein, aber wer weiß, welche Summen Geldes da im Spiel sind, kann schon hellhörig werden und Fragen stellen.

Wer realen Tierschutz unterstùtzen will, kann sich jederzeit bei den im Bundestag vertretenen Parteien selbst engagieren, oder zumindest diejenigen zu Wahl stehenden Parteien unterstützen, die die besten Chancen und den Willen haben, etwas zu verbessern.

Ansonsten ist nicht nur das aktive Wahlrecht ein echtes Privileg,sondern auch und ganz besonders das passive Wahlrecht.


Auch dafür, dass Parteien und Personen gewählt werden können, die vielleicht nie eine Chance haben, in irgendeine wirksame Position gewählt zu werden, würde ich jederzeit eintreten.
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11.08.2021
Hallo Vegbudsd! Deine verlinkte Pressemitteilung bezieht sich auf Regenwaldrodung für das Tierfutter der Massentierhaltung. Das hat nichts mit der von mir beschriebenen Aussage zu tun. Denn da ging es um heimische Weidehaltung, die Flächen benötigen würde. Dass er gegen Regenwaldrodung für Massentierhaltung ist, ist doch selbstverständlich, wenn seine Alternative die heimische Weidehaltung ist. Von daher weiß ich grad nicht genau, worauf du hinaus möchtest.
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11.08.2021
Ich habe die Debatte vom Hauptthema abgetrennt.
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11.08.2021
Hallo Robert,

ich glaube nicht, dass es den großen Parteien Eindruck macht, wenn die Tierschutzpartei mehr Stimmen bekommt, nach der Wahl machen die doch sowieso wieder weiter wie sie wollen. Nur vor der Wahl hängen sie sich diverse Mäntelchen um, um mehr Stimmen zu bekommen.


Weißt Du, warum die geplante Fusion der Tierschutzpartei mit V3 nicht geklappt hat?


Liebe Grüße
Crissie
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12.08.2021
...nach der Wahl machen die doch sowieso wieder weiter wie sie wollen. Nur vor der Wahl hängen sie sich diverse Mäntelchen um, um mehr Stimmen zu bekommen


So wie Du das hier darstellst stimmt es sicher nicht bei allen im Bundestag vertretenen Parteien.
Aber des Satz "machen was sie wollen" stimmt insofern, als dass zumindest bei den Grünen die Mitglieder der Partei mit Mehrheiten entscheiden, was denn die Partei nun wollen soll. Dieser Prozess für die Erstellung eines solchen Grundsatzprogrammes oder Wahlprogrammes kann natürlich (und wird auch) beeinflusst werden. Zum Beispiel um solche Fallen wie damal die Forderung nach 5,-DM je Liter Benzin zu vermeiden, oder auch zu konkrete Forderungen im Tierschutz wie Einführung einer Fleischsteuer usw. zu vermeiden. Das Beispiel Antibiotikaverbot oder Verbot von Tiertransporten und zeigt aber eben genau, dass auch Parteien, die nicht besonders offensiv als tierschützerisch auftreten in der Praxis der Parlamente tatsächlich mehrfür die Tiere erreichen, als die Kleinstpadteien, die durch ihr Vorgehen die mögliche Kraft für diese innerparteilichen Auseinandersetzungen schwächen.


Wären diese Menschen mit in den im Bundestag vertretenen Parteien integriert, und würde man sich dann untereinander vernetzen um Initiativen parteiübergreifend hinzubekommen, wäre dem Tierschutz um Längen mehr gedient, als wenn die Tierschutzstimmen aus dem Parlament gezogen auf mehrere kleine und völlig unwirksame Parteien verteilt werden, so wie es nun erkennbar mindestens seit 2013 der Fall ist.


Die Tiere in den Ställen haben keine Zeit für solche im Ergebnis sinnlosen Experimente.

Dabei ist es gleichgültig, ob man insgesamt ein, zwei oder drei Prozent von z. B. den Grünen wegholt, weil man mit deren Tierschutzpolitik nicht zufrieden ist, das Ergebnis ist dennoch immer nur weniger statt mehr Tierschutz.


Oder glaubt nemand, dass eine angepeilte Koalition aus FDP, CDU und SPD unter einem Kanzler Scholz oder Laschet besonders tierfreundliche Politik macht?


Aber genau das ist das drohende Szenarium, wenn die Grünen und Linken weiter geschwächt werden.

Nur mal so zum Nachdenken.
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