"Vegane Jobsuche"

Erstellt 29.07.2016, von mulan. Kategorie: Allgemein vegan. 24 Antworten.

30.07.2016
Zitat mulan: Eigentlich hatte ich immer viel fruede daran großzügig, nett und liebevoll gegenüber anderen zu sein und gerade deshalb störrt mich mein Problem so sehr; ich lebe im Zwispalt zwischen "Ich möchte menschen helfen." und "Menschen haben eigentlich keine Hilfe verdient, weil ohne sie alles besser wäre."


Die Gelassenheit kommt mit dem Alter und nach viel Frust^^


Der Kern meiner Aussagen sollte sein: Selbslosigkeit und Hilfe ist nicht im System angelegt, es kostet, macht Mühe und ist wenig angesehen, und damit meine ich gesamtgesellschaftlich und nicht von einzelnen Menschen. Dass einzelne Menschen sich anders entscheiden können ist doch geschenkt, dass das aber nicht normal ist ist doch das Problem. Wenn irgendjemand sagt, man könnte doch die ganze Welt gut mit den Ackerflächen ernähren, die uns zur verfügung stehen, aber dann kommen sofort 20 Experten, die dir erzählen, dass dann die Wirtschaft zusammenbricht und ausserdem brauchen wir Fleisch, müssen also erstmal unsere Viecher füttern. Ich habe mal eine Doku über den WWF gesehen, der ja versucht wie ein Unternehmen die Umwelt zu schützen: Klappt wohl leider nur begrenzt Oo
--> daher finde ich es auch nicht sinnvoll "die Menschen" zu hassen und als böse oder sonstwas zu verteufeln, sie folgen nur dem, von dem ihnen immer wieder eingehämmert wird, dass es das sinnvollste, beste und vernünftigste ist. Zu unterstellen, dass alle das nur aus purer Bosheit und Spaß am Leid machen finde ich einen falschen Schluss.

1x bearbeitet

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31.07.2016
Zitat mulan:Bertel, deine Worte sind sehr hilfreich für mich. Vielen Dank dafür!

Freut mich, gerne.

Zitat mulan:Es ist aber trotzdem sehr schwer mit dem Wissen zu leben, dass so viel Schlechtes existiert.

Bist Du dafür verantwortlich? Wenn ja, dann versuche daran etwas zu ändern, also an Dir, wenn nein, dann liegt das erst einmal nicht in Deiner Verantwortung. Wenn Du dennoch erreichst, dass sich etwas zum positiven hin ändert, umso besser.

Zitat mulan:Ich hasse Menschen überhaupt nicht: Eigentlich hatte ich immer viel fruede daran großzügig, nett und liebevoll gegenüber anderen zu sein und gerade deshalb störrt mich mein Problem so sehr; ich lebe im Zwispalt zwischen "Ich möchte menschen helfen." und "Menschen haben eigentlich keine Hilfe verdient, weil ohne sie alles besser wäre."

Vor mehr als 66 Millionen Jahren lebten auf der Erde Dinosaurier. Etliche davon alles andere als "Knuddeltiere". Man kann ruhig sagen, dass diese egoistisch lebten und nur an den vollen Magen dachten. Empathie? Fehlanzeige. Nun gut, es kam ein Komet und / oder andere Naturkatastrophen, sie starben aus und machten damit Platz für uns Säugetiere.

Es stimmt, Menschen verursachen auch Leid. Aber es stimmt genauso, Menschen sind (auch!) zu Empathie fähig. Und selbst wenn die Menschheit sich auslöscht oder durch eine ähnliche Katastrophe ausgelöscht wird, die Erde dreht sich weiter, die Natur passt sich an. So wie in der Umgebung von Tschernobyl alles zugewuchert ist und viele Tiere leben.

Keine Ahnung, ich selbst lebe jetzt nicht mit dem Anspruch helfen zu wollen, genauso wenig wie damit Hilfe grundsätzlich zu verweigern. Eigentlich versuche ich nur so zu leben, dass meine Anwesenheit auf diesem Planeten nicht allzuviel Schaden anrichtet, nicht mehr und nicht weniger.
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31.07.2016

--> daher finde ich es auch nicht sinnvoll "die Menschen" zu hassen und als böse oder sonstwas zu verteufeln, sie folgen nur dem, von dem ihnen immer wieder eingehämmert wird, dass es das sinnvollste, beste und vernünftigste ist. Zu unterstellen, dass alle das nur aus purer Bosheit und Spaß am Leid machen finde ich einen falschen Schluss.
[/quote]
Hallo Pummelchen,
es stimmt, dass viele Menschen nicht aus purer Bosheit und Spaß am Leid mitmachen. Allerdings finde ich, dass selber denken und sich informieren bei den meisten nicht angesagt ist. Es gibt in erster Linie die Extreme. Entweder wird aus Langeweile bzw. um sich zu beweisen oder abzulenken Sport betrieben bis zum Umfallen oder viele sitzen vor dem Fernseher bzw. an der Spielekonsole. Das ist die Taktik, mit der sich viele aus dem realen Leben verabschieden und lieber nicht darüber nachzudenken, wie bzw. was im eigenen Leben schiefläuft. Denn um unser System in der momentanen Weise aufrechtzuerhalten, braucht es nunmal angepasste
Menschen. Die meisten von uns wurden nun mal nicht lösungsorientiert erzogen und wissen damit auch nicht, welche Möglichkeiten es gibt, ein sinnerfülltes veganes Leben zu führen.
Liebe Grüße
Irmgarda
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31.07.2016
Mich stört hier an der Diskussion, dass bwl, das betrieswirtschaftliche Handeln, verteufelt wird.
Es spricht aus meiner Sicht überhaupt nichts dagegen, wirtschaftlich zu handeln,seinen Lebensstandard zu steigern (ich spreche hier nicht von Gewinngier), wenn ich dadurch niemanden (auch Tieren) Schaden oder Leid zufüge. Im Gegenteil, wenn ich heute eine Firma gründe, um meine Existenz zu sichern, nutze ich damit auch anderen. Ich schaffe Arbeitsplätze für andere, die dadurch auch ihre Existenz sichern können.
Und zum Thema Gesellschaft und Zusammenleben. Wie gut ist es, dass wir alle voneinander abhängig sind. Auch der Multimilliardär ist ahhängig von anderen. Wenn es den Fliessbandarbeiter oder die Putzfrau bei Porsche nicht gäbe, könnte er sich, trotz seiner Milliarden auf seinem Konto, keinen Porsche kaufen. Wir sollten uns immer wieder bewußt machen, dass wir uns gegenseitig brauchen. Ich helfe gerne, und ich nehme gerne Hilfe in Anspruch und bin dankbar, dass ich sie in Anspruch nehmen kann.
Wir können die Menschen von jetzt auf gleich nicht ändern. Ändern können wir uns nur selbst, im Austausch mit anderen. Von dem wir überzeugt sind, das sollten wir vorleben. Mein Nachbar hat zu mir mal gesagt, dass er mich bewundert, dass ich so vegan leben kann. Meine Antwort war, dass ich nicht will, dass er mich bewundert, sondern dass er es auch tut.
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31.07.2016
Zitat Henk: Mein Nachbar hat zu mir mal gesagt, dass er mich bewundert, dass ich so vegan leben kann. Meine Antwort war, dass ich nicht will, dass er mich bewundert, sondern dass er es auch tut.

Sehr gute Antwort!
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