vegan5.331 PostsweiblichSchwarzwaldLevel 4
02.04.2026Ich finde den Artikel für den Einstieg wirklich gut gelungen 👍
Die wichtigsten Werte sind klar benannt und gerade die Hinweise zu B12 mit Holo-TC, MMA und Homocystein sind sehr hilfreich, weil das oft missverstanden wird. Auch Vitamin D, Omega-3 und Jod mit aufzuführen, macht absolut Sinn.
Was man vielleicht noch ergänzend sehen kann: Blutwerte sind immer nur so gut wie ihre Einordnung. Gerade bei Eisen zum Beispiel ist Ferritin zwar ein wichtiger Marker, aber allein oft nicht ausreichend. Werte können im Referenzbereich liegen und trotzdem funktionell eher niedrig sein, vor allem bei Frauen.
Deshalb schaue ich in der Praxis häufig eher auf mehrere Parameter im Zusammenhang, z. B. zusätzlich Hämoglobin, Transferrinsättigung oder auch Entzündungsmarker, um das Gesamtbild besser einordnen zu können.
Auch bei anderen Nährstoffen wie Zink oder Selen, die im Artikel eher am Rand erwähnt werden, kann sich ein genauerer Blick lohnen, je nach individueller Ernährung.
Was in solchen Übersichten aus meiner Sicht auch noch etwas untergeht, ist das Thema Proteinqualität bzw. Aminosäuren und bestimmte „tierische“ Verbindungen. Gerade bei veganer Ernährung geht es ja nicht nur um die Gesamtmenge an Protein (die meist erschreckend niedrig ist), sondern auch um die Zusammensetzung.
Neben den klassischen essentiellen Aminosäuren können auch Stoffe wie Taurin oder Carnitin, die hauptsächlich in tierischen Lebensmitteln vorkommen, eine Rolle spielen, z. B. im Energiestoffwechsel und für die mitochondriale Funktion.
Auch Cholin ist ein Nährstoff, der häufig eher niedrig ist und für Leberfunktion, Zellmembranen und Methylierung wichtig ist.
Ich lasse meine Blutwerte zum Beispiel regelmäßig etwa alle sechs Monate kontrollieren und werte dabei ein ganzes Panel an Parametern im Zusammenhang aus und nicht nur einzelne isolierte Werte. Das gibt ein deutlich realistischeres Bild der tatsächlichen Versorgung.
Unterm Strich würde ich sagen: Als Übersicht absolut sinnvoll und praxisnah, gerade für den Einstieg. Wenn man sich tiefer damit beschäftigt, lohnt es sich, die Werte deutlich differenzierter im Kontext zu betrachten.