Ich stimme Euch zu, dass es sicher nicht so komfortabel ist, sich in der Fremde unter Fremden gleichermaßen vegan zu ernähren, wie man es sich daheim eingerichtet hat.
Auf der anderen Seite habe ich die Erfahrung gemacht, die wenigen Male, die ich seither verreist war, dass die Menschen in der Gastronomie stets sehr bemüht waren, zu verstehen und mich nach meinen Bedürfnissen zu bedienen. (OK, beim Glas Wein habe ich nicht auch noch gefragt).
Kellner in Spanien sausten mehrfach in die Küche, um alles abzuklären, weil sie erstmal sehr unsicher waren (es wurde einfacher, wenn ich auch die Lactoseintoleranz erwähnte). Das alles ging radebrechend mit Wörterbuch und bester Laune und ich bekam oft leckeres geschmortes Gemüse oder schöne Salate. (Meine Erfahrung ist, dass man viel Offenheit bewirkt, in dem man einige Basisworte/Sätze gelernt hat, wenn man die Sprache nicht kann)
An einem allinclusiv Buffet, das wir all abendlich nutzen durften, klärte ich das Management auf, dass das Schild "vegan" fehlt, weil doch vegetarisch auch für Laktoseintolerante nicht ausreicht. Auch erklärte ich dem Koch, dass Nudeln mit Speck NICHT vegetarisch sind

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Am Pizzastand bekam ich dann immer meine Käsefreie Spezialpizza gemacht, mit tollem Knoblauchöl und ner Menge an Gewürzen, und ich war dann schon bekannt und man brachte mir sie sogar an meinen Tisch, ganz herzig war das.

und es gab am Ende der Reise nen dickes Trinkgeld für alle die ich erwischte (denn ich hatte Geburtstag in der Zeit, und habe mit Freude großzügig beschenkt und bekam viel Lächeln zurück.)
Ja, es ist etwas aufwändig, und es bedarf ein bisschen an Engagement, und es ist auch teilweise frustrierend, den geringen Wissenstand und die schlechte Umsetzung wahrzunehmen.
Aber solange man freundlich bleibt, hören die Menschen zu und ich denke, man stößt auch etwas an. Leider gehört es manchmal dann dazu, Mißgeschicke auszuhalten, oder vielleicht auch nicht die Kontrolle über jedes Detail der Herstellung zu haben (jemand erwähnte, in Vietnam werde der Kaffee mit Fischsauce geröstet... diese Info hätte ich vermutlich nicht herausgefunden, und sie erschreckt etwas

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Jedoch bilde ich mir ein, dass ich es war, die das "vegan"-Schild an diesem Büffet angestoßen hat.

Und wenn die Auswahl gering ist am Buffet, dann finde ich es nicht so schlimm - (ich persönlich freue mich auch über zwei Kilos weniger am Ende eines Urlaubs).
Ich glaube, man kann sich in den Urlaubswochen auch mal weniger gesund ernähren (z.B. patatas fritas), das hält doch unser Körper für so eine überschaubare Zeit aus. Mich ärgert viel mehr, wieviel an Essen hinterher immer bei so einem Büffet weggeworfen wird, ganz besonders hinsichtlich der grausam erwirtschafteten Produkte (Tierquälerei für die Tonne

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Was Bettzeug angeht, kann man in modernen Quartieren auch nach Allergiker-Bettzeug fragen, da sind dann keine Daunen mehr drin. Was wißt ihr noch, worauf man achten kann?
Wir sind also im Urlaub Botschafter für tierleidfreies Leben.
Ich las mal, dass es auch Urlaub für Veganer gibt, auch Wanderangebote, das will ich gern mal ausprobieren. Hat jemand so einen "Spezialurlaub" schon mal gebucht?
Liebe Grüße