Vegan in Klinik verboten

Erstellt 05.02.2022, von Felice. Kategorie: Allgemein vegan. 20 Antworten.

08.02.2022
bei mir kommt hier noch die frage hoch, wie es bei magersüchtigen muslimischen menschen gehandhabt wird?


ich vermute, dass hier in den glauben nicht eingegriffen werden würde - sondern "halal" möglich gemacht würde. aber wenn jemand sehr stark für sich glaubt, ohne kirche im rücken, dass vegan zu leben ebenfalls ein absolut notwendiges ethisches handeln ist für sein seelenheil, dann wird dies nicht respektiert. das ist unlogisch und sollte sich definitiv in zukunft ändern und ernährungsberater in diesen kliniken müssen informiert werden, dass veganes essen auch gesund und normalgewichtig machen kann - ganz ohne mangel.


es gibt ja versuche, veganismus als religion anerkennen zu lassen, dann hätten wir daraus sehr viel mehr rechte und vorteile (könnten allerdings dann aich mehr gegenwind bekommen, ggf als sekte bezeichnet werden oder halt als spinner etc).

https://veganes-recht.de/veganes-arbeitsrecht

https://www.deutschlandfunkkultur.de/veganismus-als-religion-sieht-so-gott-aus-100.html

https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2020-01/grossbritannien-veganismus-philosophische-glaubensrichtung-ernaehrung-vegan

aber, felice, diese auseinandersetzung sollte, wie schon gesagt, kein schwer erkrankter mensch führen müssen. ich drück dir jedenfalls die daumen, dass du vor ort auf verständnisvolle menschen triffst!!! :heart:
3x bearbeitet

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08.02.2022
Also als Religion möchte ich das Vegan sein nicht erleben , dann kommt vielleicht noch jemand drauf uns Kirchensteuer abzunehmen. :lol:
Aber ich möchte schon den Menschen zugestehen, dass sie ein Recht darauf haben mich vegan aus ethischen oder gesundheitlichen Gründen zu ernähren, sei es in der Schule, im Beruf, an der Uni etc. Dazu wäre es andererseits aber auch wichtig, dass vegan essen nicht für Magersucht etc. missbraucht wird und dann eben in den entsprechenden Kliniken, die die Magersucht heilen wollen, abgelehnt wird.
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08.02.2022
Zitat Salma:
es gibt ja versuche, veganismus als religion anerkennen zu lassen, dann hätten wir daraus sehr viel mehr rechte und vorteile (könnten allerdings dann aich mehr gegenwind bekommen, ggf als sekte bezeichnet werden oder halt als spinner etc).

Religion verbinde ich mit Dogmatismus und mit "Glauben statt Wissen". Aktuell gerade in Deutschland auch noch mit Paralleljustiz und Machtmissbrauch (damit meine ich konkret, dass keine Staatsanwaltschaft einfach mal die Unterlagen zum Kindsmissbrauch beschlagnahmt und die Verbrecher anklagt, sondern die Kirche das ganz selbstverständlich selbst "aufarbeiten"(= Euphemismus für Vertuschen und Täter schützen) darf).
Natürlich gibt es auch leichtgläubige, wissenschaftsfeindliche, intolerante Veganer, aber das zum allgemeinen Standard zu erheben, lehne ich ab.
Im Gegenteil: faktenbasierte ethische Überlegungen und Entscheidungen sollten weitaus höher gewichtet werden als religiöse Gewohnheiten.

Ansonsten sollte gesunde, pflanzenbasierte Ernährung sowieso in allen Gesundheitseinrichtungen und anderen öffentlichen Einrichtungen zum Standard werden. Die wenigen tierischen Produkte (max. 1 x pro Woche einschließlich Milchprodukte), die man unter Ignorieren der ethischen Gründe noch gesundheits- und klimaverträglich zu sich nehmen dürfte, sollten nicht staatlich unterstützt werden.
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08.02.2022
Vegan als "Religion" zu werten, wäre ein fatales und sehr schädliches Signal. Dabei ist es doch eher so, dass die sektiererischen Verhaltensweisen inklusive Opferkult bei den Fleischisten zu finden sind. Auch die Verbissenheit, mit der das unselige Tierleidproduzieren immer wieder mit teils völlig absurden Argumenten zu verteidigen gesucht wird, erinnert sehr an Sekten. Dagegen sind Veganerinnen von insgesamt unglaublicher Toleranz und Gleichmut geprägt. Vegan ist völlig normal. Tiere leiden zu lassen und sie ohne Not kaputt zu machen ist eher nicht "normal" sondern lediglich mal eben zur Norm erklart worden.
Das ändert sich gerade.

Ein wahrlich historischer Moment!
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08.02.2022
Hm, Eure Reaktionen auf das Religionsthema klingen so, als ob ihr die Inhalte der von mir oben geposteten Links nicht gelesen hattet. Sie sind wirklich SEHR interessant und beleuchten viele Themen, die wir derzeit im Allgemeinen in unserem Leben an Respekt als Veganer vermissen - vor dem Hintergrund unserer ethischen Überzeugung.
Ich zitiere mal diese Sätze:
https://veganes-recht.de/veganes-arbeitsrecht
"Europäischen Richtlinie
"In der europäischen Richtlinie, die dem allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz zugrunde liegt, wurde allerdings der Begriff „belief“ verwendet. In der Tradition der europäischen Rechtsprechung insbesondere gemäß Art. 9 der europäischen Menschenrechtskonvention, ist belief eindeutig definiert, nämlich als gefestigte Auffassung die ein gewisses Maß an Kohärenz, Dauerhaftigkeit Ernsthaftigkeit und Gewicht hat. Auf den ethischen Veganismus trifft dies nach ständiger Rechtsprechung der europäischen Gerichten zu."

Wenn diese rechtliche Betrachtung sich tatsächlich bereits in diversen Lebensbereichen durchgesetzt hätte, müßte Felice jetzt nicht einen für sie höchst schweren Kompromiss eingehen - ihre Ethik unterliegt in der Praxis der Klinik vermutlich der einer anerkannten Religion.

Auch ist dieses Thema im Arbeitsrecht wichtig, wie die Seite ebenfalls beleuchtet...

Alles was ihr schreibt, kann ich nachvollziehen, aber unsere Gesellschaft braucht noch Jahrzehnte oder mehr über Euren Weg, bis sich wirklich rechtlich was ändert. Über den Begriff des "beliefs" ist kurzfristig sehr viel mehr für jeden einzelnen möglich rechtlich durchzusetzen - da sich hierdurch rechtliche Schutzräume ergeben.
3x bearbeitet

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08.02.2022
Mir waren die Inhalte vorher bekannt, ohne dass ich jetzt all deine Links nochmal verfolgt habe, Salma. Letztendlich geht es darum, Veganismus anzuerkennen und Veganer nicht zu diskriminieren. Nenn es halt anders, Veganismus ist nicht mit Religion vergleichbar und wir sollten das auch nicht anstreben. Ob in Felices Fall schon wirklich "belief" zutrifft, können wir nicht beurteilen. Ich verstehe aber Eltern und Ärzte, die das bezweifeln. Sollte ich unrecht haben, bleibt dennoch wieder der Verweis auf deinen sehr guten ersten Beitrag in diesem Thread: wenn es einem mit der Ethik ernst ist, dann schaut man, dass man überlebt, gesund wird und dann in einem hoffentlich langen Leben noch viel für die Tiere bewirken kann.
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22.05.2022
Hey ich fänd gut wenn vegan wie Religion (Glaubensfreiheit) wäre. Wäre doch praktisch :green:
LG
FLO
1x bearbeitet

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22.05.2022
Zitat flo:Hey ich fänd gut wenn vegan wie Religion (Glaubensfreiheit) wäre. Wäre doch praktisch :green:
LG
FLO


Und wie heisst dann unser/e VegangöttIn? Veganinia vielleicht. ;)
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22.05.2022
oder Vegananny? :green:
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22.05.2022
Mit Ed Winters aka Vegan Jesus haben wir auch schon unseres Messias. :angel:

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