Veganer-Outing

Erstellt 27.01.2020, von Onkel-Lilo. Kategorie: Allgemein vegan. 38 Antworten.

29.01.2020
Ihr habt natürlich Recht damit, dass die Definition von Freund eine Diskriminierung ausschließt. Dennoch gibt es für mich Verbindungen, die tiefer gehen, als eventuell oberflächliches Nachgeplapper. Für den Moment habe ich beschlossen erst mal mit den mir wirklich wichtigen Personen zu sprechen. Und zwar sehr intensiv und ernst. Danach kann ich immer noch die Spreu vom Weizen trennen.

Die Idee mit dem veganen Metzger ist wirklich gut. Damit habe ich mich auch schon ein wenig beschäftigt und sehe vielleicht sogar meine berufliche Zukunft darin.


Danke
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29.01.2020
Zitat Onkel-Lilo:Für den Moment habe ich beschlossen erst mal mit den mir wirklich wichtigen Personen zu sprechen. Und zwar sehr intensiv und ernst. Danach kann ich immer noch die Spreu vom Weizen trennen.


Ja, unbedingt erst sprechen. Das ist wichtig. Und das habe ich auch mit meinem o.g. Freund Dutzende Male getan. Aber irgendwann sollte man dann um seiner selbst willen auch eine Entscheidung fällen.


Übrigens war die Freundschaft, die ich oben erwähnte, sehr tief, keine Geplapperfreundschaft, sondern dieser Freund war einer, mit dem ich über alles reden konnte, der mir in schwierigen Zeiten meines Lebens zur Seite stand, und ich ihm. Ich hätte ihm mein Leben anvertraut, ohne zu zögern. Wenn ich von Freundschaft rede, meine ich keine "Facebook-Freunde," oder "Bekannte" oder "Kollegen", sondern Lebensfreunde, die ich lieb habe.


1x bearbeitet

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29.01.2020
Ich hatte bisher keine negativen Erfahrungen. Allerdings rede ich auch kaum drüber. Meiner besten Freundin habe ich erst im Restaurant gesagt, dass ich nicht mehr alles esse. Sie meinte, sie könnte das nicht, dafür würde sie zu gerne Fleisch essen. Und auf Milch und Eier zu verzichten und immer zu gucken, ob man das nu essen darf oder nicht - das wäre ihr zu lästig. Ich habe ihr zugestimmt. Natürlich ist das erstmal ne Umstellung und man muss sich immer Gedanken machen. Aber ich habe ja auch Gründe warum ich das mache. Sie versteht das, aber ich denke, sie möchte sich einfach keine Gedanken darüber machen.

Grundsätzlich glaube ich, dass sich es einige Veganer verscherzen, weil sie mit erhobenem Zeigefinger argumentieren und sich den Fleischessern überlegen fühlen. Ich denke auch, dass dieses diskutieren und missionieren nichts bringt. Einfach vorleben, und wenn mal nachgefragt wird - dann locker und nur in homöopathischen Dosen Infos geben. Funktioniert besser als sofort Bilder vom Kükenschreddern o.ä. zu zücken um die Leute zu schocken. Das schreckt eher ab.

Meine Familie findet es übrigens gut und meine Mutter und mein Sohn übernehmen schon einiges. Mein Sohn isst mittlerweile am liebsten vegane Schokolade und meine Mutter nimmt nur noch Hafer- und Mandelmilch. :D
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29.01.2020
Ich rede zwar mit niemandem von oben herab und fühl mich auch nicht überlegen, aber ich mag diese "Jeder darf selbst entscheiden und das ist völlig in Ordnung" Einstellung überhaupt nicht.
Denn wisst ihr, wer nicht selbst entscheiden darf? Die Milliarden Tiere, die jeden Tag aufs grausamste gequält und zugerichtet und dann abgeschlachtet werden.
Niemand sollte darüber selbst entscheiden dürfen, ob er das unterstützt und wenn er es tut, dann ist es verdammt nochmal NICHT in Ordnung!
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29.01.2020
Aber wer soll's entscheiden, Lenshar? Diktatorische Maßnahmen würden keinen Rückhalt bei 99% der Bevölkerung finden.
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29.01.2020
Es gibt aber so viel andere Vorschriften, die auch hingenommen werden müssen. Menschen darf man nicht umbringen oder sonst irgendwie schädigen, sonst gibts eine fette Strafe, zurecht, aber wo bleibt das Verbot Tiere zu schädigen? Das sollte einfach nicht jedem selbst überlassen sein.
Ich könnte kotzen, wenn dann eine Natalie Portman oder sonst wer kommt "Oh, ich bin ja so tolerant. Jeder darf selbst entscheiden, ob er Tiere quält."
Nein, ich vertrete standhaft die Meinung, dass es nicht in Ordnung ist was die einzelnen tun und ich werde es auch nie tolerieren oder akzeptieren.
Ich kann dieses "Jeder ist so in Ordnung wie er ist." nicht mehr hören, denn es stimmt nicht. Das ist eine Bequemlichkeit, um sich nicht bessern zu müssen, denn das verlangt Arbeit.
Eltern verbieten ihren Kindern anderen Gewalt anzutun, aber wenn es um Tiere geht, dann ist es auf einmal zu viel sie zu "missionieren"? Man überlässt es ihnen ja wohl kaum auch selbst, ob sie jemand verprügeln und findet das dann in Ordnung, denn sie müssen ihren eigenen Weg gehen und man darf sie keinesfalls dabei stören, das bringt ja nichts. So ein Blödsinn! Bei dem einen Thema ist es gut, dass Kinder von ihren Eltern Verbote erhalten und das Volk ebenso vom Staat, aber beim nächsten Thema, nämlich Tierquälerei, ist es ganz absurd.
Kann ich nicht verstehen, tut mir Leid.
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29.01.2020
Die Moral der Gesellschaft entwickelt sich weiter und erst, wenn ein neuer moralischer Standpunkt die Mehrheit erreicht, kann man auf die Politik den nötigen Druck ausüben, das in Gesetzen umzusetzen. Als Veganer kann man sich also sowohl auf gesellschaftlicher Ebene engagieren, z.B. indem man im eigenen Umfeld Überzeugungsarbeit leistet oder in den verschiedenen Organisationen aktiv wird und z.B. auf der Straße Aufklärungsarbeit betreibt, oder auf politischer Ebene (die Mehrheitsmeinung in den Regierungen entscheidet manchmal gegen die Mehrheitsmeinung der Bevölkerung). Für Politik ist Vegbudsd hier unser Experte.

Ich stimme Lenshar zu, dass Toleranz in Bezug auf Tierqual und Ausbeutung eigentlich nicht angebracht ist, aber andererseits haben wir momentan keine Wahl. Mit Gewalt erreicht man ja auch nichts.
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29.01.2020
Puh, also ich bin da ein wenig hin und her gerissen. Einerseits kann ich dich total gut verstehen Lena und ja, ich finde auch da gehört gesetzlich was gemacht.

Im Fall des Fleischkonsums stelle ich mir das aber nicht so einfach vor. Angenommen es wird ein Gesetz erlassen, was ab dem 1.3. keinen Fleischkonsum mehr gestattet. Was wird wohl passieren...

Oder andersrum, was würdest du dir genau wünschen Lena? Wie sollte das genau passieren?
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29.01.2020
Wünschen würde ich mir, Tierleid auf ein Minimum reduzieren. Per Gesetze, Tierrechte und funktionierende Gewissen seitens der Menschen.
Ich hoffe ich bin nach dem Studium emotional stabil genug, um mich beruflich auf Tierrechte / Tierschutz konzentrieren zu können, und ich kann nur hoffen, dass ich vielleicht ein bisschen was vorantreiben kann.

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29.01.2020
Sunjo hat es echt gut beschrieben. so hätte ich es nicht in Worte fassen können. Gesetze werden erst erlassen, wenn die Mehrheit dafür stimmt. Und da sind wir leider noch vieeeeel zu weit entfernt. Vielleicht wenn die Generation Thunberg an die Macht kommt, aber auch da glaube ich noch nicht an die Mehrheit...


Vielleicht wird es diese Gesetze geben und die Kinder unserer Kinder werden sie erlassen... Ich würde es mir auch sehr wünschen.
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