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warum vegane Produkte nicht gekennzeichnet sind

Erstellt 22.11.2025, von Friedhelm. Kategorie: Allgemein vegan. 3 Antworten.

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Benutzerbild von Friedhelm
Themen-Startervegan485 PostsmännlichBad Münstereifel Level 4
warum vegane Produkte nicht gekennzeichnet sind
22.11.2025
https://vegconomist.de/food-and-beverage/brand-relaunch-lazy-vegan/?utm_medium=email&utm_source=rasa_io&utm_campaign=newsletter

Das ist das, was ich neulich vermutet habe, jetzt als Ankündigung von "Lazy Vegan"
(Ab jetzt nur noch "Lazy' ;) bestätigt.
Leider ist das so.
Für Unsereinen blöde, aber (ohne das gutzuheißen) durchaus nachvollziehbar.

1x bearbeitet

Benutzerbild von METTA
vegan5.373 Postsweiblich ObertshausenLevel 4
23.11.2025
Eigentlich müssten viel mehr Berichte über Schlachthöfe , desolate Zustände in den Mastställen und schlechtes Fleisch in den Medien sein, damit die Menschen endlich kapieren, dass vegan besser ist.😡 Aber nein, im Gegenteil, jetzt wird den ARIWA Leuten noch verboten das Video über den Schlachthof Brand zu veröffentlichen.😥

Benutzerbild von kilian
vegan8.367 PostsmännlichBerlinLevel 4Team
23.11.2025
Ich finde das im Artikel genannte Beispiel interessant, aber ich glaube nicht, dass die Entscheidung auf belastbaren Daten beruht.

Es gibt viele Versuche darüber, ob Vegan-Kennzeichnungen eher helfen oder nicht. Oft sind es Feldversuche an Unis (= junge, gebildete Zielgruppe...) und dadurch von vornherein verzerrt und kaum replizierbar.

Spontane Konsumentscheidungen sind zudem seeehr störanfällig.

  • Wenn ich vor einer Mahlzeit einen Vortrag über Herzkreislauferkrankungen gehört habe, bin ich danach wahrscheinlich aufgeschlossener für gesunde Ernährung (manchmal reichen schon Erinnerungsreize wie ein Plakat im Flur). Also müsste man sicherstellen, dass die Teilnehmer nicht geprimt sind. Wie macht man das?

  • Wenn man in einem Versuch Risiken und Chancen bewerten soll, kann es einen Einfluss machen, ob man vorher einen Witz gehört hat ...

  • Wenn andere Leute sehen können, welche Wahl ich treffe, greife ich wahrscheinlich eher zu Produkten, die sozial weniger kontrovers sind und bei denen ich nicht die Sorge haben muss, nach dem Grund meiner Entscheidung befragt zu werden.

  • Werden gesunde Produkte eher in Sicht- und Griffweite platziert, erhöht das tendenziell die Akzeptanz. Also müsste man in Versuchen diesen Effekt herausrechnen, indem man Variantentests macht ... (und zwar sowohl in Vitrine, als auch bei den Speisekarten)

  • Es kann einen Unterschied machen, ob ein Gericht als "veganer Eintopf" bezeichnet wird, oder als "Eintopf", mit einer zusätzlichen Vegan-Kennzeichnung.

Ich glaube schon, dass "Vegan" einen Unterschied machen KANN und dass Menschen oft Angst haben, dass ein vermeintlich negatives Image von Vegan-Aktivisten auf sie selbst abfärbt. Deshalb ist Gruppenzwang wohl eine der größten Hürden auf dem Weg zur veganen Ernährung: https://vegpool.de/magazin/vegan-tauglich-test.html

Aber ich glaube, dass die Fragestellung sehr störanfällig ist und man daher sehr viele Studienteilnehmer braucht.

Allerdings sind Vorurteile zum Glück schnelllebig. Und es gibt gute Gründe für vegane Ernährung, die ohne Moralisierung auskommen, intuitiv eingängig sind und eigentlich nur noch Reichweite verdient hätten.

Die vegane Bewegung hat gute Argumente, aber ein miserables Marketing. Das lässt sich zum Glück leichter ändern, als andersherum. 😊

Wie seht ihr das?

Benutzerbild von Friedhelm
Themen-Startervegan485 PostsmännlichBad Münstereifel Level 4
23.11.2025
* Wenn andere Leute sehen können, welche Wahl ich treffe, greife ich wahrscheinlich eher zu Produkten, die sozial weniger kontrovers sind und bei denen ich nicht die Sorge haben muss, nach dem Grund meiner Entscheidung befragt zu werden*


So ging es mir auch noch teilweise (obwohl ich immer schon rebellisch war :) ), bis ich so Mitte-Ende 30 war. Dann hat sich das radikal geändert. Wie heißt es noch so schön in der Bibel: "Sagt ja, ja - nein, nein. Alles andere ist von Übel".
Das kann zwar unbequem oder gar sehr unangenehm werden, aber Jahr für Jahr ist mir das mehr egal.

Es ist mir darüber hinaus auch schon lange klar, dass zB die Platzierung eine Rolle spielt.

Früher war die Aussage: "Bio schmeckt nicht". Heute ist das: "Vegan schmeckt nicht"...
Deshalb hatte ja auch unser Kantinenchefkoch die nach meinen Rezepten gekochten Speisen die ersten Wochen nicht sofort als "vegan" gekennzeichnet, sondern erst (alle gingen sehr gut) nach ein paar Wochen 😁

Und das die Tierwirtschaft einfach eine gute Medienunterstützung hat, steht außer Frage. Wer verzichtet schon gerne auf gute Werbekunden?
Und die ÖRR sind ja darüber hinaus Politikabhängig (auch wenn sie gerne das Gegenteil behaupten). Da kommt dann wieder die Lobbyarbeit zum Tragen.

Alles düster?
Nein. Es dauert nur - und vielleicht muss erst noch die ein- oder andere wirkliche Katastrophe die Welt durchwandern.

Liebe Metta,
das wundert mich ganz und gar nicht, weil da großes Geld und Macht dahinter steht.
Da braucht es einen langen Atem und viel, viel Geduld 😥

2x bearbeitet

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