Was hättet ihr beim Vegan-Umstieg gern gleich gewusst?

Erstellt 06.01.2022, von kilian. Kategorie: Allgemein vegan. 17 Antworten.

Was hättet ihr beim Vegan-Umstieg gern gleich gewusst?
06.01.2022
Habe kürzlich eine (teilweise ziemlich lustige) Sammlung von Dingen gesehen ¹, die Veganer beim Umstieg gerne gleich gewusst hätten.

Sachen wie:
- Beim Thema Vegan werden manche Mitmenschen zu Ernährungsexperten
- Du wirst über den Käse hinweg kommen
- Du wirst nicht auf einer einsamen Insel landen, zusammen mit einem Schwein
- Manche Fleischesser lieben es, für Pflanzenrechte zu kämpfen

...

Welches sind Eure (witzigen oder ernsten) Dinge, die ihr gerne gleich gewusst hättet? :)

¹ In einer Mail der internationalen ProVeg-Veggie-Challenge.
3x bearbeitet

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06.01.2022
Also mir wäre es wichtig gewesen, zu wissen dass man auch von Anfang an B12 nehmen sollte und den zusätzlichen HoloTC test für B12 machen sollte.
Ich hatte nämlich in 2006, da habe ich zwar noch vegetarisch gelebt, aber immer mehr Tendenz vegan, schon Probleme mit B12 gehabt. Das wurde dann von der Ärztin bei einem normalen Bluttest festgestellt, weil ich damals noch nur normalen Bluttest machte und somit der Mangel schon ziemlich hoch war. :surprise: Danach habe ich dann erstmal teure Tabletten aus der Apotheke bestellt und später dann über roots of compassion die B12 Tabletten von der vegan society. Und irgendwann dann auch immer den ausführlicheren Test für B12 machen lassen mit HoloTC.
Mittlerweile ist das gut eingestellt.
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06.01.2022
"- Manche Fleischesser lieben es, für Pflanzenrechte zu kämpfen"

Das war für mich persönlich die krasseste Erfahrung, dass selbst ansonsten durchaus vernunftbegabte Menschen sich nicht zu blöde waren, mir solchen Unfug um die Ohren zu hauen. Ich war baff. Oder eine Ministerin für Landwirtschaft fragte mich, weshalb Veganerinnen, die ja doch kein Fleisch essen wollten, dann eigentlich Ersatzprodukte kaufen würden, die so ähnlich schmecken... Auch da merkte ich, dass es in Teilen der Bevölkerung ein weiter Weg sein wird. Immerhin hat der hessische Rundfunk über den Veganuary berichtet ...
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07.01.2022
" Beim Thema Vegan werden manche Mitmenschen zu Ernährungsexperten "

Oh ja die gibt es in Hülle und Fülle 😂🤦‍♀️
Alles schon erlebt
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08.01.2022
Eigentlich hatte ich mich auf zu ziemlich alles eingestellt, was seitens meiner Mitmenschen auf mich zukommen könnte. Und ja,es gab und gibt auch ab und zu noch Sätze und Aussagen, wo ich merke, dass sich die meisten Menschen noch nicht wirklich mit ihrer Ernährungsform auseinandergesetzt haben. Denn als ich letztens einen Lupinenjoghurt mit auf der Arbeit hatte, wurde gleich unterstellt, dass ja hoffentlich nicht durch deren Anbau Waldrodungen u.ä. stattfinden. ô_O Ehm, naja...nein.
Aber dieses Beispiel bringt mich zu einer Sache, die ich,bevor ich vegan unterwegs war, nicht gedacht hätte: das sich viele Fleischesser ungefragt und unkommentiert für IHR Essen rechtfertigen und stolz berichten, wenn sie veganes Essen dabei haben (was ja super ist) und sich dann noch ne Scheibe Käse zum überbacken draufhauen. Also wegen mir muss sich niemand dafür rechtfertigen, was er oder sie isst. Aber ich nehme es dann immer als gutes Zeichen, dass diejenigen vielleicht doch ein kleines bisschen ein schlechtes Gewissen haben, weil sie eben das essen, was sie essen, und es irgendwann vielleicht doch noch klick macht. Die Hoffnung stirbt zuletzt! : DD

Achja, und natürlich kommt man über Käse hinweg!!!
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08.01.2022
Aber dieses Beispiel bringt mich zu einer Sache, die ich,bevor ich vegan unterwegs war, nicht gedacht hätte: das sich viele Fleischesser ungefragt und unkommentiert für IHR Essen rechtfertigen und stolz berichten, wenn sie veganes Essen dabei haben (was ja super ist) und sich dann noch ne Scheibe Käse zum überbacken draufhauen.


Sehr gut beobachtet. Das ist aber erst so ca. 10 bis 12 Jahre so. Vorher war das entschieden anders.


Da wuden vegan lebende Menschen bei jeder sich bietenden Gelegenheit lächerlich gemacht bzw. dazu aufgefordert, sich zu rechtfertigen.


Nicht wirklich böse (das kam später), aber immer so, dass verhindert wurde, über das eigene seltsame, für Tiere tödliche Essverhalten nachzudenken.


Bin noch heute über die Wahlkampfforderung der Grünen nach der Förderung von öffentlich organisierten Kantinen bei Einführung eines "Veggiedays" im Jahr 2013 froh und stolz darauf, dass die damalige Bundesarbeitsgemeinschaft Tierschutzpolitik zusammen mit der Grünen Jugend diese Forderung ins grüne Wahlprogramm bekommen hat.


Angeblich - so wird bis heute fälschlicherweise von den Gegnern des "Veggiedays" behauptet, hätte diese Forderung dazu geführt, dass die Grünen damals statt der erwarteten 15% nur 8,4 % erreichten :wallbang: . Das ist zwar mehrfach widerlegt (es waren die irrsinnigen Steuerforderungen und die Abschaffung des Ehegattensplittings - und Ziele nicht erreichen geht auch ganz ohne Veggieday... 2021), aber erst im letzten Jahr wurde das Thema "rein pflanzliche Ernährung fördern" usw. vorsichtig wieder im Wahlprogramm untergebracht.

War nach meiner Meinung trotzdem extrem wichtig und ein echter Meilenstein, denn dadurch wurde die Debatte eine andere:


Seitdem rechtfertigen sich von Oma bis zu Grillkollegen viele für ihren Fleischkonsum "ich lebe ja fast vegan" (meine Mutter, obwohl Sprühsahne, Dosenmilch und Wurst und Käse vor ihr auf dem Frühstückstisch stehen...:wallbang :) oder das Märchen von dem ach sol tierschützenden Biofleisch von Landwirt nebenan "den kenne ich genau, der schlachtet ganz behutsam noch selbst..."

Vor allem hat sich seitdem jedoch geändert, dass wir Veganerinnen sich nicht mehr rechtfertigen müssen, dass wir es anders machen! Ob es nun tatsächlich mit dem Grünenwahlkampf zu tun hat, oder ob die Zeit einfach reif dafür war, kann ich natürlich nicht wirklich belegen.


Richtig ist aber, dass sich seit 2013 der Wind eindeutig zum Besseren gedreht hat.
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08.01.2022
Hallo,
ich hätte gerne gleich gewusst, das vegane Ernährung nicht teurer ist als omnivore Ernährung, da hatte ich echte Vorurteile.
Ich habe allerdings weder früher noch heute Fertigprodukte gekauft.
Ah ja, das führt mich zu dem Punkt, das oft die vielen Zutaten eines veganen Fertiggerichtes verteufelt werden ohne das mit der Zutatenliste eines omnivoren Fertiggerichtes zu vergleichen, das würde nämlich auch mies aussehen.

Liebe Grüße,
schoko-oma



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08.01.2022
Oh ja, die Rechtfertigungen...einerseits ein gutes Zeichen, dass bei den Leuten doch irgendwo ein Gewissen versteckt ist, andererseits aber echt nervig, immer den selben Text von allen möglichen Leuten zu hören. Selbst bei Leuten, die ich nur sporadisch kenne:
Es kommt auf irgendeine Weise raus, dass ich vegan lebe
Person (nach kurzer Denkpause): "Ich esse ja auch nur wenig Fleisch...etc. etc.." :rolleyes:

Auf der anderen Seite überrascht es mich immer wieder positiv, dass nach einer Eingewöhnungsphase die Leute teilweise echt gut mit meinem Veganismus umgehen und dafür sorgen, dass etwas für mich da ist, wenn ich zu Besuch bin. Und bei Geschenken sind vegane Süßigkeiten bei, statt einfach nichts mehr dazu zu tun. (Ja, ich habe vielleicht zu pessimistische Erwartungen an meine Mitmenschen gehabt. :red: )
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10.01.2022
Es spielt für mich keine Rolle, ob ich etwas gern früher gewusst hätte, denn es hätte so oder so meine Entscheidung nicht beeinflusst, oder gar verhindert.
Mich hat zwar das ein oder andere überrascht, oder genervt, aber was spielt es für eine Rolle, wenn ich vorher drauf aufmerksam gemacht worden wäre? Für mich keine, das mag aber für andere durchaus anders sein. Für mich eben nicht.
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10.01.2022
Ist doch ganz toll, wenn Deine Entscheidung (wie meine übrigens auch) nicht anders ausgefallen wäre, wenn Du manche Sachen vorher gewusst hättest.
Vielleicht erleichtern aber manche Informationen den Veganumstieg, wenn sie einen früher erreichen.
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